Südafrika: Schutzprojekt für Bleifarbene Delfine

Aussterben verhindern

Hainetze gefährden Überleben von Buckeldelfinen (Sousa plumbea)

Worum es geht: Schutz für vom Aussterben bedrohte Bleifarbene Delfine in Südafrika. Abbau von Hainetzen und Entwicklung nicht-tödlicher, naturverträglicher Strandschutzmaßnahmen.

Bleifarbene Delfine (Sousa plumbea) – eine Buckeldelfinart – sind die am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäuger in Südafrika. An der Ostküste des Landes (Provinz KwaZulu-Natal) leben nur noch etwa 200 Individuen. Bedrohungsfaktoren für diese extrem küstennah lebende Delfinart sind Beifang in Fischernetzen, Meeresverschmutzung und Tourismus.

In KwaZulu-Natal kommt eine bislang völlig unterschätzte Gefahr hinzu:

Bleifarbener Delfin: In einem Hainetz ertrunken.
Foto: Brett Atkins

Hainetze zum Schutz von Surfern und Schwimmern vor Angriffen großer Haie

Um Strände gegen Haiangriffe abzusichern, werden mehrere Stellnetze etwa 400 Meter vor der Küste installiert. Sie sind meist etwas über 200 Meter lang, sechs Meter hoch und werden knapp unter der Wasseroberfläche schwebend verankert. In ihnen verfangen sich große und kleine Haie, Rochen, Meeresschildkröten, große Fische und Delfine. Die Tiere sterben einen langsamen, qualvollen und einsamen Tod – wenn sie nicht rechtzeitig befreit werden.

An 37 Badestränden der 320 Kilometer langen Küste von KwaZulu-Natal lauern zusammengerechnet 23,4 Kilometer Hainetze auf Delfine in Südafrika.

Todesfalle Richards Bay

In einer Langzeitstudie konnte die südafrikanische Meeresbiologin Shanan Atkins Richards Bay als Beifang-Hotspot identifizieren: Die sechs Stellnetze hier sind für 60 Prozent des Beifangs von Bleifarbenen Delfinen der gesamten Provinz verantwortlich!

Besonders gefährlich ist das vor dem Strand von Newark angebrachte “net 99”. In ihm sterben die meisten Delfine. Wenn diese Verluste nicht gestoppt werden, werden Bleifarbene Delfine an der Ostküste Südafrikas in wenigen Jahren verschwunden sein.

In den vergangenen 10 Jahren verfingen sich „nur“ 5 Haie in diesem Netz, von diesen gehörte nur einer einer für den Menschen potentiell gefährlichen Art an. In gleichen Zeitraum starben allerdings 15 Bleifarbene Delfine! Dabei ist “net 99” völlig überflüssig, da nur sehr wenige Menschen den von ihm geschützten Strand nutzen.

Das gefährlichste Hainetz an der Küste von Südafrika ist Geschichte!

Projektarbeiten - Citizen Science - Delfine vor Richards Bay

In der Startphase des Projekts wollen Shanan Atkins und ihre Mitstreiter herausfinden, wie die Delfine in Südafrika das Gebiet rund um das gefährliche “net 99” nutzen. Hierzu gilt es folgende Fragen beantworten zu können:

  • Wie oft tauchen sie in dem Gebiet auf?
  • Welche Teile des Gebiets werden am stärksten frequentiert?
  • Was machen die Delfine während ihres Aufenthalts (fressen, ruhen oder schwimmen sie nur durch, etc.)?
  • Wie groß sind beobachtete Delfingruppen?
  • Was sind die vorherrschenden Umweltbedingungen, wenn Delfine auftauchen (z.B. Wellengang, Ebbe, Flut, Wassertrübung, etc.)?

Aus der Analyse dieser mit der Hilfe von Bürgerforschern / Citizen Scientists aus der ganzen Welt gewonnen Daten sollen der Kommune und dem KwaZulu-Natal Sharks Board Handlungsmöglichkeiten eröffnet werden, um die Delfinbeifänge von “netz 99” zu stoppen.

Unsere Ziele

Die gängigen, nicht-tödlichen Strandschutzmaßnahmen lassen sich in Richards Bay nicht installieren. “Elektrozäune” – am Meeresgrund verankerte Elektrokabel, die die elektrosensiblen Haie abschrecken – können im sandigen Sediment nicht verankert werden. 

Für den zuverlässigen Einsatz von “Shark Spottern”, die die Menschen rechtzeitig vor nahenden Haien warnen, ist die Meeresoberfläche oft viel zu trüb.

Langfristiges Ziel des Projekts ist die Etablierung wirkungsvoller, nicht-tödlicher Strandschutzmaßnahmen. Die Hainetze in KwaZulu-Natal müssen abgebaut werden! Damit Bleifarbene Delfine in Südafrika nicht aussterben!

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Sichtungskarten | FAQs

Delfine am Newark Beach in Richards Bay

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Bather protection

Bedrohte Delfine ertrinken in Hainetzen

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Mit einer Patenschaft Bleifarbenen Delfinen helfen

Projektpatin Janina Fautz

“Ich hatte selbst schon das Glück bei meinem Besuch in Richards Bay Bleifarbene Delfine im Meer beobachten zu können. Das war wirklich eines der schönsten und magischsten Dinge, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Dieser bewegende Moment reicht aus, sich für ihren Schutz, einzusetzen.”

Schauspielerin Janina Fautz | Foto: Bert Czaya

In Kooperation mit Humpack Dolphin Research

Gemeinschaftsprojekt mit:

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

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