Sichten statt stören: So können Urlaubsgäste zum Schutz der Adria-Delfine beitragen

von | 11. März 2026 | News - Kroatien

Wer Delfine vor Kroatien sieht, kann mit wenigen Klicks wertvolle Daten für die Forschung liefern

Zum Start der Urlaubssaison 2026 ruft die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) Adria-Reisende dazu auf, Delfinsichtungen vor der kroatischen Küste per App zu melden und sich bei Sichtungen an tierfreundliche Verhaltensregeln zu halten. Auf diese Weise können Reisende als Bürgerforschende aktiv zum Schutz der gefährdeten Großer Tümmler beitragen.

Unvergessliche Begegnungen – doch die Delfine sind selten geworden

Glitzerndes Wasser, eine leichte Brise und plötzlich eine Finne im klaren Blau! Begegnungen mit Delfinen gehören zu den unvergesslichen Momenten eines Adria-Urlaubs. Doch was viele Urlauberinnen und Urlauber nicht wissen: Von den einst mehreren Tausend Delfinen, die bis in die 1960er-Jahre in der kroatischen Adria lebten, sind heute nur noch etwa 250 bis 300 Große Tümmler geblieben. Jede Sichtung liefert deshalb wertvolle Hinweise für die Wissenschaft.

Die Forschung wird von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. mit einer speziell entwickelten Sichtungs-App des Schutzprojektes „Rettung der letzten Adria-Delfine“ unterstützt. Reisende können ihre Beobachtungen direkt vom Boot, vom Kajak oder vom Ufer aus melden, inklusive Position, Uhrzeit, Anzahl der Tiere und beobachtetem Verhalten, idealerweise ergänzt durch Fotos oder Videos. „Jede gemeldete Sichtung hilft uns, die Verbreitung der Delfine besser zu verstehen, sensible Lebensräume zu identifizieren und gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln“, erklärt GRD-Mitarbeiter Mathias Hansen. Die gesammelten Daten werden an die Internationale Walfangkommission (IWC) übermittelt und dort wissenschaftlich ausgewertet. Seit Jahren liefern sie zusammen mit weiteren Erhebungen wichtige Erkenntnisse über Bestand, Verbreitung und Verhalten der Meeressäuger vor Kroatien.

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Adria-Sichtungen (Dauer, Anzahl der Tiere, besondere Verhaltensweisen, usw.) des vergangenen Jahres.

Letzte Adria-Delfine unter Druck

Seit über 25 Jahren setzt sich die Delfinschutzorganisation aus München zusammen mit ihren kroatischen Partner:innen von der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb im Rahmen des Schutzprojektes für die letzten Adria-Delfine ein. Neben Fischerei und Beifang stellt insbesondere der zunehmende Schiffsverkehr eine Gefahr dar. Problematisch sind zudem rücksichtslose Delfinbeobachtungstouren: Werden die Delfine verfolgt oder von mehreren Booten gleichzeitig umringt, bedeutet dies für die Tiere erheblichen Stress. Propeller können überdies schwere Verletzungen verursachen. Die GRD setzt sich daher nicht nur für die wissenschaftliche Datenerhebung ein, sondern auch für klare Verhaltensstandards bei der Delfinbeobachtung. Dazu gehört:

  • langsame Annäherung an Delfine mit dem Motorboot
  • möglichst parallel zur Delfingruppe fahren
  • den Meeressäugern Freiraum lassen
  • nicht mit Delfinen schwimmen
  • Delfine nicht füttern und nicht berühren
  • kurze Verweildauer bei den Delfinen

Abstand gegenüber wildlebenden Delfinen hat oberste Priorität. Selbst wenn die Tiere selbstständig Nähe suchen ist dennoch darauf zu achten, nach Möglichkeit ausreichend Distanz zu halten und sie nicht aktiv anzulocken oder zu berühren. Foto: I.Bocek

Respektvolles Verhalten schützt die Tiere, sodass nicht nur wir, sondern auch nachfolgende Generationen diese faszinierenden Lebewesen beobachten können

Kroatien-Reisende möchte die GRD gerade zu Beginn der diesjährigen Urlaubssaison für eine respektvolle Delfinbeobachtung sensibilisieren und zugleich als Bürgerforschende für den Schutz der Adria-Delfine gewinnen. Denn wer in Istrien, der Kvarner Bucht oder entlang der dalmatinischen Küste unterwegs ist, kann mit offenen Augen und wenigen Minuten Zeitaufwand einen wertvollen Beitrag für den Schutz der intelligenten Meeressäuger leisten.

Weitere Informationen und Zugang zur Sichtungs-App: www.delphinschutz.org/projekte/kroatien/delfinsichtungen

 

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Dieses kindgerechte Video zeigt vorbildliches Verhalten im Umgang mit Delfinen.

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