Isar-Clean-Up: 9,5 Kilogramm Müll pro Kilometer

von | 14. September 2021 | News - Veranstaltungen

Viele helfende Hände beteiligten sich an der Müllsammelaktion in München

Ein rund vier Kilometer langer Uferabschnitt an der Isar brachte fast 40 Kilogramm Müll – von der Zigarettenkippe bis zum Grillbesteck – zutage. Das war das traurige Ergebnis einer Müllsammelaktion, an der die Teams von GRD, Voice of the Seas und colorswell sowie weitere engagierte Helfer aus München teilnahmen. Alleine die 2,2 Kilogramm an gesammelten Zigarettenfiltern hätten das Zeug dazu gehabt, 534.000 Liter Grundwasser zu verunreinigen.

Das östliche Ufer der Isar zwischen Tierpark Hellabrunn und Deutschem Museum ist von Müll befreit – jedenfalls solange, bis wieder Zigarettenkippen, Kronkorken, PET-Flaschen, Grillbesteck oder Plastiktüten unachtsam zurückgelassen werden. Oder bis wieder Bierflaschen zerbrochen und sich entweder Badende oder Hunde an den unzähligen umher liegenden Glassplittern empfindlich verletzen.

Fassungslosigkeit aufgrund der schieren Menge an Müll

Die nackten Zahlen der Clean-Up-Aktion von GRD, Voice of the Seas und colorswell haben alle Teilnehmer ernüchtert: Rund 100 Flaschen wurden zusammengetragen – mithin Pfandflaschen, für die es im Getränkemarkt bares Geld gibt. An Kronkorken sind 6,135 Kilogramm zusammengekommen. Das entspricht 3200 Kronkorken, die nach dem Öffnen der Flasche wahllos auf den Kiesstrand oder ins Gebüsch geworfen wurden. Nicht nur Kronkorken, auch Zigarettenreste wurden im Rahmen des Clean-Ups separat gesammelt.

Das Ergebnis: 2,225 Kilogramm auf 4000 Metern. Legt man zugrunde, dass ein einziger Zigarettenfilter bis zu 60 Liter Grundwasser verunreinigen kann, dann hätten die gesammelten 8900 Kippen mit ihren enthaltenen Giftstoffen wie Arsen, Blei oder Cadmium bis zu 534.000 Liter verschmutzen oder das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass pro Jahr etwa 4,5 Billionen Kippenstummel den Planeten verschmutzen.

Eine Zigarette ist in fünf Minuten geraucht, aber sie kann die Umwelt noch jahrelang belasten

Die an der Isar gesammelten Zigarettenreste werden jetzt einer neuen Bestimmung zugeführt. Der Verein TobaCycle wird die Kippen in Empfang nehmen und zunächst alle Giftstoffe herauslösen. Anschließend werden die Stummel zu einem spritzfähigen Granulat recycelt. Auf diese Weise entstehen Kunststoffprodukte wie Taschen-Aschenbecher oder Mülleimer.

Auch wenn das Ergebnis des Isar Clean-Ups bei den Beteiligten aufgrund der schieren Menge an Müll teilweise Bestürzung auslöste, überwog das gute Gefühl, gemeinsam für eine gute Sache aktiv gewesen zu sein. Darüber hinaus kamen die Teilnehmer des Clean-Ups mit vielen Einheimischen in Kontakt, informierten über die Müllsammelaktion, ernteten viel Zuspruch und der ein oder andere beteiligte sich sogar spontan an der Aktion.

Ganz generell wäre unserer Umwelt sehr gedient, wenn Zigarettenkippen, Kronkorken und alle anderen Arten von Müll nicht an Ort und Stelle zurückgelassen werden würden, sondern dahin gebracht werden, wo sie hingehören: in die Mülltonne. Wenn sich Spaziergänger zudem noch fünf bis zehn Minuten dem Sammeln von herumliegenden Müll widmen würden, wäre ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer saubereren Umwelt erreicht.

Das gesamte Team der GRD bedankt sich sehr herzlich bei den vielen helfenden Händen des Isar-Clean-Ups. Eine Fortsetzung wird es definitiv geben, wir informieren rechtzeitig.

l

Weitere Artikel

Wale beobachten und Wale gefährden: Der bittere Widerspruch des Kreuzfahrttourismus in Alaska

Innerhalb von nur drei Monaten sind in Alaska zwei Kreuzfahrtschiffe mit toten Finnwalen am Bug in einen Hafen eingelaufen. Ausgerechnet eine Branche, die ihren Gästen spektakuläre Begegnungen mit Walen verspricht, wird damit für die Meeressäuger selbst zur Gefahr. Darum ist es zwingend erforderlich, dass Tempo-Limits für Schiffe in relevanten Lebensräumen der Wale durchgesetzt werden

weiterlesen

Sechs Jahre Isar Clean-Up: Warum uns die Arbeit noch immer nicht ausgeht

Die beste Nachricht wäre gewesen, wenn wir am Isarufer nach sechs Jahren nichts mehr zu sammeln gehabt hätten. Doch auch beim diesjährigen Clean-Up zwischen Wittelsbacher- und Reichenbachbrücke füllten sich die Säcke wieder schneller als uns lieb war. Mehr als 50 Kilogramm Müll holten unsere freiwilligen Helfer:innen aus dem Uferbereich, darunter Plastik, Glas, Kronkorken und unzählige Zigarettenstummel. Das zeigt: Der Einsatz gegen Müll in der Natur ist auch nach sechs Jahren alles andere als überflüssig.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
SozialBank AG
IBAN:
DE09 3702 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33XXX

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!