Kein neuer Mega-Hafen auf Teneriffa: Delfine und Wale sind vorerst sicher
Durch eine Petition wurde die Gefährdung von geschützten Lebensräumen und Arten wie Walen und Delfinen auf der Kanareninsel abgewendet
Für kontroverse Diskussionen sorgt auf der Kanareninsel Teneriffa seit Jahren der geplante Bau eines neuen Mega-Hafens. Dieser soll den Hafen von Los Cristianos entlasten, befindet sich aber in einem Walschutzgebiet, in dem auch viele Delfine leben. Die Entscheidung zugunsten der Meeressäuger lässt aufatmen.
Der Hafen von Los Cristianos dient als Hauptverbindungsstelle zu den grünen Inseln La Gomera, El Hierro und La Palma – und ist chronisch überlastet. Aus diesem Grund gibt es bereits seit vielen Jahren Pläne, im nördlich gelegenen Fonsalía einen neuen Hafen zu bauen, der für die nötige Entlastung sorgt. Und nicht nur dies: Das 200-Millionen-Euro-Projekt würde auch 200 Plätze im Trockendock und 467 Anlegeplätze an der Küste von Guía de Isora umfassen. Und hier liegt das Problem: Der Fonsalía Port würde in einem von zwei Walschutzgebieten der Europäischen Union liegen und die Heimat von mehr als 75 geschützten Arten, darunter Wale, Delfine, Haie und Schildkröten, ernsthaft bedrohen.
Um dies zu verhindern, wurde im Sommer eine digitale Petition gestartet, die in nur wenigen Wochen von 422.000 Menschen unterstützt wurde. Dies erregte große Aufmerksamkeit. „Die Geschichte schaffte es in die spanischen Nachrichten, in Blätter wie National Geographic, aber auch in in Lokalzeitungen, Radio und Fernsehen auf den Kanaren“, informieren die Initiatoren der Bürgerplattform „Nein zu Fonsalía Port“. Das führte zu einer plötzlichen Kehrtwende bei einem Großteil der politischen Kräfte, die für die Genehmigung des Hafens zuständig sind. „Sogar die Regionalregierung gab Erklärungen ab, dass die lokale Behörde den Hafen aufgeben solle. „Wir haben gewonnen“, freuen sich die Initiatoren.
Zum Schutz von Walen und Delfinen: Die Bürgerinitiative bleibt wachsam
Es ist nicht auszuschließen, dass der Bund der Bauunternehmer einen neuen Anlauf unternehmen wird, um den Megahafen zu bauen. Auch könnte es bei den Politikern erneut zu einem Umdenken kommen. Aus diesem Grund will die Bürgerplattform „Nein zu Fonsalía Port” die Geschehnisse rund um das Projekt weiter intensiv beobachten.
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