Sind die Ostsee-Delfine Selfie und Delfie in Gefahr?

von | 22. Februar 2016 | Presse

Es handelt sich um besonders kontaktfreudige Tümmler

Seit einigen Wochen erfreuen die beiden auf den Namen Selfie und Delfie getauften Delfine Bewohner und Touristen an der deutschen Ostseeküste. Zur Zeit halten sie sich in der Flensburger Förde auf, davor sorgten sie im Warnemünder Seekanal bei Rostock und im Jachthafen des Ostseebads Grömitz bei Travemünde für reichlich Aufregung. Ihre Namen erhielten sie übrigens in Schweden, wo sie vor Kalmar den letzten Sommer verbrachten. Die beiden Großen Tümmler locken mit ihren Sprüngen und ihrer puren Lebensfreude Kajakfahrer, Delfin-Fans und Wassersportler aufs kalte Wasser und an die Uferpromenade und zeigen beim Kontakt mit den Menschen keinerlei Scheu.

Genau das macht die von den Delfinen ausgehende Faszination aus:

Diese spielerische Neugier, mit einer anderen Art friedlich und ganz ohne Scheu “Kontakt” aufzunehmen. Natürlich ist nicht jeder Vertreter so gesellig, doch wurde ähnliches Verhalten bei Großen Tümmlern auch schon in anderen Gebieten der Welt beobachtet. Immer wieder kann man es in freier Wildbahn erleben, wie Delfine in den Bugwellen kleiner und großer Schiffe, aber auch in denen von Bartenwalen schwimmen – eine energiesparende Weise des Weiterkommens, die ihnen vielleicht auch noch viel Spaß bereitet!

Fotos: “Delfin und Kajakfahrer in der Flensburger Förde” mit freundlicher Genehmigung von Michael Schulz

Delfine sind in Deutschland streng geschützt

Große Tümmler gelten in deutschen Gewässern als ausgestorben, sie schauen lediglich noch als “Gäste” vorbei. Sie sind in Deutschland, wie alle anderen Klein- und Großwale gesetzlich geschützt. Das heißt, sie dürfen nicht absichtlich getötet, verletzt oder belästigt werden. Grundsätzlich sind die Überlebenschancen für Selfie und Delfie in der Ostsee sehr gut, da reichlich Hering vorhanden ist.

Sind sie auf der Suche nach Sozialkontakten?

Vielleicht suchen Selfie und Delfie sich mangels Artgenossen andere “Spielkameraden”, vielleicht sind es einfach auch nur zwei besonders kontaktfreudige Exemplare. Auf den im Internet kursierenden Bildern und Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Kontaktaufnahme von den Delfinen ausgeht und nicht vom Menschen.

Beeinträchtigung oder Gefährdung derzeit nicht erkennbar

“Eine Störung oder Belästigung der Tiere ist derzeit nicht erkennbar”, erklärt der Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine. “Sollten sich die beiden entschließen, auch die wärmere Jahreszeit an der deutschen Küste zu verbringen, werden Maßnahmen zu ergreifen sein, die die Meeressäuger vor zu viel menschlicher, vor allem rücksichtsloser Neugier schützen.”

l

Weitere Pressemitteilungen

Online-Kunstauktion endet mit großem Erfolg

Am Sonntag den 4. Oktober endete die Online-Kunstauktion „Kunst statt Kunststoff“ gegen Geisternetze in der Ostsee mit einem Ergebnis von 3.263 €. „Wir sind begeistert von diesen großartigen Erfolg für den Schutz der Ostsee“, freuen sich die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) und die Kieler Werbeagentur medienmonster, die die Online-Auktion ins Leben gerufen und gestaltet hatte.

weiterlesen

Kaum Ruhe für Delfin in Eckernförde

Seit knapp sechs Monaten hält sich ein Delfin in der Eckernförder Bucht auf und wird zunehmend zum Touristenmagnet. Die Gefahren, die von direkten Begegnungen mit wildlebenden Tieren ausgehen, werden dabei oft vergessen. Whale and Dolphin Conservation (WDC) und die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) mahnen deshalb zum Abstandhalten und erinnern an die in 2020 veröffentlichten offiziellen Leitlinien zur Beobachtung von Walen und Delfinen in Deutschland.

weiterlesen

Rügen: Geisternetz und 13 Autoreifen aus der Ostsee geborgen

Vor wenigen Tagen holten Taucher der Tauchbasis Prora und der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) ein großes Nylon-Geisternetz, 13 Autoreifen, mehrere Metallteile und anderen Unrat aus der Ostsee. Insgesamt wurde bei dieser Aktion mit sechs „Für MEER LEBEN“-Geisternetztauchern an zwei Tauchtagen in 22 Tauchgängen weit über eine Tonne Müll vom Meeresgrund vor Rügen geborgen.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

GRD Logo "Der rote Delfin"

Bleiben Sie aktuell informiert mit dem GRD-Delfinschutz-Newsletter 

Für die Anmeldung füllen Sie bitte das folgende Formular aus und senden es ab.
Nachfolgend erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink.
Diesen müssen Sie mit einem Mausklick bestätigen (aktivieren), um die Anmeldung abzuschließen.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!