200 Kilogramm weniger Altlast auf den Schultern der Ostsee
Geisternetzbergung am 13. und 14. Juni vor Rügen
Am vergangenen Wochenende wurde die Tauch-Crew der GRD auf eine harte Probe gestellt. Die Bergung von gefährlichen Geisternetzen an zwei Wracks nördlich von Rügen stand auf der Agenda. Trotz guter Wetterprognosen kippten die Windverhältnisse am Nachmittag des ersten Seetages zu unseren Ungunsten. Es bleibt das Vertrauen in das eigene Können und der Erfolg, 200kg Geisternetz aus der Ostsee geborgen zu haben!
Schleppnetze an Wracks in der Kadetrinne
Bereits am Donnerstag, den 12. Juni, trafen sieben erfahrene Bergungs-Taucher:innen auf Rügen ein. Die Vorbesprechung beim langjährigen GRD-Kooperationspartner und Geisternetzexperten Wolfgang Frank, machte deutlich, dass die Bergungsaktion an zwei Wracks in der Nähe der Kadetrinne – dem schwierigsten und gefährlichsten Fahrwasser der Ostsee – aufgrund der Strömungsverhältnisse nicht einfach werden würde.
Am Freitagabend ab ca. 18 Uhr sollte der Wind auffrischen, sodass Bergungen unmöglich werden würden. Außerdem musste der begleitende Kutter von Sassnitz startend eine beträchtliche Strecke zurücklegen, um das geborgene Geisternetz aufzunehmen. Mit anderen Worten: Am Freitag belud die Kutter-Mannschaft bereits um 6 Uhr das Schiff und legte kurz darauf ab. In der Zwischenzeit mussten die Taucher:innen mit dem Auto ans westliche Ende der Insel fahren, um dort das Tauchboot inklusive des Equipments ins Wasser zu lassen.
Gute Stimmung bei den Bergungs-Taucher:innen – allerdings sorgten zunehmender Wind und Strömung für einen vorzeitigen Abbruch der Aktion.
Wetterverhältnisse kippen zu Ungunsten des Bergungsteams
Gegen 11 Uhr traf der Kutter beim Bergungsort ein, während die Tauch-Crew dort bereits gute Vorarbeit geleistet hatte. Schon seit mehr als zwei Stunden waren die sieben Taucher:innen beschäftigt, das ehemalige Schleppnetz am Heck des Wracks loszuschneiden und die dicken, mit Eisen verstärkten Seile zu kappen. Dabei war die Strömung beim Abtauchen zum Wrack so stark, dass sich die Taucher:innen am Seil hinabziehen mussten, um nicht abzutreiben.
Kurz nachdem der freiliegende, gefährlichste Teil des Netzes geborgen wurde und die letzten zwei Taucher an die Oberfläche kamen, musste die Bergung aufgrund des aufgefrischten Windes abgebrochen werden. Bei 30-50 km/h Wind wurden Strömung und Wellengang zu stark, um sichere Tauchgänge zu ermöglichen.
Leider blieb der Wind über Nacht konstant und verhinderte damit eine Fortsetzung der Bergung am Samstag. Zum Glück stellen die verbliebenen Netze keine direkte Gefahr mehr für Meereslebewesen dar.
200 Kilogramm an Geisternetzen werden zunächst auf das Begleitschiff geholt und anschließend an Land gebracht.
Aus der Not eine Tugend gemacht: Beach-Clean-Up in Dranske
Es blieb uns also nichts anderes übrig, als gemeinsam das Beste aus der Situation machen! Wir waren schließlich auf die Insel gekommen, um das Meer von Plastikmüll zu befreien – jetzt zogen wir los, um zu verhindern, dass Plastikmüll überhaupt ins Meer gelangt.
Am Strand von Dranske sammelte das Team auf ca. 1,5 km Zigarettenstummel, Verpackungsmaterial und Styropor-Teilchen ein. Anschließend wurde alles fachgerecht entsorgt.
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Mehr InformationenFazit
Insgesamt konnten an diesem Wochenende ca. 200 kg Geisternetz aus dem Meer und herumliegender Müll am Strand entfernt werden. Diese Arbeit wäre nicht möglich ohne unsere vielzähligen herzlichen, engagierten, mutigen und ehrenamtlichen Meereschützer:innen! Die Planung für die nächste Aktion läuft bereits und in knappen zwei Wochen steht der nächste Workshop für Taucher:innen an.
Mit Einsatz, Tatkraft und viel Herz für die Ostsee: das GRD-Team bei der Geisternetzbergung im Juni 2025
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