Endlich Ruhestand! Orca „Lolita“ war ein halbes Jahrhundert lang Show-Attraktion

von | 10. März 2022 | News - Delfinarien

Wird Orca „Lolita“ nach 50 Jahren in Gefangenschaft in ein Meeresrefugium überführt?

Für ein halbes Jahrhundert war ein sechs Meter großes Becken im Miami Seaquarium aufgezwungenes Zuhause für Orca „Lolita“. Dass der Schwertwal künftig nicht mehr in Shows auftreten wird, ist auch dem Eingreifen der US-Behörde USDA zu verdanken. Diese erkennt erstmals indirekt an, dass die Becken im Delfinarium nicht die Voraussetzungen eines drei Tonnen schweren Meeressäugers erfüllen. Nach Auffassung der GRD hatten Einrichtungen dieser Art zu keinem Zeitpunkt eine Daseinsberechtigung.

Als „Lolita“ im Alter von sechs Jahren erstmals die Zuschauer bespaßen musste, war Richard Nixon noch Präsident der USA. Heute ist die Schwertwal-Dame 56 Jahre alt und damit der älteste in Gefangenschaft befindliche Orca. „Lolita“ lebt und „arbeitet“ in einem gerade einmal sechs Meter großen Becken – mit den Kunststückchen für zahlendes Publikum ist es aber glücklicherweise bald vorbei.

Denn: Infolge eines Besitzerwechsels – neue Eigentümerin des Miami Seaquarium ist die MS Leisure Company Inc. – hat das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA) mitgeteilt, dass eine Ausstellungslizenz nur unter folgender Bedingung erteilt wird: „Lolita“ und der mit ihr im Becken lebende Weißseitendelfin „Lii“ dürfen nicht mehr an Shows teilnehmen. (Lese-Tipp: Nach dem Tod des Orca-Kalbs „Ula“: Wie viele Orcas müssen im „Loro Parque“ noch sterben?)

Orca "Lolita": 50 Jahre in Gefangenschaft – und jetzt?

Diese von der USDA ergriffene Maßnahme lässt darauf schließen, dass die Bedürfnisse des Orcas in seinem Gefängnis schlichtweg nicht erfüllt werden konnten. Dies geschieht erstmals und weckt die Hoffnung, dass nach diesem Vorbild weiteren in Gefangenschaft lebenden Meeressäugern in den USA geholfen wird. (Lesetipp: Club Med verabschiedet sich von Delfinshows)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

„Lolita“ wird vorerst im Seaquarium bleiben, da sie nach offiziellen Angaben trotz ihres fortgeschrittenen Alters gesund ist. „Wie bei jedem Tier, das seine erwartete Lebensspanne überschritten hat, werden wir sie weiterhin genau beobachten und pflegen”, heißt es in der Erklärung des Delfinariums. Verschiedene US-Medien berichten, dass Lolita derzeit an einer Lungenentzündung leidet.

Derweil arbeitet man im Hintergrund bereits daran, dass die Schwertwal-Dame in ein Meeresrefugium überführt wird. Damit würde sichergestellt werden, dass sie nicht in jenem Becken stirbt, in dem sie so viele Jahre verbringen musste.

Machen Sie mit: GRD-Umfrage zu Delfinarien

l

Weitere Artikel

Ägypten: Viele gute Delfin-News – und leider eine schlechte

Trächtige Weibchen, neugeborene Kälber, Läsionen bei Jungtieren und die beeindruckende Interaktion mit Korallen und Schwämmen, welche womöglich der Selbstmedikation dient – in den vergangenen Monaten gab es für unsere Projektpartner von Dolphin Watch Alliance (DWA) im Roten Meer allerhand zu dokumentieren. Ganz aktuell sind die Meldungen über positive Heilungsverläufe bei den Pilzinfektionen, worüber sich das Team ungemein freut.

weiterlesen

Loro Parque: Drei tote Orcas in 18 Monaten

Erst „Ula“ (2 Jahre), dann „Skyla“ (17 Jahre), jetzt „Kohana“ (20 Jahre): Erneut musste der Loro Parque Teneriffa den Tod eines in Gefangenschaft lebenden Orcas bekannt geben. Viele Jahre unter ihrer natürlichen Lebenserwartung starb „Kohana“ am 15. September 2022 auf der Kanareninsel. Wie viele Orcas werden im Loro Parque noch verenden, bis das Delfinarium endlich geschlossen wird?

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!