Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010.Pressemitteilung, 04.12.2014 -Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) warnt vor der Gefahr einer massiven Ölpest in der kroatischen Adria. In nur wenigen Jahren sollen unzählige Ölplattformen und Gasförderanlagen in dem sensiblen Meeresgebiet errichtet werden. Eine Katastrophe, vergleichbar mit der Ölpest im Golf von Mexiko 2010, ist nach Ansicht der GRD nur eine Frage der Zeit.

Die kroatische Regierung hat die Adria für die Vergabe von Bohrlizenzen in 29 unterschiedlich große Blöcke mit einer Gesamtgröße von knapp 37.000 km² aufgeteilt. Damit könnten bis zu 90 % der kroatischen Territorialgewässer für die Öl- und Gasförderung freigegeben werden, schätzt die Umweltorganisation "Sunce" aus Split.

Deepwater Horizon bald auch in der Adria
Der Mindestabstand der Bohrplattformen zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt. Zum Vergleich: Die im Golf von Mexiko explodierte und untergegangene "Deepwater Horizon" bohrte in etwa 84 Kilometern Entfernung vor der Küste des US-Bundestaates Louisiana.

"In Kroatien hat man nichts aus den Katastrophen der Vergangenheit gelernt", kritisiert der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD. "Die Entscheidung der Regierung für eine großflächige Ausbeutung fossiler Ressourcen ist ein gewaltiger Schritt zurück in die Steinzeit der Energiepolitik. Statt auf regenerative Energien zu setzen, bauen Oligarchen und hochrangige Politiker auf das schnelle, schmutzige Geld mit dem „schwarzen Gold“ unter Einsatz einer Hochrisikotechnologie. Die Folgeschäden für Natur, Tourismus und Fischerei werden langfristig und größtenteils irreparabel sein".

Zerstörung einer der ökologisch wertvollsten Regionen Europas ab 2015?
Grafik "Traeger" Kunstedition DOLPHINS von Anne SchulzeMit seinen mehr als 1.200 Inseln und fast 1.800 Kilometern Küstenlinie gehört die kroatische Adria zu einem der populärsten Urlaubsziele der Welt. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und trägt in großem Maße zum Bruttoinlandsprodukt bei. In den vielfach noch intakten Küstengewässern leben seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten wie die letzten Adria-Tümmler und Mittelmeermönchsrobben. Die Insel Cres ist einer der letzten Lebensräume des Gänsegeiers in Europa.

Jetzt drohen der gesamten Küstenregion stinkende, ölverseuchte Küsten und Strände, die von verwesenden Meerestierkadavern übersät sind. Bereits im kommenden Jahr kann es so weit sein, dann sollen die ersten Probebohrlizenzen vergeben werden.

Noch verhallen Proteste im Land
Eine aus besorgten Bürgern gebildete Allianz, die Clean Adriatic Sea Alliance (CASA), hat an verschiedene Minister in Kroatien sowie EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und Martin Schulz, den Präsidenten des EU-Parlaments, gerichtete Online-Petition gegen die Öl- und Gasförderung gestartet.

Hands off - Die Adria darf nicht sterben!
Die GRD unterstützt CASA und fordert jetzt mit ihrer Online-Petition "Hands off - Die Adria darf nicht sterben!" dass die Adria langfristig von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und vor der Gefahr einer Ölverseuchung geschützt wird.
GRD-Presse

⇒ GRD-Online-Petition "Hands off - Die Adria darf nicht sterben!"

DOBRO JUTRO braucht Hilfe

Adria Patendelfin DOBRO JUTRO (guten Morgen) in einer Gruppe von 4 Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen.

Dobro Jutro (Guten Morgen) war der erste Delfin, den unsere Partner eines Morgens bereits um 6:30 Uhr sichteten (zweiter von vorne).

⇒ Pate von DOBRO JUTRO werden ⇒ Patenschaft verschenken

Retten Sie die Adria-Delfine

Zwei Surfende Adria Delfine.

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Behinderter Adria-Delfin erneut nahe Zadar gesichtet
Ein Delfin mit einem kümmerlichen Rest von Schwanzfluke und mit Gewebewucherungen von...
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Mitmachaktion für Touristen als Delfinschutz-Bürgerforscher Die Gesellschaft zur Rettung der...
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Großartige Beteiligung beim Citizen-Science-Projekt! Wir freuen uns sehr über die diesjährige...
Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara
Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass er es ohne Hilfe schaffen würde.Košara im September 2013:...

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