Delfine & Kleinwale

selten und bedroht

Zahl der bedrohten Delfinarten wächst

Oft sind Unterarten oder isoliert lebende Populationen betroffen

Die Zahl der bedrohten Delfinarten wächst. Es besteht die große Gefahr, dass die Menschen durch die rücksichtslose Ausbeutung der Ozeane eine Delfinart nach der anderen ausrotten. Der Chinesische Flussdelfin oder Baiji gilt seit 2007 als ausgestorben. Mindestens ein Viertel aller Delfinarten ist derzeit vom Aussterben bedroht und weltweit sind weniger als 1 Prozent der für Delfine wichtigen Gebiete als Schutzzonen ausgewiesen. Vielfach ist es nicht die Art an sich, die bedroht ist, sondern Unterarten oder isoliert lebende Populationen.

Auf jetzt 3 Kontinenten unterstützen wir Wissenschaftler und Schutzprojekte lokaler Initiativen in Ländern wie Südafrika, Peru, Kroatien, Ägypten oder Mosambik. Hier geht es immer darum, lokale, küstennah lebende Delfinpopulationen vor der Vernichtung durch Beifangverluste, Meeresverschmutzung oder ausufernden Delfinbeobachtungstourismus zu bewahren und in der Bevölkerung ein besseres Bewußtsein für die Notwendigkeit des Schutzes der marinen Artenvielfalt zu erwecken.

Supay-Delfine - Peru

Bei Pisco (Paracas-Halbinsel, Peru) wird 1999 eine isolierte 16-köpfige Gruppe Großer Tümmler entdeckt, die im Paracas-Nationalreservat lebt und anscheinend keinen Austausch mit anderen Delfingruppen hat.

Diese kleine Population Großer Tümmler ist durch mehrere Faktoren, wie z.B. illegale Dynamitfischerei, gefährdet. Die Supay-Delfine lassen sich, wegen der durch sehr tückischen Wellengang kaum zugänglichen Bucht, fast nur von Land aus beobachten.

Maui-Delfine

Die nördliche Unterart des neuseeländischen Hectordelfins (Cephalorhynchus hectori maui), die Maui-Delfine, sind zugleich die seltensten und kleinsten Delfine.

Die Population der vor der Nordinsel Neuseelands lebenden Hector-Delfine gilt aufgrund genetischer Unterschiede als eigene Unterart. Ihre Bestandsgröße war im August 2012 auf nur noch 55 Exemplare gesunken. Diese Unterart gilt als die seltenste der Delfinfamilie und steht kurz vor der Ausrottung. Die Ursache für den Zusammenbruch des Bestands sind massive Verluste durch Beifänge in der Stellnetzfischerei.

Buckeldelfine

Innerhalb der Gattung Sousa oder Buckeldelfine werden vier Arten unterschieden, die jüngste, der Australische Buckeldelfin, wurde erst Mitte 2014 als eigenständige Art anerkannt. Buckeldelfine leben extrem küstennah, meist entfernen sie sich nicht weiter als 400 Meter von der Küste. In China gelten sie auch als „Panda der Meere“, da es sich um eine stark bedrohte Art handelt, die streng geschützt ist.

Von allen 4 Arten zusammen soll es laut IUCN weltweit nicht mehr als 10 000 Exemplare geben.

Paracas-Tümmler - Peru

Nördlich der Paracas-Halbinsel (im Süden von Peru) wird in der gleichnamigen Bucht eine Gruppe ortstreuer Großer Tümmler entdeckt. Seit 2000 bis heute wurden 128 Individuen identifiziert, und in einen Katalog mit Foto ihrer Finne aufgenommen.

Diese Delfine sollen bereits seit den frühen 1990er Jahren in der Bucht leben, doch damals gab es zwischen 130 und 150 Individuen.

Große Tümmler in der Adria - Kroatien

Kroatien besitzt einen außergewöhnlichen Naturschatz: die letzten Delfine der Adria. 

Nur eine Art lebt heute noch ständig dort: der Große Tümmler (Tursiops truncatus). Der Gesamtbestand wird auf nur etwa 220 bis 250 Exemplare geschätzt.

Der Vaquita ist der am stärksten bedrohte Kleinwal

Der Vaquita gehört zur Familie der Schweinswale (Überfamilie Delfinartige). Aufgrund seines geringen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) und dem enorm hohen Nutzungsdruck in seinem Verbreitungsgebiet gilt er als die am stärksten bedrohte Kleinwalart.

Schweinswale in Nord und Ostsee

Der Schweinswal (Phocoena phocoena), auch Kleiner Tümmler oder Braunfisch genannt, gehört zu den kleinsten Walarten der Welt. Er ist in den gemäßigt-kalten und subarktischen Gewässern der Nordhemisphäre verbreitet und hält sich meist in den Küstengewässern nicht weiter als 10 km vom Festland entfernt auf.

Der sympathische Mini-Zahnwal kommt bei uns in Nord- und Ostsee vor und wird häufig von Seglern gesichtet. Für Deutschland gilt er als einzige residente Wal-Art.

Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind vier der fünf Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins (Orcaella brevirostris) vom Aussterben bedroht. Prekär ist die Lage der rund 30 Tiere im thailändischen Songkhla-See, wo in fünf Jahren 20 Delfine in Fischernetzen verendet sind und im Mekong, wo nur noch höchstens 70 Tiere im kambodschanischen Teil des Flusses leben sollen.

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