Mit 13 km/h kontinuierlich in Richtung Nordatlantik
Finnwalschutz-Projekt 2024
Langsam, aber stetig bewegen sich die Finnwale derzeit entlang der spanischen Küste auf die Meerenge von Gibraltar zu, um anschließend vor der Küste Galiziens auf ein reichhaltiges Nahrungsangebot zu treffen. Begleitet werden die zweitgrößten Tiere unserer Erde vom EDMAKTUB-Forschungsteam auf ihrem Katamaran. In den vergangenen beiden Monaten galt es für die Crew viele wichtige Daten zu dokumentieren – zudem nötigte ihnen jüngst das Verhalten von Whalewatchern Respekt ab.
Juni: 31 Finnwal-Sichtungen in 20 Tagen – darunter viele bekannte Individuen
Im vierten Monat des diesjährigen Finnwal-Forschungsprojekts verlagerten unsere Projektpartner von EDMAKTUB ihre Aktivitäten von der Küste Garrafs in die Hafenstadt Denia im Osten Spaniens, um die Wanderungen der Finnwale zurück in den Atlantik zu überwachen. Während der 20 Kampagnentage legten die Forscher über 1.050 Kilometer im Iberischen Meer zurück und dokumentierten elf Sichtungen von einem oder mehreren Finnwalen. Besonders erfreulich für das EDMAKTUB-Team war, dass zehn der 31 identifizierten Finnwale „alte Bekannte“ waren – sie wurden bereits in früheren Jahren in Denia oder an der katalanischen Küste in die Datenbank aufgenommen.
Ein weiteres Highlight war die Sichtung eines Zwergwals, dessen Auftauchen im Mittelmeer eine Seltenheit darstellt. Am Ende des Monats beobachtete das Team zudem große Gruppen von Rundkopfdelfinen und unterstützte das Anbringen von Satellitensendern an acht Unechten Karettschildkröten. Dieses Projekt geht vom Ozeanografischen Institut Valencia aus.
Juli: Respektvolle Annäherungen von Freizeitbooten
Im Juli setzte EDMAKTUB die Expedition in Denia fort, um die Finnwale auf ihrer Wanderung in den Atlantik zu begleiten. Trotz ausgiebiger Erkundungsfahrten, darunter eine Überquerung des Ibiza-Kanals, wurde nur eine Gruppe von zwei Finnwalen gesichtet. Dennoch liefern diese Beobachtungen wertvolle Informationen über die Populationen, die sich im Frühjahr und Sommer an der katalanischen Küste aufhalten.
Während der Juli-Erkundungen wurde der Forschungskatamaran in zunehmendem Maße von Freizeitbooten begleitet, deren Besatzungen ebenfalls nach Delfinen und Walen Ausschau hielten. Erfreulicherweise hielten die meisten Boote respektvollen Abstand zu den Meeressäugern und gaben damit ein positives Beispiel für verantwortungsvolles Whalewatching.
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