Irawadi-Delfine kurz vor dem Aussterben
Ist die Rettung der letzten Delfine Thailands noch möglich?
Der Songkhla-See in Südthailand beherbergt einen ganz besonderen Naturschatz: Die letzten dort lebenden 14 Irawadi-Delfine, die – wenn die Regierung nicht sofort einen Schutzplan umsetzt – innerhalb der nächsten acht Jahre auszusterben drohen.
Irawadi-Delfine – Die Meeresdelfine der Flüsse
Irawadi-Delfine sind sehr küstennah lebende Meeresdelfine, die auch in Flüssen, Flussmündungen und Brackwasserbereichen gut zurechtkommen. Es gibt fünf isolierte Süßwasser-Populationen in Myanmar, in Kambodscha und Laos im Mekong, in Indien, Borneo und in Thailand. Sie gelten laut International Union for Conservation of Nature (IUCN) als gefährdet, in manchen Regionen sind sie bereits stark vom Aussterben bedroht.
Irawadi-Delfine in Thailand stark vom Aussterben bedroht
Eine aktuelle Studie, die mittels Luftbilder und akustischen Methoden in der thailändischen Region durchgeführt wurde, ergab, dass nur noch 14 Überlebende dieser eher scheuen Meeressäugerart im Songkhla-See existieren. Der See ist die größte Süßwasserlagune des Landes und erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 1.000 Quadratkilometern.
Die Irawadi-Delfine im Songkhla-See sind die einzigen im Land, die in einem Süßgewässer leben. Es wird angenommen, dass vor langer Zeit eine Schule von Süßwasserdelfinen auf der Suche nach Nahrung vom Golf von Thailand in den Süßwassersee geschwommen ist. Da dieser seit Jahren geografischen Veränderungen unterlag, ist es den Delfinen nicht mehr möglich, ins Meer zurückzuschwimmen. Sie sind praktisch dort gefangen.
Ihr Bestand ist in den letzten 30 Jahren aufgrund der hiesigen Fischerei und der Verwendung großer Fischernetze sehr stark zurückgegangen. Sie verenden in den Fischernetzen als Beifang. Man schätzt, dass mindestens drei Delfine pro Jahr in den Fischernetzen sterben.
Springender Irawadi-Delfin (Orcaella brevirostris) im Mekong, Kambodscha | Dan Koehl
Regierung plant Irawadi-Delfine unter Schutz zu stellen
Varawut Silpa-archa, der Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt hat angewiesen einen Schutzplan für die bedrohten Delfine zu erstellen. Man zieht in Betracht ein 100 Quadratkilometer großes Gebiet als Schutzgebiet für die bedrohten Meeressäuger auszuweisen. Man möchte auch die Fischer mit ins Boot holen, um illegale Fischereiaktivitäten in diesem Bereich zu verhindern und ein besseres Bewusstsein für die vom Aussterben bedrohten Irawadi-Delfine zu schaffen. Ein Patrouille-System soll dafür sorgen, dass alle Aktivitäten innerhalb des Schutzgebietes überwacht werden. Der Minister betont die Wichtigkeit seines Vorhabens: „Wir gehen davon aus, dass die Delfine im See innerhalb von acht Jahren verschwinden, wenn wir keinen Plan haben, sie zu schützen.” Sollte das Vorhaben ein Schutzgebiet zu errichten scheitern, ist für den Minister auch die Umsiedlung der Delfine eine Option.
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