Bo und Bojangles spielen unter Wasser mit anderen Mosambik Delfinen.Unsere residenten Indopazifischen Großen Tümmler aus dem Schutzgebiet Ponta do Ouro zeigen sich auch in diesem Jahr sehr zutraulich und interessiert. Während unserer bislang in diesem Jahr durchgeführten 15 Monitoringfahrten trafen wir sie fast jedes Mal an. Nur wenn Buckelwale in der Nähe waren, blieben sie lieber in Deckung. Insgesamt hatten wir 2016 bereits 155 Delfin-Sichtungen.

Patendelfine und ihr Nachwuchs
Auch die Patendelfine sind wohlauf und erfreuen sich des Lebens, besonders "Bo" mit ihrem Baby "Bojangles" und "Gilly" mit dem kleinen "Gambit", einem Männchen. Beide sind jetzt etwa 9 Monate alt.

Jungdelfine mit auffälligen Finnenmarkierungen
Ungewöhnlich ist, dass auch die Jungdelfine von Ponta schon recht auffällige Finnen mit vielen Kerben und Schrammen aufweisen. Normalerweise sind diese Markierungen, an denen man einen Delfin, ähnlich wie beim Menschen mithilfe des Fingerabdrucks, sehr gut individuell identifizieren kann, erst bei subadulten oder erwachsenen Tieren zu beobachten. Wir wollen nun versuchen herauszufinden, warum unsere Jungdelfine derart zerzauste Finnen aufweisen. Die Vermutungen gehen von Verletzungen durch Bootspropeller, über Haiangriffe bis hin zu Spuren einer Verhedderung in Lang- oder Angelleinen.

Monitoring im Norden des Schutzgebiets und eine einsame Seekuh
Zwei Mosmabik Delfine unter Wasser Schutzgebiet Ponta do Ouro.Im Juli fanden zwei Monitoringfahrten in die nördlichen Regionen des Schutzgebiets statt. Sie dienten unter anderem zur Datenerfassung für die DCA-Studie "Lebensraumnutzung und Populationszusammensetzung von drei Delfinarten im Süden von Mosambik". Eine andere unserer Studien befasst sich mit den jahreszeitlichen Wanderungen der Buckelwale.

Mit der kontinuierlichen Erfassung und Beobachtung der Ponta-Delfine und anderer Meeressäuger gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über Habitatnutzung und zwischenartliche Beziehungen der Indopazifischen Großen Tümmler (Tursiops aduncus) mit den Buckeldelfinen oder Bleifarbenen Delfinen (Sousa plumbea). Und natürlich erfassen wir auch Sichtungen anderer Meeressäuger. So trafen wir, wie im letzten Jahr, wieder auf einen einzelnen Dugong (Dugong dugon) oder Gabelschawanzseekuh.

Die Sichtung eines einzigen Exemplares dieser hochgradig vom Aussterben bedrohten Art zur selben Zeit am gleichen Ort, aber ein Jahr später, erfüllt uns mit Wehmut. Kann es wirklich sein, dass es keine weiteren Dugongs im Schutzgebiet mehr gibt?
Angie Gullan, Dolphin Care Africa (DCA), August 2016

HERME braucht Hilfe

Der Mosambik-Patendelfin HERME ist ein Chinesischer Weißer Delfin, auch Buckeldelfin genannt. Hier springt er mit halbem Köper aus dem Wasser, an seiner Finne perlt viel Wasser herunter.

Herme ist ein Bleifarbener Delfin (Sousa plumbea), auch Buckeldelfin genannt. Er kam Anfang 2006 zur Welt und zieht häufig gemeinsam mit den Tümmlern umher.

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Delfinmutter mit Baby vor Ponta do Ouro, Mosambik.

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