Geldgier als Motivation: Die Delfinjagd in Taiji beginnt
Skrupellose Jagd auf Delfine in der japanischen Blutbucht von Taiji
Taiji: Am 1. September startet in dem japanischen Fischerort die alljährliche brutale Jagd auf Delfine. Bis März 2023 dürfen insgesamt 1849 Tiere – so die aktuelle Quote – in der Bucht von Taiji zusammengetrieben werden. Unter dem Deckmantel der Tradition hat sich längst der Handel mit lebenden Delfinen als äußerst lukrative Einnahmequelle etabliert. Denn: Die unstillbare Nachfrage von Delfinarien, vor allem aus China, beschert den Fischern immense Gewinne auf Kosten der intelligenten Meeressäuger.
Auf 1849 Meeressäuger wartet ein grausames Schicksal
298 Große Tümmler, 450 Streifendelfine, 300 Melonenkopfwale, 251 Rundkopfdelfine, 101 Pilotwale, 100 Weißseitendelfine, 49 Kleine Schwertwale, 280 Schlankdelfine und 20 Rauzahndelfine stehen auf dem diesjährigen Schlachtplan der Isana Fishermen’s Association – gebilligt von der japanischen Regierung. Und so gehen die Schlächter vor:
- In den kommenden Wochen werden die Fischer hinaus aufs Meer fahren, um die Delfine ausfindig zu machen.
- Den Orientierungssinn der Meeressäuger werden sie durch das Schlagen mit Metallstangen knapp überhalb der Wasseroberfläche oder auf die Seitenwände ihrer Boote deaktivieren und die Tiere anschließend für den Tötungsprozess in die berühmt-berüchtigte Bucht von Taiji treiben.
- Nachdem die Meeressäuger hier gefangen wurden, erhalten sie einen Stoß mit einer Harpune. Anschließend wird die Klinge herausgezogen und die Wunde mit einem Korken verschlossen. Auf diese Weise verbluten die Delfine innerlich.
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Tod oder lebendig: Was ist ein einzelner Delfin wert?
Die japanische Fischereibehörde wird nicht müde zu argumentieren, dass diese Art der marinen Nahrungsmittelversorgung Teil der japanischen Tradition sei. Schließlich werde das Delfinfleisch vor Ort verteilt und kommt zudem in der Präfektur Wakayama in den Verkauf. Dieser Mythos des japanischen „Nahrungsmittelerbes“ lässt sich heute allein deshalb nicht mehr aufrechterhalten, da immer mehr Einwohner um das stark mit Giftstoffen wie Quecksilber belastete Fleisch der Delfine wissen und die Nachfrage in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist. Dafür boomt das Geschäft mit dem Export lebender Tiere, vor allem nach China. Jungtiere – insbesondere Weibchen – werden hierfür in der Bucht von Taiji aussortiert und mittels Netzen gefangen, um sie der internationalen Delfinarienindustrie feilzubieten.
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In Taiji werden immer mehr Delfine lebendig gefangen und anschließend dressiert. Auf diese Weise können der Delfinarienindustrie höhere Preis abverlangt werden.
Für die Stadt Taiji ist dieser Geschäftszweig der weitaus lukrativere. Während der Verkauf des Fleisches eines Delfins auf dem Markt rund 500 Euro einbringt, werden für lebende Tiere mehr als 50.000 Euro erzielt. Sind die Delfine trainiert, haben sie auf dem „Weltmarkt“ einen Wert von über 150.000 Euro. Für Taiji ist dieser Handelszweig somit eine willkommene Einnahmequelle. Gleichzeitig wird damit die halbjährliche Delfinjagd subventioniert, die ohne den Export lebender Tiere wohl längst zum Erliegen gekommen wäre. Mit Tradition hat dieses Szenario freilich nichts gemein.
Wohin werden die Taiji-Delfine verschifft?
In den vergangenen 20 Jahren hat die Delfinarienindustrie in China rund 1.000 Delfine geordert. In der Volksrepublik sprießen neue Aqua-Themenparks nach wie vor wie Pilze aus dem Boden, was den Handel mit Taiji enorm befeuert. Seit 2016 öffneten über 30 neue Anlagen; landesweit existieren mittlerweile 80 bis 90 Aqua-Parks. Nicht nur Delfine werden hier zur Bespaßung des Publikums darauf dressiert, durch Ringe zu springen, Bälle zu balancieren oder Schlauchboote mit Kindern durchs Becken zu ziehen, auch immer mehr Orcas müssen dieses Schicksal teilen. Wie in der Dokumentation „Blackfish 2“ zu sehen, müssen insgesamt 15 Schwertwale (Stand 2021) ihr Dasein in den viel zu engen Tanks drei chinesischer Delfinarien fristen. Und jährlich werden es mehr, weil gerade die chinesische Mittelschicht die Nachfrage nach neuen Aqua-Parks mit Delfinen, Belugas und Orcas unablässig schürt.
Szene aus dem Dokumentarfilm “Blackfish 2”: In einem chinesischen Aqua-Park werden Kinder in Schlachboote gesetzt, die anschließend von Delfinen durchs Becken gezogen werden.
Das könnt ihr tun: Schickt ein Protestschreiben an den japanischen Botschafter
Um euren Protest gegen die Delfinschlachtungen in Taiji Ausdruck zu geben, haben wir ein Schreiben mit dem Titel „Stoppt die Delfin-Massaker!“ vorbereitet, das an den japanischen Botschafter adressiert ist. Bitte leitet diesen Protestaufruf nach dem Absenden auch an eure Familie, Freunde und Bekannte weiter. Jede Stimme, jeder Protest, jede Info-Mail zählt!
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