Der vor La Gomera tot gestrandete Zwergpottwal liegt an Land auf einer grünen Plane, sein Maul ist weit geöffnet, am Schwanzstiel ist noch das Seil, mit dem er aus dem Wasser gehievt wurde, befestigt.Eine ungewöhnliche Häufung von Delfin- und Walstrandungen führte im April 2006 auf den Kanarischen Inseln zum Tod von mindestens fünf Tieren. Nach ähnlichen Vorkommnissen in der Vergangenheit fiel der Verdacht sofort auf mögliche militärische Manöver im Gebiet der Kanaren.

Innerhalb weniger Tage strandeten zwei der seltenen Gervais-Zweizahnwale (Mesoplodon europaeus), ein Pottwal (Physeter macrocephalus) und ein Rundkopfdelfin (Grampus grieseus). Zudem wurde ein Zwergpottwal (Kogia breviceps) tot auf dem Meer treibend gefunden.

Die zeitliche Nähe der Strandungen ist typisch für Massenstrandungen, die durch vom Militär benutzte Sonargeräte ausgelöst werden. Besonders die empfindlichen Schnabelwale reagieren panisch und der schnelle Aufstieg zur Oberfläche aus großen Tiefen führt dann zu Symptomen ähnlich der Taucherkrankheit, an der die Tiere verenden. Erste Untersuchungen der Kadaver ergaben, dass es sich um gesunde Tiere handelte. Das Zwergpottwalweibchen war tragischerweise trächtig und trug einen etwa drei Monate alten Fötus.

Bereits 2002 und 2004 hatte es Massenstrandungen von Schnabelwalen im kanarischen Archipel gegeben, beide Male wurde ein eindeutiger Zusammenhang mit Militärmanövern hergestellt.

Im Dezember 2007 beschloss das spanische Umwelt- und Verteidigungsministerium, dass in einem Umkreis von 50 Seemeilen ( ca. 90km) um die Kanarischen Inseln der Einsatz leistungsstarker Sonare durch das Militär verboten ist. Mit dem Verbot des Einsatzes von Hochleistungssonaren reagierte die spanische Regierung als erstes Land auf eine Empfehlung des EU-Parlamentes vom Oktober 2004, diese Technologie nicht einzusetzen, wenn Wale in Gefahr sein könnten.

Ein Charaktervoller braucht Hilfe

Zwei Große Tümmler schwimmen, von dem größeren Tier ist nur ein Teil der Finne sehen, davor hebt ein kleinerer gerade den Kopf aus dem Wasser.

Große Tümmler (Tursiops truncatus) kommen vor La Gomera am häufigsten vor. Die Kanaren-Population wird auf 300-400 Tiere geschätzt. Ihr Verhalten gegenüber Booten variiert von scheu bis neugierig, Jungtiere sind oft recht vorwitzig.

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Ein Gemeiner Delfin vor La Gomera. Mit halbem Körper aus dem Wasser beim schnellen Schwimmen. Foto: MEER

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