Der betäubte Delfin mit dem Köderhaken im Maul wird in die Tierklinik transportiert.Der betäubte Delfin mit dem Köderhaken im Maul wird in die Tierklinik transportiert.
Foto: Sea World Research & Rescue Foundation
Die verheerende Wirkung sogenannter "Haischutzvorrichtungen" bekam ein schwangeres Delfinweibchen vor Queensland, Australien, zu spüren.

Es war wohl recht hungrig und verbiss sich in den Köderhaken einer "Drumline", mit der für den Menschen potenziell gefährliche Haie von Bade- und Surfstränden ferngehalten werden sollen. Meist überleben sie dies ebenso wenig wie andere Meerestiere, die von den Ködern angelockt werden.

Doch das Delfinweibchen hatte Glück. Mitarbeiter des "Shark Control Program" fanden es gerade noch rechtzeitig und alarmierten ein Rettungsteam der "Sea World Research & Rescue Foundation".

Der schwere Stahlhaken muss chirurgisch entfernt werden
Eine manuelle Entfernung des Köderhakens erwies sich als unmöglich, zu tief saß das massive Teil im Schlund des Delfins fest. Mitarbeiter des Rettungsteams betäubten das Tier und brachten es in die "Sea World"-Tierklinik.

Der Delfin mit Köderhaken im Mund liegt auf dem Operationstisch.Der betäubte Delfin auf dem Operationstisch.
Foto: Sea World Research & Rescue Foundation
Dort konnten Tierärzte den Haken schließlich operativ entfernen. Nach anschließender Antibiotikabehandlung und drei Tagen Aufenthalt im Rehabilitations- und Quarantänebecken fand die Aktion ihr glückliches Ende: Das Delfinweibchen wurde Ende November in der Bucht, in der sie gerettet wurde, freigelassen.

Glück muss man haben
"Wir glauben, dass einige unserer residenten Delfine gelernt haben, Köderfische von Drumlines zu stehlen", erklärt Trevor Long, wissenschaftlicher Direktor der "Sea World Research & Rescue Foundation", das Missgeschick mit beinahe tödlichen Ausgang.

Long hofft, dass das Weibchen sich wieder ihrer Gruppe anschließt und dann ihr Junges zur Welt bringen wird.

Drumlines und Hainetze: Tödliche Fallen für Meerestiere
Delfin kurz vor Freilassung auf Trage im Rettungsboot liegend.Das Delfinweibchen wird nach gelungener Operation wieder in der Bucht von Queensland ausgesetzt.
Foto: Sea World Research & Rescue Foundation
Eigentlich dienen "Drumlines", an einer Boje befestigte Köderhaken, als eine Alternative zu den sogenannten Hainetzen (etwas über 200 Meter langen und sechs Meter hohen Stellnetzen) dazu, Delfinbeifänge im Rahmen von "Haischutzmaßnahmen" von Bade- und Surfstränden zu senken. Das klappt nicht immer.

Nur dem Umstand, dass Australien ein aufwendiges Beobachterprogramm der "Haischutzeinrichtungen" betreibt, und dem erfahrenen Rettungsteam der "Sea World Research & Rescue Foundation" ist es zu verdanken, dass das Weibchen überlebt hat.

Im Grunde dienen "Drumlines" ebenso wie Hainetze der Vernichtung von großen Haiarten, auch wenn vor Australien oder entlang der südafrikanischen Küste mittlerweile sämtliche noch lebend in den Fallen vorgefundenen Tiere wieder befreit werden. 

Es sterben nach wie vor zu viele potenziell für den Menschen gefährliche Haie und viel zu viele für den Menschen völlig ungefährliche Arten, wie kleinere Haie, Rochen, Meeresschildkröten oder eben Delfine.

Längst nicht alle haben so viel Glück wie das hungrige Delfinweibchen aus Queensland.
Ulrich Karlowski, 02. Dezember 2016

 

Ihre Hilfe für Bleifarbene Delfine

In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin wird geborgen

Projektpatin Janina Fautz

Janina Fautz."Ich hatte selbst schon das Glück bei meinem Besuch in Richards Bay Bleifarbene Delfine im Meer beobachten zu können. Das war wirklich eines der schönsten und magischsten Dinge, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Dieser bewegende Moment reicht aus, sich für ihren Schutz, einzusetzen."
Schauspielerin Janina Fautz | Foto: Bert Czaya

Projektpartner

Shanan Atkins - Marine Biologist
Prof. Neville Pillay
University of Witwatersrand, School of Animal, Plant and Environmental Science (AP&ES), Johannesburg, Südafrika
E-Mail: shananatkins[AT]gmail.com
⇒ Humpback Dolphin Research (HDR)⇒ HDR auf Facebook

Media

Zululand Observer - August 30, 2017:
⇒ Shark net reduction welcomed - New shark net measures to protect dolphins

Zululand Observer - August 22, 2017:
⇒ Plea for removal of shark nets gains huge support

Zululand Observer - August 19, 2017:
⇒ Another dolphin dies in shark nets

Zululand Observer - April 20, 2017:
⇒ New Humpback Dolphin study launch in Richards Bay