Solarpanel, Stühle, WCs: Was macht dieser Müll in der Ostsee?

von | 19. November 2025 | News - Meeresverschmutzung

GRD unterstützt Unterwasser-Clean-Up in Flensburg

Tatort Flensburg, Yachthafen Sonwik: Beim jüngsten Flensburger Hafen-Clean-Up bargen rund 40 Freiwillige am vergangenen Sonntag erneut erschütternde Funde vom Meeresboden: E-Scooter, Sitzmöbel, ein Solarpanel, ein Außenborder und sogar WC-Elemente. Diese Aktion zeigt eindrücklich, wie wichtig Unterwasser-Clean-Ups sind und weshalb die GRD solche Einsätze unterstützt und fördert. Denn: Ohne engagierte Taucher:innen und Meeresschützer:innen würde dieser Müll unbemerkt weiter das Ökosystem der Förde gefährden.

Wo Seegras wachsen sollte, liegt Elektroschrott

Am Sonntag sind rund 40 engagierte Freiwillige dem Aufruf unseres Kooperationspartners Mission Förde e.V. nach Flensburg gefolgt und haben am Yachthafen Sonwik ein Unterwasser-Clean-Up durchgeführt. Die bittere Erkenntnis: Die Taucher:innen sahen mit eigenen Augen was passiert, wenn Verantwortungslosigkeit auf ein sensibles Ökosystem trifft. Statt Seegras, Fischen oder Muscheln fanden sie E-Scooter, Skateboards, Café-Stühle, Verkehrsleitkegel, einen großen Sonnenschirm, einen Außenborder und sogar ein WC.

Nach der Einsatzbesprechung starteten die Taucher:innen ihren Clean-Up-Tauchgang in der Förde. 

Doch das war noch nicht alles. Unter den Segelyachten im Hafenbecken lagen auch eine Starterbatterie und ein Solarpanel, das ist hochgefährlicher Sondermüll. Denn: Starterbatterien geben Blei und Säure ab, Solarpanels setzen Schwermetalle und Mikroplastik frei. Beides schädigt das Ökosystem, gefährdet Meerestiere und belastet langfristig die gesamte Nahrungskette.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Im Video unseres Netzberger Robert Röske wird dokumentiert, wieviel Müll aus der Förde geborgen wird.

Clean-Ups allein reichen nicht, sind aber leider unverzichtbar und benötigen viele helfende Hände

Zu den 17 Taucher:innen, die unter schwierigen Bedingungen den Meeresboden aufräumten, gehörte auch unser Geisternetzbergungs-Profi Robert Röske (Dive Baltic Sea Rügen). Für den Hafenputz investierte er nicht nur Zeit, sondern auch 800 Kilometer An- und Abfahrt, um ehrenamtlich seinen Beitrag zum Schutz der Ostsee zu leisten. Von ihm stammt auch das obenstehende Video vom Unterwasser-Clean-Up.

 

Vom Solarpanel bis zur Toilette: Es ist unfassbar, was manche Menschen in der Förde versenken.

Regelmäßige Einsätze wie dieser leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz des empfindlichen Ökosystems der Förde. Die damit einhergehende Botschaft ist klar: Müll gehört nicht ins Meer. Mit jedem Hafenputz wird deutlich, wie notwendig ein bewussterer Umgang mit Abfällen und Gewässern ist. Auch aus diesem Grund unterstützt die GRD die Unterwasser-Clean-Ups von Mission Förde e.V. seit 2024 sowohl finanziell als auch medial. Unser Dank gilt den Organisator:innen und allen freiwilligen Teilnehmer:innen für ihren großartigen Einsatz!

l

Weitere Artikel

Wale beobachten und Wale gefährden: Der bittere Widerspruch des Kreuzfahrttourismus in Alaska

Innerhalb von nur drei Monaten sind in Alaska zwei Kreuzfahrtschiffe mit toten Finnwalen am Bug in einen Hafen eingelaufen. Ausgerechnet eine Branche, die ihren Gästen spektakuläre Begegnungen mit Walen verspricht, wird damit für die Meeressäuger selbst zur Gefahr. Darum ist es zwingend erforderlich, dass Tempo-Limits für Schiffe in relevanten Lebensräumen der Wale durchgesetzt werden

weiterlesen

Sechs Jahre Isar Clean-Up: Warum uns die Arbeit noch immer nicht ausgeht

Die beste Nachricht wäre gewesen, wenn wir am Isarufer nach sechs Jahren nichts mehr zu sammeln gehabt hätten. Doch auch beim diesjährigen Clean-Up zwischen Wittelsbacher- und Reichenbachbrücke füllten sich die Säcke wieder schneller als uns lieb war. Mehr als 50 Kilogramm Müll holten unsere freiwilligen Helfer:innen aus dem Uferbereich, darunter Plastik, Glas, Kronkorken und unzählige Zigarettenstummel. Das zeigt: Der Einsatz gegen Müll in der Natur ist auch nach sechs Jahren alles andere als überflüssig.

weiterlesen

Beifang: Der dokumentierte Todeskampf eines Schweinswals

Eine neue Studie dokumentiert erstmals den Todeskampf eines Schweinswals, bevor er als Beifang in einem Fischernetz verendet. Die Erkenntnisse verdeutlichen einmal mehr, warum der Schutz der kleinen Wale in Nord- und Ostsee so schwierig ist und warum wirksamer Meeresschutz mehr sein muss als auf dem Papier festgelegte Schutzgebiete.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
SozialBank AG
IBAN:
DE09 3702 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33XXX

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!