Ein Delfin "steht" mit der Hälfte seines Körpers senkrecht in der Luft, er "trägt" ein Ring aus Plastik um seinen Köper, der vor den Flippern festsitztEine Untersuchung der kanarischen Organisation Canarias Conservación (Partner des MEER e.V.) in Zusammenarbeit mit der Universität Aberdeen stellte fest, dass viele der auf den Kanarischen Inseln gestrandeten Tiere Plastikmüll im Magen hatten.

Insgesamt wurden 23 der Tiere untersucht, die immer wieder an den Küsten der Inseln stranden. Fünf davon, das entspricht einem Anteil von 22%, hatten Plastik-Artikel im Magen. Je ein Pottwal, Zwergpottwal, Gervais-Schnabelwal, Blauweißer Delfin und Borneodelfin waren betroffen. Man fand teilweise große Stücke Plastik, komplette Plastiktüten und Kunststoff-Filamente, die aller Wahrscheinlichkeit von alten Fischernetzen stammen. Ein Pottwal führte außerdem einen Metallhaken in seinem Innern mit sich. Die Tiere verschlucken diese Produkte entweder weil sie sie mit Nahrung verwechseln oder weil sie in direkten Kontakt mit der Fischereigerät kommen. Wale und Delfine "stehlen" häufig gefangene Fische von Angeln oder aus Netzen - mit nicht selten tragischem Ausgang...

Die Tatsache, dass es sich bei den nun untersuchten Tieren um Hochsee-Arten handelt, zeigt wie umgreifend das Problem der Meereverschmutzung mit menschlichen Abfallprodukten heutzutage ist. Dabei ist die Problematik des so genannten "Mikroplastik" möglicherweise noch um Dimensionen größer: Durch die Verwitterung wird Plastik im Meer in immer weitere Partikel zerlegt, die irgendwann so klein sind, dass sie als mikroskopisch kleine Teilchen in die Nahrunskette gelangen - mit nicht absehbaren Folgen für Meeressäuger, Vögel, Fische, usw.

Dagegen helfen im Prinzip ganz einfache Maßnahmen, zu denen jeder von uns beitragen kann: Möglichst viel Müll vermeiden und Fisch nur aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei konsumieren!
Foto: ©Nina Strüh

Ihre Hilfe für das Projekt La Gomera

Bigeye-Fernglas.

Ein Familientyp braucht Hilfe

Drei Grindwale oder Pilotwale schwimmen ganz eng zusammen im tiefblauen Meer vor La Gomera.

Indische Grindwale sind Delfine und leben in Familienverbänden. Ihre Körperlänge variiert von 3,5 bis 6,5 m. Männchen deutlich größer als Weibchen.

⇒ Familientyp-Patenschaft ⇒ Patenschaft verschenken

Projekt-News

Beobachtungsstation zur Lenkung der Whalewatching-Boote
Mit der im Frühjahr 2017 auf La Gomera eröffneten permanenten Station zur landgestützten...
Mehr Bildung - Schülertage 2016 mit Walbeobachtungstour
Schülerinnen und Schüler, die sich im Verlauf des vergangenen Schuljahres durch eine allgemeine...
ECS-Konferenz 2016 - Workshop, Poster und Vortrag
Vertreter unserer Partnerorganisation konnten auch in diesem Jahr an der Jahreskonferenz der...

Projektpartner