Delfinarium Duisburg: Delfinbaby ist Ergebnis von Inzucht
Delfin-Dame „Debbie“ wurde von einem sehr nahen Verwandten trächtig
Der Zoo Duisburg hat sein umstrittenes Zuchtprogramm fortgesetzt: Am 4. September brachte die sechsjährige Delfin-Dame „Debbie“ ein männliches Kalb zur Welt. Als Vater kommt nur einer von zwei männlichen Delfinen infrage, die jeweils in sehr enger Verwandtschaft zur Mutter stehen. Inzucht steht im absoluten Gegensatz zu der Aufgabe eines Delfinariums, eine maximale genetische Variabilität der in Gefangenschaft lebenden Tiere zu gewährleisten. Abgesehen davon lehnt die GRD sowohl Zucht als auch Gefangenhaltung in den beiden verbliebenen deutschen Delfinarien entschieden ab.
Inzucht im Delfinarium Duisburg: Wer ist der Vater?
Nach Mitteilung des Duisburger Zoos hat das sechsjährige Delfinweibchen „Debbie“ am 4. September ein männliches Kalb zur Welt gebracht, das bis dato noch ohne Namen ist. Der neugeborene Große Tümmler wog Anfang September 13,8 Kilogramm – das ist das niedrigste Gewicht aller jemals im Duisburger Zoo geborenen Delfine. Mittlerweile hat das Kalb nach Aussage des Delfinariums sein Gewicht verdoppelt und entwickelt sich arttypisch. Diese Informationen sind auch deshalb relevant, da das Kalb ein Ergebnis von Inzucht ist. Denn in den Becken des Duisburger Delfinariums befanden sich zum Zeitpunkt der Zeugung lediglich zwei männliche Delfine: „Ivo“, Vater von „Debbie“, und ihr Halbbruder „Dobbie“. Eine Blutprobe soll klären, wer Vater des Neugeborenen ist.
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Delfin-Dame “Debbie” mit Nachwuchs.
Wurde der Zoo von „Debbies“ Frühreife überrascht?
Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) erklärt der Zoo, dass zu keiner Zeit ersichtlich gewesen sei, „dass Debbie schon einen funktionalen Zyklus hatte“. Tatsächlich tritt die Geschlechtsreife bei Großen Tümmlern in der Regel erst mit acht Jahren ein – „Debbie“ ist in ihrem fünften Lebensjahr trächtig geworden. Dies ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass das neue Delfinbaby ein Ergebnis von Inzucht ist.
Eine Inzucht bei Delfinen muss nicht zwingend Krankheiten oder schädliche Mutationen nach sich ziehen. Ganz generell ist es aber so, dass Inzucht die genetische Vielfalt einer Population verringert. Durch diesen Verlust an Vielfalt sind sie vulnerabler gegenüber Umweltbedingungen.
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Wer Vater des Delfinbabys ist, wurde noch nicht bekanntgegeben.
Erfolglose Zucht in deutschen Delfinarien
Laut europäischem Erhaltungszuchtprogramm, einem zooübergreifenden Projekt zur gezielten und koordinierten Zucht von in Zoos gehaltenen Tierarten, genießt die Aufrechterhaltung eines optimalen Genpools hohe Priorität. Inzucht ist demzufolge zu vermeiden – dies ist mit der Geburt des jungen Delfins komplett fehlgeschlagen.
Dass überhaupt in deutschen Delfinarien Delfinbabys geboren werden, kritisieren wir seit vielen Jahren, da die Zucht nicht erfolgreich ist. „Die vielen Todesraten der jungen Baby-Delfine, also die nicht nachhaltigen Zuchtversuche der beiden letzten Delfinarien Deutschlands in der Vergangenheit, sind ein eindeutiges Indiz, dass die Tiere unter Bedingungen leben, die nicht ihren Erhaltungsbedürfnissen entsprechen“, erläuterte Verena Platt-Till, Diplom-Biologin der GRD, bereits nach der Wiederaufnahme des Zuchtprogramms in der Nürnberger Delfinlagune vor einem Jahr.
Eine Gefangenhaltung von Delfinen und deren Zucht lehnt die GRD nach wie vor entschieden ab!
Fotos: Zoo Duisburg
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