Fischerei

Gefahren für Delfine

Gefahren für Delfine: Fischerei

Der Tod der Meere

Die industrielle Fischerei ist heutzutage die mit Abstand gefährlichste Bedrohung nicht nur für Delfine, sondern für das gesamte Leben in den Meeren. Gnadenlos wird mit immer größerem Aufwand auch noch der „letzte Fisch“ aus dem Wasser geholt. Selbst bis in die Tiefsee dringt man heute mit Grundschleppnetzen vor und zerstört unwiederbringlich einmalige Lebensräume und Lebensgemeinschaften.

Foto: George Stoyle/Marine Photobank.

Delfine fressen Fisch, Menschen auch. Schätzungsweise 3,2 Millionen Fangboote werden weltweit auf den Meeren und an den Küsten eingesetzt. Doch nur von einem Prozent dieser Boote geht der hauptsächliche Überfischungsdruck aus: 35.000 Industrieschiffe fangen über die Hälfte der weltweiten jährlichen Fangmenge im Meer und 80 Prozent des gehandelten Fischs.

70 % der Bestände kommerzieller Fischarten sind bereits überfischt oder erschöpft

Die Überfischung ist heutzutage unbestreitbar vor allem Folge der Industriefischerei und deren technischer Aufrüstung. Ihre „Fangstrategien“ sind durch den Einsatz entsprechender Techniken (Fischfinder, satellitengestützte Informationen usw.) sehr viel effektiver als die der Delfine. Und trotzdem hat all der technische Aufwand die globalen marinen Fangmengen von etwa 80 Millionen Tonnen Fisch jährlich nicht steigern können. Ist eine Art erschöpft oder überfischt, verlagert sich der Fischereidruck auf andere noch nicht erschöpfte Bestände. Viele Fischbestände sind bereits so stark dezimiert, dass eine fischereiliche Nutzung aus biologischer Sicht nicht mehr zu verantworten ist.

Laut Studien der FAO (Welternährungsorganisation) sind bereits über 70 % der Bestände kommerzieller Fischarten überfischt oder erschöpft. Die Folgen sind nicht nur für den Menschen gravierend, sondern auch für Meeressäuger, die mit dem Menschen um diese wertvolle Nahrungsressource konkurrieren. Für Delfine bedeutet dies eine Verknappung wichtiger Nahrungsressourcen. Die Meeressäuger verhungern, müssen abwandern oder auf weniger fettreiche Beutefische ausweichen, was ihren Fortpflanzungserfolg und damit die langfristige Überlebensfähigkeit verringert.

Eine besondere Gefahr für viele Arten, auch für unsere heimischen Schweinswale, stellen Stell-, Schlepp- und Treibnetze (sogenannte Kiemennetze) dar. Die feinen Netzfasern können die Delfine mit ihrem Biosonar nicht wahrnehmen. Manche dieser Netze bilden kilometerlange Barrieren, regelrechte Todesfallen für die Meeressäuger. Weltweit sterben jedes Jahr etwa 300.000 Delfine, Schweinswale und Wale als Beifang einen sinnlosen und grausamen Tod in den Netzen der industriellen Fischereiflotten (nach Schätzungen der Internationalen Walfangkommission)!

Wir zeigen Wege auf, für radikale Beifangreduzierung und nachhaltige Nutzung fischereilicher Ressourcen und optimalen Delfin- und Schweinswalschutz. Damit die Meere ein besserer Platz werden für Menschen und für Tiere.

Foto: Krzysztof E. Skora – Hel Marine Station

Die Politik versagt

Maßnahmen zur Bekämpfung der Überfischung gibt es viele, z.B. selektivere Fangtechniken, Quotenregulierung für zulässige Gesamtfangmengen, Schongebiete und Schonzeiten für gefährdete Fischarten. Diese wird seit Jahren nicht nur von Naturschutzorganisationen aus aller Welt gefordert, auch wissenschaftliche Fischereikommissionen z.B. von der EU raten zu drastischen Einschränkungen der Fischerei. Doch das Gegenteil passiert. Regionale Fischereiabkommen erweisen sich als wirkungslos und regelmäßig knickt die Politik – allen voran die EU – vor der Fischereilobby ein, erweist ihr sogar Gefälligkeiten durch Subventionen für den Ausbau von Fischfangflotten unter dem Deckmantel einer nachhaltigen Fischerei – bis der „letzte Fisch“ gefischt sein wird.

In einer großen Studie haben 14 Meeresbiologen und Wirtschaftswissenschaftler die Entwicklung der Fischbestände in den Weltmeeren über die vergangenen rund 50 Jahre analysiert. Ihr Fazit ist erschütternd: Ändert sich nichts, dann gibt es noch vor dem Jahr 2050 in den Ozeanen keinen Seefisch mehr.

Augen auf - Welcher Fisch darf auf den Tisch?

Zum Schutz von Delfinen und anderen Meeressäugetieren sollte man generell weniger Fisch essen und auf Fischarten verzichten, deren Fischerei unselektiv und mit einer hohen Beifangrate verbunden ist.

Greifen Sie unbedingt auf nachhaltig gefangene Produkte, z.B. von Friend of the Sea (FoS) oder bei Dosenthunfisch auf Produkte mit dem Label SAFE zurück.

News Fischerei

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