30 Jahre GRD: Hand in Hand für den Delfin- und Meeresschutz

von | 4. November 2021 | News - Unser Verein

Wegbegleiter der GRD: Journalist, Fotograf und Taucher Harald Mielke

Mit dem Reise- und Fotojournalisten sowie Chefredakteur des Schweizer Tauchmagazins „Aquanaut“ Harald Mielke verbindet die GRD eine 25-jährige Freundschaft und eine intensive Zusammenarbeit für den Schutz der Delfine. Alles begann mit einer simplen Foto-Anfrage und der Vermittlung einer Ausstellung an GRD-Gründer Rollo Gebhard…

Den Finger am Auslöser: Die Unterwasserfotos von Harald Mielke sind sehr gelungen.

Rückblick: Standen in den 1970er Jahren noch Luftverschmutzung, Gewässerverunreinigungen oder die Zerstörung der Landschaft durch den Straßenbau im Mittelpunkt von Umweltschutz-Aktivitäten, beherrschte ein Jahrzehnt später das Waldsterben und die Nutzung der Atomenergie – forciert durch die Reaktorschmelze in Tschernobyl – die öffentliche Diskussion. In den 1990er-Jahren bekam die Debatte eine globale und ganzheitliche Dimension. Der von Menschen induzierte Klimawandel war zu dieser Zeit noch kein Thema, wohl aber der Schutz der Flüsse und Meere. Zwar waren die Giftstoffeinleitungen in den Rhein von BASF oder Bayer bereits eingestellt, dafür rückten andere Brennpunkte in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Zusammenbruch des einst als unerschöpflich geltenden Kabeljau-Bestands vor Neufundland etwa. Oder die Verklappung von Schweröl.

Erste Begegnungen mit Delfinen

Der Taucher und Fotojournalist Harald Mielke hatte zu dieser Zeit ganz eigene Erfahrung mit dem Thema Meeresverschmutzung gemacht: „Mein erster Kontakt mit dem 1996 schon recht bekannten Delphin von Nuweiba in Ägypten – „Olin“ genannt – war ein sehr prägender. Die Delfindame hatte sich damals eine Meeresbucht als Lebensraum ausgesucht, die unmittelbar neben einem großen Müllplatz lag. Der dort sehr oft stark wehende Wind trug Unmengen an Plastiktüten ins Meer, sodass dieses stellenweise flächig mit schwimmendem Müll bedeckt war – ein ekliges Unterfangen für einen Schnorchler wie mich.“ Wesentlich schwerer wiegt aber, so erzählt Mielke im Rückblick, dass eines der Kälber von „Olin“ später an solch einer Mülltüte erstickte. Diese Erfahrung hat sich tief ins Gedächtnis des Biologen gebrannt, der sich gerne auch selbstlos zum Nutzen der großen, gemeinsamen Sache „Meeres- und Naturschutz“ engagiert.

Harald Mielke vor einigen Jahren mit dem GRD-Team und mit unserem 1. Vorsitzenden Sigmar Solbach auf der Messe “Boot” in Düsseldorf. 

„Im Laufe meiner nun schon über 30 Jahre währenden Zeit als Reise- und Fotojournalist wuchs mir der Meeresschutz immer mehr ans Herz. Heute begreife ich mich – wie zahlreiche weitere Taucher auch – als Botschafter der Meere. Als einer von denen, die Nicht-Tauchern über den Zustand der Unterwasserwelten berichten. Im Positiven wie im Negativen.“

Gemeinsame Initiativen zum Wohl der Delfine

Zurück ins Jahr 1996. Deutschland wurde in England Fußball-Europameister, die noch junge GRD feierte gerade ihren fünften Geburtstag, und unser Gründer Rollo Gebhard hatte zu diesem Zeitpunkt schon einige Erfolge vorzuweisen, beispielsweise die Initiierung des internationale Kontrollprogramms für delfinsicher gefangenen Thunfisch (SAFE). Auf dem Neubiberger Umwelttag kam es schließlich zum Erstkontakt zwischen der GRD und Harald Mielke, aus dem eine jahrzehntelange Partnerschaft folgen sollte. Die erste Zusammenarbeit betraf die Nutzung von Delfin-Dias aus dem Archiv des Fotografen, die für Kampagnen und Veröffentlichungen der GRD genutzt wurden. Ein Jahr später vermittelte Harald Mielke in Görlitz eine Ausstellung über Meeressäuger an Rollo Gebhard, der die Plattform auch dafür nutzte, um die GRD-Kampagne zum Bann von Treibnetzfischerei voranzutreiben.

