Marinemanöver in Südafrika: Raketenabschüsse im Revier der Bleifarbenen Delfine

von | 23. Februar 2023 | News - Südafrika

Russland, China und Südafrika testen ihre Kriegsschiffe derzeit direkt vor Richards Bay, wo die vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine leben.

Bereits am 17. Februar hat jenes zehntägige Marinemanöver begonnen, für das Kriegsschiffe aus Russland, China und Südafrika zusammengezogen wurden. Der durch die Düsenjäger und durch den Abschuss der Raketen verursachte Lärm ist ohrenbetäubend. Nichtsdestotrotz verharren die Delfine nach Aussage unserer Projektpartnerin vor Ort.

"Der Lärm an der Oberfläche war sehr laut."

Das Video, das uns Humpback Dolphin Research (HDR) vor zwei Tagen zugespielt hat, ist zweifellos angsteinflößend: Im Sekundentakt werden von einem Kriegsschiff aus Raketen abgeschossen. Der Lärm ist ohrenbetäubend – die Projektile zischen wie Blitze durch die Dunkelheit. Und obwohl das Manöver unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll, sind die gemeinsamen Übungen der russischen, chinesischen und südafrikanischen Streitkräfte von Land aus quasi live mitzuverfolgen.

„Sie schossen in nördlicher Richtung. Der Lärm an der Oberfläche war sehr laut. Das letzte Schiff schoss Raketen ab, die etwa sechs Kilometer entfernt auf der Wasseroberfläche detonierten. Ich glaube, das war das schlimmste Geräusch“, schildert Roger aus dem HDR-Team das Szenario.

Die Raketenabschüsse im Rahmen des Marinemanövers sind von Land aus gut zu beobachten.

Delfine ziehen nicht ab

Welche Auswirkungen Raketenabschüsse und Detonationen auf die Meeresbewohner, speziell auf die vor Richards Bay lebenden Bleifarbenen Delfine haben, lässt sich nur erahnen. Es wäre anzunehmen, dass sie vor dem Bombardement flüchten, doch Projektleiterin Shanan Atkins machte eine andere Beobachtung:

Der gewaltige, durch Düsenjäger erzeugte Lärm schreckte die vom Aussterben bedrohten Tiere nicht ab, vielmehr waren sie von der Delfin-Beobachtungsplattform aus weiterhin zu sehen. Nichtsdestotrotz muss der durch das Manöver erzeugte Unterwasserlärm für die mit einem sensiblen Echolot-Ortungssystem ausgestatteten Meeressäuger extrem belastend sein.

Facebook

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Facebook.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Ein an dem Marine-Manöver teilnehmendes südafrikanisches Kriegsschiff.

Auswirkungen auf HDR-Hydrophon und Hainetze

Auch auf die Arbeit unserer ProjektpartnerInnen haben die Kriegsspiele Auswirkungen: Das Militär verlangte, dass das Hydrophon, mit dem rund um die Uhr Laute von Delfinen und den regelmäßig hier vorbeiziehenden Buckelwalen aufgezeichnet werden, aus dem Wasser genommen werden muss. Gleiches galt für alle Hainetze, die vor den Stränden von Richards Bay installiert sind.

Foto: Pixbay; Video: HDR

l

Weitere Artikel

Webcam in Richards Bay funktioniert wieder

Seit Montag, 12. Dezember, gibt es wieder die Möglichkeit, Delfine und Wale über PC, Tablet oder Handy zu beobachten, denn unsere Projektpartner:innen von Humpback Dolphin Research in Südafrika haben eine neue Webcam live geschaltet.

weiterlesen

Außergewöhnlicher Besuch in Richards Bay

Eine ganz besondere Sichtung erlebten unsere Kooperationspartner:innen von Humpback Dolphin Research (HDR) jüngst in Richards Bay. Nicht nur Buckeldelfine, Große Tümmler und Buckelwale konnten von der Beobachtungsplattform in Augenschein genommen werden, auch Südliche Glattwale statteten der Küste in KwaZulu-Natal einen Besuch ab. Projektleiterin und Biologin Shanan Atkins berichtet zudem über Fortschritte bei der Lösung der Hainetz-Problematik, bei der Delfinen als Beifang getötet werden.

weiterlesen

Gebrochene Schnauzen bei Buckeldelfinen

In Südafrika zählen Buckeldelfine zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäugern. Es gibt noch etwa 500 von ihnen. Als wäre dieser Umstand nicht schon Grund genug zur
Besorgnis, haben Forscher:innen in den vergangenen Jahren vermehrt Buckeldelfine mit abnormalen Schnauzen beobachtet. Was steckt dahinter?

weiterlesen

 

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE09 3702 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33XXX

 

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!