Geisternetzbergungen: GRD-Workshops an neuem Standort und in höherer Frequenz
Tauch-Workshops zur Bergung von Geisternetzen stoßen auf großes Interesse
Das nötige Fachwissen für Bergungsaktionen von Fischerei-Altlasten vermittelt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) seit 2022 in einem zweitägigen Workshop. Künftig wird diese Tauchausbildung in Theorie und Praxis nicht mehr nur auf Rügen, sondern auch an einem zentraleren Standort in Deutschland angeboten. Darüber hinaus steigert die GRD aufgrund der hohen Nachfrage seitens der Taucher:innen die Frequenz der angebotenen Workshops.
Wissensvermittlung, um Zustand der Gewässer zu verbessern
Erfahrene Taucher:innen in die komplexen Abläufe einer Geisternetzbergung einzuführen – das ist die primäre Zielsetzung des vor zwei Jahren eingeführten Workshop-Formats der GRD. Jede Altlast, die von engagierten Taucher:innen aus den Ozeanen, aus Flüssen oder Binnenseen geborgen und fachgerecht entsorgt wird, verbessert den Zustand der Gewässer. Ganz egal ob es sich um Netzteile, Plastikmüll oder ähnlichen Unrat handelt, jede Bergung hat positive Auswirkungen.
GRD-Kooperationspartner und Geisternetz-Experte Wolfgang Frank aus Prora (Rügen) gab sein Wissen bis dato in drei Veranstaltungen an 19 Workshop-Teilnehmer weiter – viele neue Bewerber stehen nun auf der Warteliste. Um diese baldmöglichst zu schulen, werden ab Mitte September zusätzliche Veranstaltungen im östlichen Niedersachsen angeboten. Veranstaltungsort ist der Tankumsee bei Gifhorn, wo die langjährigen GRD-Geisternetztaucher Wolfgang Düfer und Susanne Bordin die Workshops organisieren und leiten werden.
Veranstaltungsort: Der Workshop findet am Tankumsee bei Gifhorn statt; für die Theorie wird das Vereinsheim des Tauch-Club HiBARU e.V. genutzt. (Fotos: Susanne Bordin)
Die ersten Workshop-Termine am Tankumsee stehen fest
Die erste Veranstaltung an dem künstlich geschaffenen See mit einer maximalen Tiefe von knapp 17 Metern findet vom 21. bis 22. September statt, ein zweiter Workshop ist vom 12. bis 13. Oktober vorgesehen. Analog zu den bisherigen Ausbildungen auf Rügen stehen im theoretischen Teil zunächst Aspekte wie die Wissensvermittlung über Netzarten und -strukturen, die Kommunikation und das Arbeiten unter Wasser sowie die potenziellen Gefahren einer Bergungsaktion im Fokus. Bei den anschließenden Trockenübungen wird besonderer Wert daraufgelegt, den Ablauf einer Netzbergung einzuüben. Die Teilnehmer werden mit verschiedenen Werkzeugen vertraut gemacht, um Netze, Tampen und Stahlseile zu schneiden.
Am zweiten Tag des Geisternetz-Workshops wird das erlernte Wissen in die Praxis umgesetzt. In fünf bis sieben Metern Tiefe des Tankumsees müssen zuvor platzierte Schleppnetze gefunden, mit Hebesäcken angehoben und schließlich mit Messern sowie anderen Schneidwerkzeugen vom Grund des Sees gelöst und an Land gebracht werden.
Hier können sich Taucher:innen für den Workshop bewerben
Interessierte Taucher:innen, die mindestens 60 Tauchgänge absolviert haben, können sich über ein Kontaktformular (siehe unten) für einen Workshop bewerben. Die Unkostenpauschale beträgt 120 Euro; Kost und Logis sind nicht inkludiert. Nach Abschluss der Veranstaltung erhalten alle Teilnehmer:innen eine Urkunde, welche die erfolgreiche Teilnahme am GRD-Workshop dokumentiert.
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