So geht es den Patendelfinen im Süden Perus
„Longscar“ trifft nach Jahren wieder auf Delfin-Freundin „Chaco“
An Küsten lebende Delfine sind anders als Hochseedelfine einer Reihe von Bedrohungen ausgesetzt, die hauptsächlich durch die Nutzung und Verschmutzung ihres Lebensraums durch den Menschen verursacht werden. Mit diesen Herausforderungen werden auch die Delfine im Paracas-Gebiet im Süden Perus konfrontiert, die unsere Partner:innen von ACOREMA seit mittlerweile 25 Jahren kontinuierlich beobachten. Über die jüngsten Sichtungen zu den peruanischen Patendelfinen schreibt Präsident Julio Reyes in diesem Beitrag.
Die Bucht von Paracas ist zunehmendem industriellen Nutzungsdruck ausgesetzt, einschließlich einer erweiterten Hafenanlage und regem Schiffsverkehr. Noch zeigen sich die ansässigen Delfine von den gestiegenen Schiffsaktivitäten unbeeindruckt und ziehen hier nach wie vor ihre Kälber groß. Es ist aber entscheidend, die wirtschaftlichen anthropogenen Aktivitäten zu regulieren und nicht ausufern zu lassen, damit die Delfine nicht noch mehr beeinträchtigt werden.
Paracas-Delfin beim Fischfang
Unsere Aufmerksamkeit gilt momentan auch dem El Niño Costero, der derzeit die peruanische Küste heimsucht. Das Klima-Phänomen sorgt im Herbst und Winter für Meeresoberflächen-Temperaturen, die aktuell höher ausfallen als je zuvor. Die Konsequenzen: Verfügbare Fische, wie die peruanische Sardelle und andere Küstenfischarten, nehmen deutlich ab. Für ACOREMA ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie sich solche Veränderungen auf die Artenvielfalt und das Wohlergehen der Delfine auswirken.
Neues von den peruanischen Patendelfinen
Kürzlich hatten wir eine überraschende Begegnung mit „Chaco“, die seit Jahren nicht mehr in unseren Aufzeichnungen auftauchte. Wir sahen sie zusammen mit ihren alten Delfin-Freundinnen „Breeze“ und „Longscar“. „Longscar“ wies eine ausgeprägte Hauterkrankung an der Rückenflosse auf, die vermutlich auf die Verschmutzung des Wassers zurückzuführen ist.
Bei den letzen Sichtungen von “Longscar” wurden Hauterkrankungen an der Rückenflosse festgestellt.
Andere Gruppenmitglieder wie „Sharpy“, „Smooth“, „Hoocky“ sowie weitere Große Tümmler, die noch benannt werden müssen, sind ebenfalls in jüngster Zeit gesichtet worden. Mittlerweile konnten wir durch unsere Beobachtungen in der Paracas-Bucht insgesamt 149 Individuen nachweisen.
Patendelfin “Breeze” mit ihrem Nachwuchs.
Unsere Bitte: Unterstützt den Delfinschutz in Peru mit einer Patenschaft oder Spende. Vielen Dank!
von Julio Reyes (ACOREMA); Übersetzung Denise Wenger (Schweinswale e.V.)
Fotos:ACOREMA
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