Die blutige Jagdsaison in Taiji endet vorerst – das Millionengeschäft geht weiter

von | 6. März 2025 | News - Delfinarien

297 Delfine geschlachtet, 93 Delfine in Gefangenschaft

Sechs Monate lang wurden hunderte Delfine brutal gejagt, getötet oder sie werden künftig für die Delfinarienindustrie versklavt. Besonders begehrt: Große Tümmler, die für bis zu 130.000 Dollar pro Tier verkauft werden. Während die Fischer nur einen Bruchteil verdienen, profitieren vor allem die Delfinhändler, die über die Jahre mit Delfinen zig Millionen Dollar umsetzen.

 

Delfinjagd in Taiji

Die Bucht von Taiji ist berühmt berüchtigt, aufgrund ihrer jährlich stattfindenden Delfinjagd.

Am 1. März endete die diesjährige Jagdsaison in Taiji. Ein halbes Jahr lang trieben Fischer mit ihren Booten unzählige Delfine in die Bucht der japanischen Stadt – um sie entweder zu schlachten oder einzusperren und anschließend an die Delfinarienindustrie zu verkaufen.

Exemplarisch: Am letzten Tag der Jagd, dem 28. Februar, war es erneut eine Schule von rund 100 Großen Tümmlern, welche von japanischen Fischern ins Visier genommen wurden. Beobachter von Dolphin Project berichten, dass die Tiere in Panik gerieten, als sie in extrem seichtes Wasser zusammengetrieben wurden – und dort buchstäblich übereinander schwimmen mussten. Einige Delfine wurden von Tauchern brutal gepackt, zum wartenden Boot gezerrt, gegen die Bordwand gedrückt und schließlich in Netze gezwungen, um anschließend inspiziert zu werden. Am Ende wurde die Gruppe fast vollständig freigelassen – bis auf fünf Große Tümmler, auf die nun ein leidvolles Leben in Gefangenschaft wartet.

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Ein äußerst lukratives Geschäft – auf Kosten der Delfine

In der abgelaufenen Saison 2024/2025 verkauften die Fischer insgesamt 93 Delfine an örtliche Delfinhändler. Nach Angaben der Organisation Life Investigation Agency (LIA) erhalten die Jäger für jedes Tier zwischen 7.500 und 11.000 Dollar – ein sehr lukratives Geschäft. Zum Vergleich: Delfine, die für den Fleischkonsum getötet werden (297 Tiere verloren in den vergangenen Monaten ihr Leben, in den vergangenen 25 Jahren waren es rund 25.000), bringen den Fischern nur einen Bruchteil dieser Summe ein.

Das große Geld machen jedoch nicht die Fischer, sondern die Delfinhändler – beispielsweise das Taiji Whale Museum. Anhand von Dokumenten der Stadt Taiji, die Verkäufe, Exporte und Bestände lebender Delfine auflisten, konnte LIA vor Kurzem zahlreiche Transaktionen nachverfolgen. So verkaufte das Museum (über einen nicht näher benannten Zeitraum) mindestens 73 Delfine an Unternehmen, die unter anderem Freizeitparks in China betreiben. Die gehandelten Arten umfassen Große Tümmler, Rundkopfdelfine, Pazifische Weißstreifendelfine, Rauzahndelfine und weitere. Der Preis pro Tier lag je nach Art, Alter, Geschlecht und Trainingsstand zwischen 30.000 und rund 130.000 Dollar. Besonders wertvoll sind Große Tümmler – und genau deshalb werden sie bei der Jagd in Taiji bevorzugt für die Gefangenschaft selektiert. In diesem Jahr waren es 89 von insgesamt 93 gefangenen Delfinen.

Dieses Schicksal erwartet Delfine in Gefangenschaft: Ein leidvolles Leben in kleinen Becken und die Zurschaustellung zum Amüsement des zahlenden Publikums.

40 Millionen Dollar für 319 Delfine

Setzt man den Höchstpreis von 130.000 Dollar an, ergibt sich für die Delfinhändler allein in den vergangenen fünf Jahren ein Umsatz von 41,5 Millionen Dollar durch den Verkauf von 319 Großen Tümmlern, die in diesem Zeitraum gefangen wurden. Dem stehen Ausgaben von rund 3,5 Millionen Dollar für die Fischer gegenüber – eine vergleichsweise geringe Summe. Berücksichtigt man zudem, dass ein einzelner Großer Tümmler in einem Delfinarium über seine Lebenszeit Einnahmen von mehreren Hunderttausend Dollar generieren kann, wird die Dimension dieses lukrativen Multimillionen-Dollar-Geschäfts offensichtlich – ein Geschäft, bei dem sich wenige auf Kosten der Delfine massiv bereichern.

Stoppt die grausame Delfinjagd in Japan

  • Um gegen die grausame Delfinjagd in Taiji vorzugehen bzw. den eigenen Protest zu äußern, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Auf unserer Website haben wir ein Schreiben mit dem Titel „Stoppt die Delfin-Massaker!“ vorbereitet, das an den japanischen Botschafter adressiert ist. Bitte leitet diesen Protestaufruf nach dem Absenden auch an eure Familie, Freunde und Bekannte weiter.
  • Unterschreibt Petitionen gegen die Delfinjagd wie beispielsweise vom International Marine Mammal Project aus Kalifornien.
  • Eigentlich selbstverständlich, aber auch an dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass der Besuch von Delfinarien und Aquaparks wie etwa SeaWorld ein No-Go darstellt. Nicht nur werden die Tiere hier unter unwürdigen Bedingungen gehalten, gezüchtet und zur Bespaßung des Publikums missbraucht, auch bedienen sich viele dieser Einrichtungen an den in Taiji gefangenen Delfinen. Würden alle Delfinarien auf der Erde geschlossen werden, könnten wir den japanischen Fischer ihren Absatzmarkt in Windeseile eliminieren.

 

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