Geplanter Raketenabschuss in der Nordsee: Bedrohliche Auswirkungen auf die Meeresumwelt
Unterwasserlärm würde Meeressäuger wie Schweinswale stark belasten
Das Firmenkonsortium GOSA (German Offshore Spaceport Alliance) plant einen Weltraumbahnhof mitten in der Nordsee in direkter Nachbarschaft zum Meeresschutzgebiet Doggerbank. Erste Raketentests sollten bereits erfolgen, wurden nun aber auf das Jahr 2025 verschoben. Die GRD vermisst eine umfangreiche Bewertung der Gefahren für die Meeresumwelt.
Sind sich Politik und Wirtschaft der Folgen von Raketenstarts für die Meeresumwelt bewusst?
Bei den Raketen handelt es sich Medieninformationen zufolge um sogenannte Mikrolauncher, welche Nutzlasten von bis zu einer Tonne wie beispielsweise Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn befördern können. Der Abschuss soll von einem Spezialschiff aus im sogenannten „Entenschnabel“ erfolgen. Gemeint ist damit ein Gebiet am äußersten Rand der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), welche das Meeresgebiet jenseits des Küstenmeeres markiert. Die Abschusszone liegt damit in direkter Nachbarschaft zum Meeresschutzgebiet Doggerbank, welches einen wichtigen Lebensraum u.a. für Wale darstellt.
Die geplante Abschusszone liegt in direkter Nachbarschaft zum Meeresschutzgebiet Doggerbank, welches einen wichtigen Lebensraum u.a. für Wale darstellt.
Die GRD sieht die Pläne mehr als kritisch, da die Ökosysteme der Nordsee schon jetzt unter hohem Nutzungsdruck leiden und sich in keinem guten Zustand befinden. Neben der Freisetzung von Schadstoffen und dem Ausstoß klimaschädlicher Abgase sorgt sich die GRD vor allem um die Folgen der hohen Lärmpegel, welche bei Raketenstarts auftreten. Zur ohnehin schon großen Belastung mit Unterwasserlärm kommen dann noch massive Schallimpulse, welche beispielsweise das empfindliche Gehör von Meeressäugern wie dem Schweinswal massiv schädigen bzw. die Tiere aus ihrem natürlichen Habitat vertreiben können.
Abschließend drängt sich die Frage nach möglichen Folgen eines missglückten Startvorgangs für die Nordsee und ihre Bewohner auf. Erst im März und im Mai sind Trägerraketen in Japan und Nordkorea explodiert. Ein solches Szenario, das mit einer potenziellen Umweltkatastrophe einhergeht, muss mit allen Mitteln verhindert werden.
Foto oben: Harren Group
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