Ölpest in Peru: Ökologische Katastrophe – und keiner will es gewesen sein
Großes Leid für Meeresbewohner durch Ölpest: 20.000 Quadratkilometer bereits verseucht
Peru: Beim Entladen eines Frachtschiffes in der Raffinerie La Pampilla sind rund 6.000 Barrel Rohöl ausgelaufen. Auslöser waren ungewöhnlich hohe Wellen infolge des Vulkan-Ausbruchs bei Tonga vor elf Tagen. Der Ölteppich ist mittlerweile über 42 Kilometer lang und bedroht unzählige Meereslebewesen, Schutzgebiete sowie bedrohte Arten. Glück im Unglück: Unsere peruanischen Projektpartner von ACOREMA sind nicht von der Ölpest betroffen.
Offensichtlich haben die Verantwortlichen auf dem Schiff und in der Raffinerie die Tsunami-Warnungen entlang der gesamten Pazifikküste ignoriert. Diese wurden infolge des Ausbruchs des Unterwasser-Vulkans bei Tonga ausgelöst. Fakt ist: Seit 15. Januar verunreinigten schätzungsweise 6.000 Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter) die peruanischen Meere. Das Öl sollte von einem Schiff in die Repsol-Ölraffinerie gepumpt werden. Seit Samstag gilt in den betroffenen Küstengebieten ein 90-tägiger Umweltnotstand.
Der Ölteppich hat bereits über 42 Kilometer der Küste sowie zwei Schutzgebiete verseucht: die Reservatszone Ancón und die „Pescadores“-Inseln, die zum Nationalen Reservat der Guaneras-Inseln gehören. In diesen Gebieten leben ikonische und gesetzlich geschützte Arten wie der Humboldt-Pinguin und der Seeotter sowie Delfine und Wale. Das peruanische Außenministerium erklärte, dass die Tier- und Pflanzenwelt in einem Gebiet von insgesamt fast 20.000 Quadratkilometern geschützter Zonen betroffen ist.
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Ölkonzern redet Öl-Unfall zunächst klein und will nicht verantwortlich sein
Die Auswirkungen sind immens: Der Ölteppich richtet in einem der artenreichsten Gebiete Perus verheerende Schäden an, während er gleichzeitig die örtlichen Fischer und ihre Familien ruiniert. Und: Naturschutzorganisationen beklagen, dass bis dato noch nicht alle notwendigen Maßnahmen ergriffen worden sind, um die Umweltkatastrophe konsequent einzudämmen.
So geht es unseren Projektpartnern!

Bei unseren Projektpartnern von ACOREMA im Gebiet Pisco-Paracas, das glücklicherweise nicht vom Öl-Teppich erfasst wurde, haben das Beben und der Tsunami schlimme Erinnerungen hervorgerufen. Infolge eines schweren Erdbebens wurden im August 2007 weite Teile von Pisco sowie das ACOREMA-Meeresschutzzentrum zerstört. Auch damals bedurfte es einer großen Kraftanstrengung, um sich von dem Unglück zu erholen. Dank Ihrer Hilfe war dies möglich.
Bitte unterstützen Sie auch weiterhin das Delfin- und Meeresschutzprojekt auf der Paracas-Halbinsel – sei es mit einer Patenschaft oder einer Spende:
Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE57 7002 0500 0009 8348 00
Stichwort: „Peru“


Dass nicht schnell genug auf die Umweltkatastrophe reagiert wurde, liegt wohl auch am Verhalten von Repsol. Medieninformationen zufolge meldete der Ölkonzern nach dem Unfall lediglich das Auslaufen von sieben Gallonen Rohöl (1 Gallone = 3,8 Liter). Zudem sagte eine Repsol-Sprecherin nach Informationen des „Guardian“, dass man für die Ölpest nicht verantwortlich sei. Man könne nicht sagen, wer die Schuld trägt, hieß es seitens des Konzerns.
Notfallplan? Fehlanzeige!
Das peruanische Umweltministerium hat Repsol angewiesen, Maßnahmen zur Eindämmung der Ölpest zu ergreifen. Dazu zählt die Bergung des Öls. Scheinbar hat Repsol allerdings genau diese Maßnahmen nicht ergriffen. Gleichzeitig sah es lange Zeit nicht danach aus, als verfüge das Unternehmen über keinen angemessenen Notfallplan für einen Ölunfall dieses Ausmaßes.
Die peruanische Öffentlichkeit hat ihren Unmut bereits in Form von Demonstrationen vor der Repsol-Konzernzentrale in Lima bekundet. Forderung der Protestierenden: „Repsol, übernehmt Verantwortung!” Umweltschutzorganisationen sehen die Problematik großflächiger. So müsse Peru seine Abhängigkeit von Offshore-Ölbohrungen überdenken. Dies sei eine schmutzige und gefährliche Praxis, die unseren Ozeanen schadet und erheblich zum Klimawandel beiträgt.
Foto oben: Youtube-Screenshot CGTN
Protestaktion gegen Repsol – nicht die einzige in diesen Tagen
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