Delfinmütter trauern um ihre toten Babys
Berührendes Verhalten
Trauerverhalten in Delfingesellschaften ist mehrfach dokumentiert, auch wenn es – im Gegensatz zu Landsäugetieren – schwer zu beobachten ist. So zeigen Delfine sogar gemeinschaftliches Fürsorge- und Trauerverhalten, neben Einzelinteraktionen. Beim Trauerverhalten zeigen die Tiere ausgeprägte Fürsorge- und Abschiedsgesten, wie man sie sonst nur z.B. von Gorillas, Schimpansen, Elefanten oder Menschen kennt.
Delfinmutter schwimmt immer wieder um ihr totes Junges
Im Mai hatten Deutsche Segler nördlich der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje beobachtet, wie eine Delfinmutter immer wieder um ihr totes Junges schwamm. Leider konnten unsere Projektpartner das Jungtier nicht mehr finden, da zwischen Fund und Meldung bereits zu viel Zeit verstrichen war.
Todesursache: Schraubenverletzung?
Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel “Beerdigung eines Delfins”.
Immer wenn der bereits erste Verwesungsspuren zeigende Körper des Babys der Mutter vom Rücken rutscht, nimmt sie den kleinen Delfin wieder auf, platziert ihn ausbalanciert vor ihrer Rückenfinne und schwimmt weiter Richtung offenes Meer. Ein anderer Delfin schloss sich ihr dem Bericht zufolge an und versuchte zu helfen. Das sehr berührende Verhalten der Mutter kann kaum anders als Trauerverhalten über ihr gestorbenes Junges interpretiert werden. Das Delfinbaby war anscheinend schon mehrere Tage tot.
Der tote Babydelfin hatte am Bauch eine ca. 20cm langen klaffende Schnittwunde, aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um eine tödliche Schraubenverletzung nach einer Boots- oder Schiffskollision.
Foto oben: Ulrike Kirsch
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STRELICA
Strelica (Pfeil) wurde gemeinsam mit den Patendelfinen Dobro Jutro und Poveliki beim Wellenreiten beobachtet.
VESELJAK
Veseljak (Spaßvogel) verdankt seinen Namen seiner schier unbändigen Lust an akrobatischen Sprüngen. Oft hielt er mit seiner Energie den Rest der Delfingruppe "auf Trab".
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