Ostsee-Tümmler: Gekommen, um zu bleiben?
2016 war ein ungewöhnliches Meeressäuger-Jahr für die Ostsee
Buckelwal vor Rügen
Ende Juli tauchte ein Buckelwal vor Rügen auf und hielt sich dann mehrere Wochen im Greifswalder Bodden auf. Am 6. September kollidierte der etwa zehn Meter große Koloss bei Rügen mit einem Segelboot. Seither gab es keine weitere Sichtungsmeldungen.
Pottwal im Öresund
Am 9. Mai 2016 wurde ein ca. 15 m langer Pottwal im Öresund, der Meeresenge zwischen Dänemark und Schweden, gesichtet. Sein Schicksal ist unklar.
Sowerby-Zweizahnwal vor Wismar
Nicht ganz ins Jahr 2016 schaffte es ein junges, 4 m großes Schnabelwalweibchen, das Ende September 2015 in der Wohlenberger Wiek strandete, von Anglern gerettet wurde und sich dann mehrere Wochen nahe Wismar aufhielt. Ende Oktober wurde das Tier an der schwedischen Küste bei Karlskrona tot angespült. Es hatte in der Ostsee keine Nahrung gefunden.
Gemeiner Delfin im Kattegat
Im August wurden zwei Segelfreunde auf ihrer Tour rund ums Kattegat sie fast 2,5 Stunden lang von einem Gemeinen Delfin begleitet. In dieser Zeit wich das Tier dem Boot nicht von der Seite. Als die Segler schließlich Kurs auf die Hafeneinfahrt Torekov nahmen, nahm der Delfin auf seine Art Abschied von den Seglern. In der Gemeiner Delfin im Kattegat. In der Ostsee tauchen Gemeine Delfine (Delphinus delphis) nur äußerst selten auf.
Ostsee-Tümmler: Gekommen, um zu bleiben?
Als einziger Art unter den Meeressäuger-Irrgästen werden dem Großen Tümmler gute und dauerhafte Überlebenschancen eingeräumt. Genügend Nahrung in Form von Heringen oder Dorsch ist vorhanden. Und harte Ostseewinter sind kein Thema, wie “Selfie” und “Delfie“ unter Beweis gestellt haben.
Was fehlt sind Weibchen. Dann könnten Große Tümmler dauerhaft in der Ostsee eine eigene Population gründen und hätten sich somit einen neuen Lebensraum erobert.
Foto Delfin und Kajakfahrer: Michael Schulz
Weitere Artikel
Aktionsplan für den bedrohten Buckeldelfin gestartet
2024 wurde das Indian Ocean Humpback Dolphin Conservation Network (HuDoNet) von unserer südafrikanischen Projektpartnerin Dr. Shanan Atkins ins Leben gerufen. Ziel des Netzwerks, dem 71 Meereswissenschaftler:innen und Naturschützer:innen aus 17 Ländern im westlichen Indischen Ozean angehören, ist es, den Schutz der gefährdeten Buckeldelfine im Indischen Ozean nachhaltig zu verbessern. Jetzt startet HuDoNet mit der Umsetzung des gemeinschaftlich entwickelten Aktionsplans, um den Schutz dieser bedrohten Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gezielt voranzubringen.
weiterlesenMarineland Antibes: Das Schicksal der verbliebenen Orcas
Marineland Antibes – einst ein beliebter Freizeitpark an der Côte d’Azur – stand lange Zeit sinnbildlich für das Leiden von Meeressäugern in Gefangenschaft. Auch nach der Schließung des Delfinariums im Januar 2025 hat sich an diesem Status nichts verändert. Das Schicksal der letzten zwei Orcas und zwölf Delfine ist ungewiss, die Sorge um ihre physische und psychische Gesundheit wächst. Ein geschütztes Meeresrefugium wäre die beste Lösung. Doch wie realistisch ist es, dass diesen 14 Tieren endlich ein Leben in Würde ermöglicht wird?
weiterlesenHohes Risiko: Diese Walrarten könnten schon bald aussterben
Jahrhundertelang waren Harpunen ihre größte Bedrohung. Heute sind es Fischernetze, Frachtschiffe, Industrieanlagen und globale Schwarzmärkte. Manche Walarten bzw. -populationen zählen nur noch wenige hundert Tiere, andere kaum mehr als eine Handvoll Individuen. Wir stellen an dieser Stelle fünf der am stärksten bedrohten Walbestände weltweit vor.
weiterlesen
