Das Grindwalweibchen schiebt ihr kleines Junges vor sich her, das tote Baby ist fast weißAnfang August trafen unsere Partner während einer Beobachtungsfahrt auf eine Gruppe von 15-20 Grindwalen. Einer der Wale, vermutlich ein Weibchen, trug einen toten Artgenossen mit sich. Das tote Tier zeigte schon einige Spuren der Verwesung, es soll sich aber nicht um ein Neugeborenes gehandelt haben.

Grindwale gehören zur Gruppe der Schwert- und Grindwale, die samt und sonders zu den Delfinen zählt - trotz des irreführenden Gruppennamens.

Es gibt eine ganze Reihe von Verhaltensbeobachtungen verschiedener Delfinarten, die sich nur durch Trauer- oder Beistandsverhalten interpretieren lassen. Vor La Gomera wurde dies z.B. bereits bei Rauzahndelfinen dokumentiert. Meist handelt es sich bei den toten Tieren um Neugeborene.

So machten chinesische Touristen im Juli 2012 bei einer Bootstour für Delfin-Ausflüge vor der Küste der Provinz Guanxi eine herzzerreißende Beobachtung. Eine Delfinmutter, es handelte sich um einen der selten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis), brachte ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer, wo es seine letzte Ruhe finden sollte.

Augenzeugen berichteten, dass der kleine Körper des toten Babys der Mutter durch die starke Strömung immer wieder vom Rücken rutschte. Doch stets brachte sie den kleinen Delfin erneut in Position quer vor ihrer Rückenfinne, um ihn weiter zu transportieren, bis der Platz für die letzte Ruhe erreicht war. Insgesamt blieb die Mutter zwei bis drei Tage bei ihrem toten Baby.

Das Grindwalweibchen vor La Gomera trauerte dagegen um ein verstorbenes Jungtier. Das beobachtete Verhalten ist ein klares Indiz für einen bewussten Trauerprozess und ein Bewusstsein der Tiere für den Tod, durchaus vergleichbar mit menschlichen Emotionen angesichts des Todes von nahe stehenden Personen. Das Verhalten des Grindwals entspricht der "Theory of Mind". Delfine sind sich ihrer selbst bewusst und können sich in die Gefühls- und Gedankenwelt ihres Gegenübers versetzen - bis in den Tod.

U.Karlowski, September 2013
Foto: (c) Volker Smit

Ein Charaktervoller braucht Hilfe

Zwei Große Tümmler schwimmen, von dem größeren Tier ist nur ein Teil der Finne sehen, davor hebt ein kleinerer gerade den Kopf aus dem Wasser.

Große Tümmler (Tursiops truncatus) kommen vor La Gomera am häufigsten vor. Die Kanaren-Population wird auf 300-400 Tiere geschätzt. Ihr Verhalten gegenüber Booten variiert von scheu bis neugierig, Jungtiere sind oft recht vorwitzig.

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Ein Gemeiner Delfin vor La Gomera. Mit halbem Körper aus dem Wasser beim schnellen Schwimmen. Foto: MEER

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