Unterwasser Delfin-„OP“ vor Hawaii

Sozialverhalten

Verletzter Delfin sucht Hilfe bei Tauchern

Sensationelle Unterwasser Delfin-"OP" vor Hawaii

Der Delfin kam aus dem tiefen Blau des Ozeans, war plötzlich da, verletzt und in seinen Bewegungen behindert durch eine um den Flipper geschnürte Angelschnur. Er suchte Hilfe. Was eine Gruppe von Tauchern vor der Küste von Hawaii erlebte, verschlägt einem die Sprache. Gäbe es nicht ein Video darüber, niemand würde diese Geschichte glauben:

Ein wilder Großer Tümmler sucht von sich aus die Nähe von Menschen, in der Hoffnung, dass diese Unterwasserwesen ihn von seiner gefährlichen Verhedderung mit einer Angelschnur und einem tief im Fleisch sitzenden Angelhaken befreien können!

Es geschah am 11. Januar 2013 während eines Nachttauchgangs von „Ocean Wings Hawaii“ zur Beobachtung von Manta-Rochen vor der Küste von Kona auf Big Island (Hawaii). Die Unterwasserbegegnung mit den friedlichen Riesen-Rochen war eigentlich schon spektakulär genug, als plötzlich ein Großer Tümmler durch die Mantas hindurch auf die Taucher zu schwamm. Das Tier war offensichtlich verletzt und in seinen Bewegungen durch irgendwas behindert. Als der Delfin nah genug herangekommen war, sahen die Taucher, dass sich eine Angelleine mit Haken in seiner linken Brustflosse verheddert hatte.

Die Körpersprache des Delfins war eindeutig ein Hilferuf

Die Menschen interpretierten das Verhalten des Tieres als Hilferuf und nichts anderes wird es wohl gewesen sein. Die Körpersprache des Tieres ist wie die an den Menschen gerichtete Frage: „Kannst du mir helfen?“.

Die Taucher entscheiden, den Delfin in einer schwierigen „Unterwasseroperation“ von Schnur und Haken zu befreien. Und tatsächlich, der Tümmler reagiert auf das Hilfsangebot, kommt einem der Taucher ganz nahe, dreht sich langsam mit seinem verletzten Flipper zu ihm hin. Und es ist wirklich erstaunlich, mit welcher Geduld und Ruhe das verletzte Wildtier es zulässt, dass ein Mensch an seinem Flipper hantiert. Er toleriert sogar, dass der Taucher schließlich ein Werkzeug, ein Multitool, zu Hilfe nimmt, um die hartnäckig festsitzende Angelschur loszuschneiden. Er weiß, dass keine Gefahr droht, dass ihm hier geholfen wird, und richtet sein Verhalten entsprechend aus, bleibt ganz ruhig und dreht sich immer wieder mit dem verletzten Flipper eng zu seinem „Chirurgen“ hin.

Nach einem zwischenzeitlichen Luftholen kehrt das Tier zurück, wohl wissend, dass die Schnur noch nicht vollständig entfernt und die „Operation“ noch nicht beendet ist. Und dann, nach einem letzten kurzen Abschiedsgruß, verschwindet er in den Weiten des Ozeans vor Hawaii.

Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Zu seinem Glück traf der Tümmler auf eine Gruppe sehr erfahrener Taucher, die die schwierige Unterwasseroperation mit der notwendigen Ruhe und taucherischen Professionalität durchführen konnten. „Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt die Leiterin des Tauchgangs Martina S. Wing, von „Ocean Wings Hawaii“, die das Video über die Unterwasser-OP bei Youtube einstellte. Was die Tauchergruppe erlebte, ist eine extrem ungewöhnliche Tierbegegnung. Verletze Wildtiere, insbesondere Raubtiere, reagieren normalerweise aggressiv, sind völlig unberechenbar oder meiden noch mehr als sonst den Kontakt mit Menschen.

Delfine als "nichtmenschliche" Personen anerkennen

Die sensationellen und einmaligen Aufnahmen belegen einmal mehr die ausgeprägte Intelligenz und die Fähigkeit zur Empathie bei diesen Meeressäugern. Delfine haben ein Bewusstsein und – wie wir Menschen – die Fähigkeit, sich ihrerseits in die Bewusstseinsvorgänge und die Gedankenwelt anderer intelligenter Lebewesen hineinzuversetzen. Deshalb fordern Wissenschaftler und Delfinschützer, diesen ganz besonderen Tieren den Status von „nichtmenschlichen Personen“ zuzusprechen, und plädieren für eine eigene „Delfin-Ethik“.
Foto oben: P.Dethmann

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