US-Golfküste: Führte ein milliardenschweres Projekt 2019 zum Tod hunderter Delfine?
Wasser-Umleitungsprojekt an der Golfküste könnte Tod von Delfinen nach sich ziehen
Delfin-Tod an der Golfküste: Eine Strandung von 337 Delfinen im Mississippi-Delta im Jahr 2019 ist derzeit Thema in den US-Medien. In diesem Kontext behauptet eine ehemalige Forscherin für Meerestiere der Regierung von Louisiana, dass ein neues Wasserumleitungssystem zu dem tödlichen Unglück führte.
Die Forscherin Mandy Tumlin arbeitete von 2005 bis 2019 als Koordinatorin für das Stranden von Meeressäugern beim Louisiana Department of Wildlife and Fisheries. Im letzten Jahr ihrer Tätigkeit – bevor sie eigenen Angaben zufolge entlassen wurde – machte die Forscherin sie darauf aufmerksam, wie der „Bonnet Carre Spillway“ – ein Notfallsystem, das Wasser vom Mississippi in den Lake Pontchartrain umleitet – ein Massensterben von 337 Delfinen verursachte. Wie genau kam es zum Tod der Delfine?
Den Berichten des Louisiana Illuminator und der New York Post zufolge war der Überlauf insgesamt 118 Tage lang geöffnet und führte zu einem gefährlichen Zufluss von Süßwasser in den Golf von Mexiko. Der plötzliche und reichliche Zustrom von Süßwasser habe bei den Delfinen Verletzungen verursacht, welche die Tiere anfälliger für Infektionen machten. Strandungen und Todesfälle waren die Folge.
Delfin-Tod: Heimat von 5.000 Großen Tümmlern an der Golfküste in Gefahr
Durch das Veröffentlichen der Informationen über den „Bonnet Carre Spillway“ verhinderte Mandy Tumlin Medieninformationen zufolge den 1,4-Milliarden-Dollar-Plan des Staates, das erodierende Delta wieder aufzubauen, indem der Sedimentfluss des Mississippi umgeleitet wurde. Gemäß einer Einschätzung der Marine Mammal Commission könnte das Umleitungsprojekt ein „funktionales Aussterben“ von Delfin-Populationen in zwei Gebieten an der Golfküste verursachen, in denen Große Tümmler beheimatet sind. Deren Tod gilt es mit aller Macht zu verhindern.
Im Mississippi und seinen umliegenden Gewässern sollen Schätzungen zufolge 5.000 Delfine beheimatet sein.
Screenshot: UPI.com aus 2019
Weitere Artikel
Pipi-Alarm: Amazonas-Delfine senden Botschaften per Urinstrahl
Der Boto, auch als Amazonas-Flussdelfin bekannt, zählt zu den außergewöhnlichsten Delfinarten der Welt, was er unlängst einmal mehr unter Beweis gestellt hat: Forschende beobachteten mehrfach, wie männliche Tiere gezielt Urin in die Luft spritzen. Das ungewöhnliche Verhalten tritt offenbar regelmäßig auf und könnte Teil ihrer sozialen Kommunikation sein. Möglicherweise übermitteln die Delfine ihren Artgenossen auf diese Weise Informationen über ihre Identität, ihren Gesundheitszustand oder ihren sozialen Status.
weiterlesenSchwarzes Meer: Lösen Kriegsschiffe das Delfinsterben aus?
Überproportional viele Delfine sind seit Kriegsbeginn an der Schwarzmeerküste gestrandet. Auch bei den Schweinswalen ist die Zahl der Totfunde deutlich gestiegen. Besteht ein Zusammenhang mit den militärischen Aktivitäten von Kriegsschiffen vor der Küste der Ukraine und dem Delfinsterben?
weiterlesenUpdate zum Delfin-Massaker auf den Färöer-Inseln
Das Abschlachten von 1428 Weißseitendelfinen auf den Färöer-Inseln hat 2021 weltweit große Empörung hervorgerufen. Wie reagieren die Färinger auf die Kritik? Gibt es ein Umdenken seitens der Politik? Und welche Aktionen wurden hierzulande gestartet, um gegen Grinds zu protestieren? Auf dieser Seite, die regelmäßig aktualisiert wird, geben wir einen Überblick.
weiterlesen
