Delfine

selten und bedroht

Zahl der bedrohten Delfinarten wächst

Oft sind Unterarten oder isoliert lebende Populationen betroffen

Die Zahl der bedrohten Delfinarten wächst. Es besteht die große Gefahr, dass die Menschen durch die rücksichtslose Ausbeutung der Ozeane eine Delfinart nach der anderen ausrotten. Der Chinesische Flussdelfin oder Baiji gilt seit 2007 als ausgestorben. Mindestens ein Viertel aller Delfinarten ist derzeit vom Aussterben bedroht und weltweit sind weniger als 1 Prozent der für Delfine wichtigen Gebiete als Schutzzonen ausgewiesen. Vielfach ist es nicht die Art an sich, die bedroht ist, sondern Unterarten oder isoliert lebende Populationen.

Auf jetzt 3 Kontinenten unterstützen wir Wissenschaftler und Schutzprojekte lokaler Initiativen in Ländern wie Südafrika, Peru, Kroatien, Ägypten oder Mosambik. Hier geht es immer darum, lokale, küstennah lebende Delfinpopulationen vor der Vernichtung durch Beifangverluste, Meeresverschmutzung oder ausufernden Delfinbeobachtungstourismus zu bewahren und in der Bevölkerung ein besseres Bewußtsein für die Notwendigkeit des Schutzes der marinen Artenvielfalt zu erwecken.

Maui-Delfine

Die nördliche Unterart des neuseeländischen Hectordelfins (Cephalorhynchus hectori maui), die Maui-Delfine, sind zugleich die seltensten und kleinsten Delfine.

Die Population der vor der Nordinsel Neuseelands lebenden Hector-Delfine gilt aufgrund genetischer Unterschiede als eigene Unterart. Ihre Bestandsgröße war im August 2012 auf nur noch 55 Exemplare gesunken. Diese Unterart gilt als die seltenste der Delfinfamilie und steht kurz vor der Ausrottung. Die Ursache für den Zusammenbruch des Bestands sind massive Verluste durch Beifänge in der Stellnetzfischerei.

Buckeldelfine

Innerhalb der Gattung Sousa oder Buckeldelfine werden vier Arten unterschieden, die jüngste, der Australische Buckeldelfin, wurde erst Mitte 2014 als eigenständige Art anerkannt. Buckeldelfine leben extrem küstennah, meist entfernen sie sich nicht weiter als 400 Meter von der Küste. In China gelten sie auch als „Panda der Meere“, da es sich um eine stark bedrohte Art handelt, die streng geschützt ist.

Von allen 4 Arten zusammen soll es laut IUCN weltweit nicht mehr als 10 000 Exemplare geben.

Der Vaquita ist der am stärksten bedrohte Kleinwal

Der Vaquita gehört zur Familie der Schweinswale (Überfamilie Delfinartige). Aufgrund seines geringen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) und dem enorm hohen Nutzungsdruck in seinem Verbreitungsgebiet gilt er als die am stärksten bedrohte Kleinwalart.

Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind vier der fünf Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins (Orcaella brevirostris) vom Aussterben bedroht. Prekär ist die Lage der rund 30 Tiere im thailändischen Songkhla-See, wo in fünf Jahren 20 Delfine in Fischernetzen verendet sind und im Mekong, wo nur noch höchstens 70 Tiere im kambodschanischen Teil des Flusses leben sollen.

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