Gemeinsam für den Schweinswal: NENO-Workshop in Husum setzt neue Impulse
Viel Arbeit, ein Ziel: Mehr Schutz für den Schweinswal
Wie lässt sich der Schutz der Nordsee und insbesondere des bedrohten Schweinswals gemeinsam stärken? Darüber diskutierten Vertreter:innen verschiedener Naturschutzorganisationen und Institutionen des Netzwerks Nordseeschutz (NENO) am 29. Oktober in Husum. Im Mittelpunkt des Workshops stand neben einer gemeinsamen Zielsetzung die Frage, wie sich vorhandene Kräfte künftig noch besser bündeln lassen. Dabei wurde deutlich: Für einen wirkungsvollen Nordseeschutz braucht es neue Denkansätze.
Neue Wege für einen wirksamen Nordseeschutz
Was den Workshop in Husum besonders machte, war nicht nur die durch alle Beteiligten eingebrachte Vielfalt an Fachwissen und Erfahrungen, sondern vor allem der spürbare Wille, gemeinsam etwas zu bewegen. Denn so unterschiedlich die NENO-Mitglieder* und ihre Arbeitsschwerpunkte auch sind, eines verbindet sie alle: der Wunsch, die Nordsee und unseren einzigen heimischen Wal, den Schweinswal, wirksam zu schützen.
Doch wie lässt sich aus dieser gemeinsamen Motivation eine schlagkräftige Zusammenarbeit entwickeln? Genau darum ging es in Husum: Die Organisationen wollen ihre Eigenständigkeit bewahren, aber dort Kräfte bündeln, wo gemeinsames Handeln mehr erreichen kann. Die Gruppe verständigte sich deshalb auf einen flexiblen Rahmen – als informelles Netzwerk und Plattform für gemeinsame Projekte, ergänzt durch eine projektbezogene Federführung, wenn größere gemeinsame Vorhaben anstehen.
Foto: Schutzstation Wattenmeer
Auch inhaltlich wurde es konkret. Zwei Impulsvorträge eröffneten neue Perspektiven auf den Schweinswal und den Meeresschutz. So stellte unter anderem Meeresbiologe Fabian Ritter (M.E.E.R.e.V.) seine Vorstellungen für eine grundlegende Transformation im Meeresschutz vor. Im Anschluss sammelten die Teilnehmenden Ideen für politische Arbeit und Umweltbildung. Im Raum standen ein modulares Informations- und Standkonzept, eine Wanderausstellung, Bildungsangebote für Wassersportler:innen sowie Citizen-Science-Projekte in Zusammenarbeit mit Fährunternehmen. Auch die politische Arbeit soll weiter vertieft werden.
Kräfte bündeln, Ideen entwickeln, Meeressäuger schützen
Der Workshop hat gezeigt, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit steckt. Jetzt geht es darum, die Ideen Schritt für Schritt in die Praxis zu bringen. Geplant sind unter anderem die Entwicklung eines gemeinsamen Kommunikationskonzepts, ein vertiefter Austausch zur politischen Arbeit und die stärkere Vernetzung mit bestehenden Initiativen im Wattenmeerraum. Ein jährliches NENO-Treffen in Präsenz soll den gemeinsamen Austausch langfristig stärken.
Die Richtung ist vorgegeben: Die Nordsee braucht eine starke Stimme und der Schweinswal Menschen, die sich gemeinsam für seinen Schutz einsetzen.
*Hintergrund: Die GRD engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Schutz der Nordsee und insbesondere des Schweinswals. So haben wir im Februar 2025 gemeinsam mit Partnerorganisationen ein Positionspapier mit Forderungen zum verbesserten Schutz der Meeressäuger im Walschutzgebiet vor Sylt und Amrum an die Politik übergeben. Aus dieser Zusammenarbeit gründete sich vor gut einem Jahr das Netzwerk Nordseeschutz (NENO). Als Mitglied der Kerngruppe und einer der beiden Netzwerksprecher:innen wirkt die GRD maßgeblich an der Koordination und Weiterentwicklung des Netzwerks mit. Dabei steht nicht die Arbeit einer einzelnen Organisation im Vordergrund, sondern das gemeinsame Ziel, die Kräfte und Kompetenzen der verschiedenen Akteur:innen zu bündeln.
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