Ein einfaches Rezept zur Bergung von Geisternetzen
Erfolgsrezept für den Meeresschutz.
Geisternetzbergung nach Rezept? Für den Bericht zu unserem jüngsten Einsatz vor Rügen (14. – 16. August) tauschen wir diesmal Taucher-Tagebuch gegen Kochbuch. Welche „Zutaten” es braucht und wie daraus am Ende 250 bis 300 Kilogramm geborgenes Geisternetz werden, erklären wir Step-by-Step.
Das Erfolgsrezept
Wir alle haben uns schon einmal an komplizierten Rezepten versucht – empfohlen von Freund:innen, entdeckt im Internet oder nachgekocht aus einem unserer Lieblingskochbücher. Aber manchmal läuft es nicht ganz so wie geplant: Die Zutaten stimmen nicht, der Teig geht nicht auf oder das Ergebnis ist ungenießbar. Damit das bei der Bergung von Geisternetzen nicht passiert, setzen wir auf ein anderes Rezept: gut erprobt, sorgfältig vorbereitet und schon unzählige Male erfolgreich durchgeführt.
Die Zutaten
- ein Geisternetz
- ein Kutter (unsere große Rührschüssel)
- ein Tauchboot (unsere kleine Rührschüssel)
- eine Gruppe gut ausgebildete Taucher:innen
- unser Geisternetzexperte Wolfgang Frank
- unser Kapitän Basti und seine tollkühne Crew Tomek
- jede Menge Tauchausrüstung
- viel Erfahrung, gute Vorbereitung und eine ordentliche Portion Teamwork
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Die Zubereitung
1. Alle Zutaten vorbereiten
Zunächst werden alle Zutaten – mit Ausnahme des Geisternetzes – an einem Ort zusammengebracht: in Wolfgangs Fundgrube in Prora auf Rügen.
Hier wird das Rezept noch einmal ganz genau durchgegangen: Welche Zutaten brauchen wir? Wer übernimmt welchen Arbeitsschritt? Und in welcher Reihenfolge wird alles „zubereitet“?
2. Die Rührschüsseln füllen
Am nächsten Morgen werden die beiden Rührschüsseln vorbereitet:
Die große Rührschüssel (der Kutter) wird mit Kapitän Basti und seiner tollkühnen Crew, Tomek, einigen Tauchenden, umfangreicher Tauchausrüstung und ausreichend Essen für alle bestückt.
In die kleine Rührschüssel (das Tauchboot) kommen unser Geisternetzexperte Wolfgang Frank und weitere Tauchende samt umfangreicher Ausrüstung.
3. Auf zum Zubereitungsort
Nun machen sich beide Rührschüsseln – Kutter und Tauchboot – auf den Weg zur Backposition: dem Ort, an dem das Geisternetz auf dem Meeresboden liegt.
4. Die Zutaten zusammenbringen
Am Einsatzort werden die verbliebenen Zutaten in der richtigen Reihenfolge miteinander vermengt. Die Tauchenden und das benötigte Equipment werden in Gruppen ins „Zubereitungsgebiet“ (ins Meer) gebracht.
Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten muss ausreichend Zeit bleiben, um die Situation unter Wasser zu beurteilen, Veränderungen zu besprechen und die nächsten Schritte abzustimmen.
5. Unter Wasser wird „gekocht“
Der wichtigste Teil des Rezepts: die eigentliche Bergung, findet unter Wasser statt.
Dort werden Hebesäcke am Geisternetz befestigt und wenn alles richtig vorbereitet und miteinander „vermischt“ wurde, beginnt das Netz aufzusteigen.
Sobald es die Wasseroberfläche erreicht, wird es sicher an Bord der großen Rührschüssel (des Kutters) gebracht und für den Rücktransport verstaut.
6. Aufräumen und zurück
Zum Schluss werden alle Tauchenden, Ausrüstungsgegenstände und sonstigen Zutaten wieder eingesammelt. Anschließend geht es zurück an Land.
Ein Rezept für Zuhause?
Was meint ihr: Klingt doch eigentlich nach einem einfachen Rezept zum Nachmachen? Ganz im Gegenteil!
Die Bergung von Geisternetzen ist anspruchsvolle Arbeit. Sie erfordert eine umfassende Ausbildung, viel Erfahrung, sorgfältige Vorbereitung, spezielles Equipment und ein perfekt eingespieltes Team.
Also bitte nicht Zuhause ausprobieren!
Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für ihren Einsatz!
Am vergangenen Wochenende konnten erneut rund 250 bis 300 kg Geisternetz aus einer Tiefe von etwa 27 Metern geborgen werden. Wieder ein Schritt weiter in Richtung „sichere Meere“ für alle Meerestiere.
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