Tragischer Delfin-Unfall im mexikanischen Hotel-Pool

von | 6. Februar 2025 | News - Delfinarien

Das Barceló Maya Grand Resort hat die kleinsten Delfinbecken in Lateinamerika

Ein verstörendes Video zeigt den Moment, in dem ein Delfin während einer Show im Barceló Maya Grand Resort in Mexiko aus dem Wasser springt und mit voller Wucht auf den Betonrand zwischen zwei Becken aufschlägt. Der Vorfall sorgt weltweit für Entsetzen und rückt die grausamen Bedingungen in Delfinarien einmal mehr in den Fokus.

Delfin bleibt nach Sturz regungslos liegen

Ein Hotelgast hielt die schockierende Szene mit seinem Handy fest: Mehrere Delfine springen synchron aus dem Wasser – eine einstudierte Choreografie für die Zuschauer. Doch plötzlich verfehlt einer von ihnen das Ziel. Er kracht auf einen schmalen Betonstreifen, der zwei Becken trennt. Der Delfin bleibt regungslos liegen.

Laut Berichten handelte es sich bei dem Tier um den Delfin „Plata“. Die Pfleger und einige der anderen Delfine tauchen auf, als das Video endet. Der Vorfall soll sich im Januar 2025 ereignet haben. Der Gast, der diese Aufnahmen machte, spielte das Video der Organisation UrgentSeas zu und möchte anonym bleiben. „Obwohl wir es nicht bestätigen können, wurde uns mitgeteilt, dass der Delfin infolge dieser schockierenden und unnötigen Verletzung gestorben ist“, teilt UrgentSeas auf Instagram mit.

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Im Video: Während einer Show landet ein Delfin hart auf der Betonumrandung des Beckens. 
Dieses Video wurde UrgentSeas zur Verfügung gestellt. 
Warnung: Dieses Video enthält Inhalte, die für manche Zuschauer verstörend sein könnten.

 

„Platas“ Tod war kein Unfall, sondern ein Systemversagen

Die GRD hat zu den Geschehnissen in Mexiko und zu Delfinarien im Allgemeinen einen klaren Standpunkt: „Platas Tod ist kein Zufall, sondern das vorhersehbare Ergebnis eines Systems, das intelligente Meeressäuger ihrer Natur und ihres Lebens beraubt. Diese Tragödie enthüllt die ganze grausame Wahrheit hinter Delfin-Aufführungen. Es ist eine Welt, in der Delfine nicht nur zu Show-Clowns degradiert, sondern regelrecht ins Unglück getrieben werden. Zudem sind die Darbietungen alles andere als lehrreich, wie seitens der Delfinarien-Industrie behauptet wird. Nämlich das Ergebnis harter Trainingsmethoden, die Delfine dazu zwingen, unter künstlichen Bedingungen viel zu gefährliche Sprünge und Tricks auszuführen.“

Barceló-Delfinarium: Winzige Becken und unzureichende Bedingungen

Das Delfinarium im Barceló Maya Grand Resort steht seit Langem in der Kritik. Es gilt als eines der kleinsten Delfinarien in Lateinamerika – ein Zustand, der für die Tiere enormen Stress bedeutet. Wenige Tage vor dem Unfall veröffentlichte UrgentSeas Drohnenaufnahmen, welche die trostlosen Bedingungen in der Anlage dokumentieren. Die Bilder zeigen: kein Schutz vor der sengenden Sonne, winzige Becken, keine Rückzugsmöglichkeiten. (Lesetipp: Gran Bahia Principe Tulum Hotel  – TUI und DER Touristik reagieren – Delfinarium in Mexiko schließt)

Das Barceló Maya Grand Resort – zur Barceló Hotel Group gehörend, die u.a. mit der deutschen Hotelgesellschaft Dorint kooperiert – vermarktet die Tiere nicht nur im Rahmen von Shows, sondern bietet ebenfalls „Schwimmen mit Delfinen“ an. Zusätzlich zu „Platas“ Unfall haben Tierschützer von Dolphin Freedom MX berichtet, dass in jüngster Vergangenheit bereits zwei weitere Delfine in den Becken des Resorts gestorben seien. Die mexikanische Umweltbehörde Procuraduría Federal de Protección al Ambiente (Profepa) hat Ermittlungen aufgenommen. Für die betroffenen Delfine kommt dies jedoch zu spät.

Wachsende Proteste und Boykottaufrufe gegen das Hotel

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Bereits Ende Januar organisierte Dolphin Freedom MX weltweite Proteste gegen die Delfinhaltung der Barceló-Kette. Demonstrationen fanden nicht nur vor angeschlossenen Hotels statt, sondern auch vor der Konzernzentrale in Barcelona. Die GRD teilte den Aufruf über Facebook und unterstützt die Kampagne.

Auch auf Social Media wächst der Druck: Die Kommentarspalten von Barceló werden aktuell mit Boykottaufrufen überflutet. Seitens des Managements scheint es indes keinerlei Entschuldigung für den tragischen Unfall im Show-Becken zu geben. Stattdessen läuft das Geschäft mit den Delfinen weiter: Das „Schwimmen mit Delfinen“ wird nach wie vor ab 66 Dollar angeboten. Auch große Reiseanbieter wie TUI und Expedia vermarkten das Resort weiterhin und unterstützen damit eine Form des Entertainments, für das die Delfine den höchsten Preis zahlen – ihre Freiheit und ihr Leben.

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