Aus Verzweiflung? Orca „Kiska“ rammt Kopf immer wieder gegen Wand von Delfinarium

von | 14. September 2021 | News - Delfinarien

Nach zehn Jahren in Isolation gilt „Kiska“ als „der einsamste Orca der Welt“

Orca „Kiska“ schwamm einst mit ihrer Familie im Nordatlantik. Heute lebt das Weibchen – nach mittlerweile 40 Jahren in Gefangenschaft – völlig isoliert im Delfinarium des kanadischen „Marineland“ (Ontario). In den vergangenen Tagen wurde „Kiska“ dabei gefilmt, wie sie ihren Kopf immer wieder an die Wand des Beckenrands gerammt hat. Aus Verzweiflung?

Es sind herzzerreißende Szenen, die im „Marineland of Canada” gefilmt wurden: Orca „Kiska“ schwimmt zum Rand des Beckens und stößt ihren Kopf wieder und wieder gegen den Beckenrand. Dass das Tier sich dabei selber Schmerzen zufügt, ist unübersehbar. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit hört „Kiska“ auf und entfernt sich vom Beckenrand. Wie oft „Kiska“ diese Prozedur am Tag wiederholt, ist nicht bekannt. (Lesetipp: Nach dem Tod des Orca-Kalbs „Ula“: Wie viele Orcas müssen im „Loro Parque“ noch sterben?

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Das Video des Orcas wurde Berichten zufolge von Phil Demers aufgenommen, einem ehemaligen professionellen Trainer für Meeressäuger der früher im Park gearbeitet hat und sich jetzt für in Gefangenschaft lebende Meeressäuger einsetzt. Demers und weitere Aktivisten betraten das Marineland am 4. September, beobachteten das Verhalten von „Kiska“ und stellten das mittlerweile vielfach geteilte Video in die sozialen Medien. (Hinweis: Nehmen Sie an unserer aktuellen Umfrage teil, ob Delfinarien noch eine Daseinsberechtigung haben!)

40 Jahre Gefangenschaft, 10 Jahre Isolation, 5 tote Kälber

„Kiska“ erlangte als „einsamster Orca der Welt“ traurige Berühmtheit.  Vor Jahrzehnten wurde der Meeressäuger als Baby im Nordatlantik gefangen, der Familie entrissen und an die Delfinarien-Industrie verkauft. Im Laufe der Jahre starben alle fünf Kälber von „Kiska“ noch bevor sie sieben Jahre alt waren. Nachdem 2011 der letzte Kamerad von „Kiska“ in ein anderes Delfinarium verlegt wurde, ist sie gezwungen, ihre Tage isoliert in einem engen Tank zu verbringen und allein endlose Kreise zu schwimmen. Weitere Beschäftigungen gibt es für sie nicht.

Weitere Infos zu „Kiska“ hat die Initiative #Freekiska zusammengetragen und zudem eine Petition gestartet, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. 

l

Weitere Artikel

Nicht jedes Geisternetz muss zwingend geborgen werden

Wann muss ein Geisternetz geborgen werden – und wann ist es sinnvoller, es an Ort und Stelle zu belassen? Diese Frage stellt sich bei Bergungseinsätzen immer wieder und muss sorgfältig abgewogen werden. Genau vor dieser Entscheidung stand am vergangenen Wochenende ein Team ehrenamtlicher Taucher:innen unter der Leitung unseres Projektpartners Wolfgang Frank bei einem Einsatz vor Rügen.

weiterlesen

GRD kritisiert Handball-Turnierteilnahme auf den Färöer-Inseln: Warum spielt der THW Kiel dort, wo Delfine getötet werden?

Der THW Kiel zählt zu den erfolgreichsten und renommiertesten Handballvereinen der Welt und setzt sich nach eigener Aussage für den Meeresschutz ein. Gerade deshalb hält die Gesellschaft zur Rettung der Delfine e.V. (GRD) die geplante Teilnahme des deutschen Rekordmeisters an einem Vorbereitungsturnier auf den Färöer-Inseln im August für ein falsches Signal. Die Inselgruppe steht seit Jahrzehnten aufgrundder alljährlichen Tötungen von hunderten Delfinen international in der Kritik. Die GRD fordert den THW Kiel daher auf, sich seiner Vorbildfunktion bewusst zu sein,
die Teilnahme am „Wenzel Nordic Cup“ zu überdenken und nicht ungewollt zur Image-Profilierung der Färöer-Inseln beizutragen.

weiterlesen

Pipi-Alarm: Amazonas-Delfine senden Botschaften per Urinstrahl

Der Boto, auch als Amazonas-Flussdelfin bekannt, zählt zu den außergewöhnlichsten Delfinarten der Welt, was er unlängst einmal mehr unter Beweis gestellt hat: Forschende beobachteten mehrfach, wie männliche Tiere gezielt Urin in die Luft spritzen. Das ungewöhnliche Verhalten tritt offenbar regelmäßig auf und könnte Teil ihrer sozialen Kommunikation sein. Möglicherweise übermitteln die Delfine ihren Artgenossen auf diese Weise Informationen über ihre Identität, ihren Gesundheitszustand oder ihren sozialen Status.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
SozialBank AG
IBAN:
DE09 3702 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33XXX

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!