Der Vaquita Schweinswal

selten und bedroht

Seltene und bedrohte Kleinwalarten

Eine aussterbende Art: Der Vaquita Schweinswal

Der Vaquita gehört zur Familie der Schweinswale (Überfamilie Delfinartige). Aufgrund seines geringen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) und dem enorm hohen Nutzungsdruck in seinem Verbreitungsgebiet gilt er als die am stärksten bedrohte Kleinwalart.

Vaquitas kommen nur im nordwestlichen Golf von Kalifornien in Mexiko vor. Die Schweinwals-Art wurde erst 1958 entdeckt und lebt ausschließlich in einem nur 4000 km² großen, vom Colorado-Estuar beeinflussten Meeresgebiet. Fast 60 Jahre später scheint es, als verschwinde sie für immer von unserem Globus. Im Mai 2016 teilte die mexikanische Regierung mit, dass der Bestand auf 60 Individuen gesunken sei. Damit hat sich die Population der kleinen Wale pro Jahr um 18,5 Prozent verringert. Wenn es keine effektiven Schutzmaßnahmen gibt, wird der Vaquita mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2018 ausgestorben sein.

Foto: Zwei Schweinswale im Golf von Kalifornien. Paula Olson / NOAA / public domain. 

Ein Bestand von mindestens 100 Tieren wäre nötig, damit die Art langfristig überleben kann. Hauptursache für den dramatischen Rückgang sind Fischernetze zum Fang von Haien und Rochen sowie Reusennetze, in denen die kleinen Schweinswale immer wieder als unbeabsichtigter Beifang verenden. Zudem haben zwei gigantische US-Staudämme am Colorado den Süßwasserzustrom in das Mündungsgebiet um über 95 % verringert und damit das Brackwasser-Ökosystem und die dort lebenden Fischarten verändert. Dies kann einen indirekten negativen Einfluss auf die Vaquitas haben.

Über die Lebensweise des Vaquita ist nur wenig bekannt. Sie meiden Boote und Schiffe und springen nur selten. Meistens sieht man nur die leicht sichelförmige Rückenflosse kurz auftauchen und wieder verschwinden.

1997 wurde der Bestand auf 567 Exemplare geschätzt. Zwischen 40 und 80 Tiere fallen pro Jahr der Fischerei zum Opfer. Bereits 1998 erließ die mexikanische Regierung einen Rettungsplan. Doch Programme, die Fischereimethoden in der Region zu verändern, schlugen fehl. Allein im letzten Jahr wurde den Fischern 1 Million US-Dollar für das Unterlassen des Fischfangs gezahlt. Aber anstatt die Fischerei einzuschränken, floss das Geld in neue Boote und Motoren und der Fischereidruck nimmt stetig zu.

Weltweite Überfischung und damit verbundene hohe Fischpreise für seltene Fischarten sind ein starker Anreiz für illegale Fischerei. Die Stellnetzfischerei in diesem Gebiet muss dringend durch selektivere Methoden ersetzt werden und die illegale Fischerei auf den bedrohten Totoaba (einen bis zu 2 m langen Barsch) stärker bekämpft werden, damit der Vaquita eine Überlebenschance hat. Zur Bekämpfung der unselektiven Fischerei fehlt der Regierung jedoch der politische Wille.

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