Hand in Hand für den Delfinschutz

„Rollo war es natürlich ein ganz besonderes Anliegen, die Gefährdung der Meeressäuger in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken“, erinnert sich Mielke. „Mich persönlich für Delfine begeistern musste er ja nicht mehr. Ich hatte kurz zuvor meine ersten Unterwasserbegegnungen – bspw. mit Olin, die mich bis heute nicht loslassen.“ In den darauffolgenden Jahren intensivierte sich die Zusammenarbeit, beispielsweise durch Verlosungen, gemeinsame Messe-Auftritte wie auf der „Boot“ in Düsseldorf oder zusammen geplante Initiativen. „In 2006 ergab sich eine gemeinsame Aktion gegen Unterwasser-Raubzüge und Korruption auf Mauritius, bei der wir letztlich bewirken konnten, dass einer der Hauptwilderer als Persona non grata des Landes verwiesen wurde („Wilderer im Paradies“)

Harald Mielke: “Heute begreife ich mich – wie zahlreiche weitere Taucher auch – als Botschafter der Meere.”

Und 2012 schlossen sich – inspiriert durch die GRD – mein Aquanaut-Magazin und ich dem Aufruf „Freiheit für den Umwelthelden Paul Watson“ an“, erzählt Mielke. Paul Watson wollte zu dieser Zeit das brutale Abschlachten tausender Haie verhindern, woraufhin Costa Rica einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hatte. In Deutschland wurde er inhaftiert und sollte an Costa Rica ausgeliefert werden. Mielke: „Um unserem Anliegen mehr Gehör zu verschaffen, kopierten wir in unser Protestanschreiben an die damalige Justizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger auch das Who is Who der deutschen Journalistik mit ein.“ Nach einer Woche, in der sich Organisationen, Tierschützer und Bürger lautstark zu Wort meldeten, wurde der Gründer von Sea Shepherd schließlich freigelassen.

Bewährtes Zusammenspiel

Dinge und Menschen zusammenzuführen, die zusammenpassen, das war und ist Harald Mielke ein großes Anliegen. Wie selbstverständlich legte der gebürtige Füssener in seinen Volkshochschul-Ländervorträgen Flyer und Magazine der GRD aus und rief zu Spenden auf. „Ich schätzte es sind seither gut 800 Veranstaltungen gewesen, auf denen die GRD mit dabei war.“ Und auch bei einem anderen Thema, das damals wie heute höchste Brisanz hat, arbeiten die GRD und Mielke Hand in Hand: die alljährlichen Wal- und Delfin-Schlachtorgien auf den Färöer-Inseln.

Zusammen konnten Reiseveranstalter davon überzeugt werden, die Inselgruppe aus ihrem Programm zu nehmen. Überdies wurde sowohl seitens der GRD als auch im Magazin von Harald Mielke kontinuierlich über die Massaker berichtet und dem Färöer Tourism das Marketing stark erschwert. Dass es angesichts des jüngsten Massakers an 1428 Weißseitendelfinen endlich zu einem Stopp der sogenannten Grindadráps kommen muss, darin sind sich Harald Mielke und das Team der GRD einig und tauschen Informationen aus – ein Zusammenspiel, das sich seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert bewährt hat.

Fotos: Harald Mielke

Harald Mielke lebt und arbeitet in Sachsenried bei Schongau zwischen Oberbayern und dem Allgäu. Weitere Infos – auch zu seinen Ländervorträgen – finden Sie auf seiner Webseite www.haraldmielke.com

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