Tollwood Sommerfestival: Große Nachfrage zum Thema Delfin- und Meeresschutz
Die GRD zieht ein positives Fazit nach der Teilnahme auf dem Tollwood Sommerfestival
Zum 33. Mal öffnete am 1. Juli 2021 das Tollwood Sommerfestival seine Tore, auf dem die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) einmal mehr Flagge zeigte. Zu den Themen, die seitens der Besucher am GRD-Stand stark nachgefragt wurden, zählten die Geisternetzbergungen in der Ostsee sowie die Gefahren von Schiffskollisionen für Delfine und Wale in beliebten Urlaubsdestinationen. Letztere erfahren derzeit nach coronabedingten Lockdowns und Reiseverboten eine Renaissance.
Petitionen und Tombola locken Tollwood-Besucher an
Das Tollwood Sommerfestival auf dem Münchner Olympiagelände findet derzeit pandemiebedingt in einer Light-Version statt: Maskenpflicht, Testpflicht und weniger Ausstellungsfläche, auf der sich maximal 3000 Besucher befinden dürfen, gehören in diesem Jahr zum Wahrnehmungsbild des Tollwood. Nichtsdestotrotz konnte sich die Traditionsveranstaltung, die in diesem Jahr bis zum 22. August ihre Tore öffnet, bereits in den ersten Tagen über eine rege Nachfrage freuen.
Dies registrierte auch die GRD, die an den ersten drei Tagen des Tollwood Sommerfestivals im Grünen Pavillon zu finden war. Auch in diesem Jahr lockte das Delfin-Glücksrad Besucher aller Altersklassen an den Stand. Darüber hinaus konnten Petitionen gegen die blutigen Walabschlachtungen auf den Färöer-Inseln oder den nicht enden wollenden Walfang in Japan unterschrieben werden. Auch eine Tombola hatte das GRD-Team in diesem Jahr im Gepäck. Als Hauptgewinn wurde ein plastikfreies Einsteigerpaket im Wert von rund 100 Euro ausgelobt. Passend zum diesjährigen plastikfreien Monat Juli war es das Ziel der GRD, mit diesem Preis auf den enormen Plastikverbrauch auf der ganzen Welt hinzuweisen. Glückliche Gewinnerin ist Andrea S., die Anfang dieser Woche von Losfee Angelika Gebhard, 2. Vorsitzende der GRD, gezogen wurde.
Tollwood-Talk: Geisternetze und Schiffskollisionen im Fokus
In den Gesprächen mit zahlreichen Standbesuchern zeigte sich einmal mehr das Interesse der Bevölkerung zum Thema Delfin- und Meeresschutz. Als immer wiederkehrende Thematik kristallisierten sich die Geisternetzbergungen in der Ostsee heraus – ein Thema, das mehr und mehr Menschen beschäftigt und über das am GRD-Stand intensiv diskutiert wurde. Gleiches gilt für den Delfin- und Walschutz in den Gewässern der kanarischen Inseln sowie in Ägypten. Durch die Wiederbelebung des Tourismus nach den coronbedingten Lockdowns und Reiseverboten sowie der wachsenden Zahl u.a. an Express-Fähren und Speedbooten, beispielsweise vor La Gomera, steigt proportional auch die Gefahr für die dort lebenden Meeressäuger. So durchqueren Schnellfähren mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h Areale mit großen Populationen von Walen und Delfinen, Kollisionen sind für die Meeressäuger in vielen Fällen Lebensbedrohend.
Impression vom Tollwood Sommerfestival: Künstler auf Stelzen und in farbenprächtigen Kostümen zogen die Blicke der Besucher auf sich.
Tatkräftige Tollwood-Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern
Das Team der Gesellschaft zur Rettung der Delphine wurde auf dem Tollwood tatkräftig von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Gemeinsam wurden die Besucher über die Arbeit der gemeinnützigen Organisation informiert, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert. In diesem Kontext nahmen viele Besucher die Gelegenheit wahr, sich mittels des Vereinsmagazins „delphinpost“ intensiver in den Delfin- und Meeresschutz einzulesen
Unser Dank gilt sowohl den ehrenamtlichen Helfern als auch den zahlreichen Sponsoren*. Über eine mögliche GRD-Teilnahme am Winter-Tollwood auf der Theresienwiese werden wir rechtzeitig informieren.
* Die GRD-Sponsoren auf dem Sommer-Tollwood sind: Pandoo, colorswell, Biork, The Poopick, Nelumbo Kosmetik, Naturtasche, Soul Bottles, Kulmine, BeeFoodWraps, Sauerlandseifen, Savion Feine Seifen, Natural Care, Zahnseidenkampagne, Halmstraws, Balubowls, Tollwood Festival GmbH
Fotos: Francisca Isadora Abuter Grebe, Verena Platt-Till
Weitere Artikel
Zwischen Propellern und Publikum: Dauerbedrohung für Delfin “Mimmo” in Venedig
Der Großer Tümmler „Mimmo“ sorgt seit Sommer 2025 in der Lagune von Venedig für Aufsehen, vor allem da er sich oftmals an belebten Orten wie vor dem Markusplatz aufhält. Doch statt dem hundertsten Selfie mit „Mimmo“, braucht es jetzt vor allem eines: konsequenten Schutz. Wie verantwortungsvolles Verhalten der Öffentlichkeit aussehen muss, um das Überleben des jungen Delfins zu sichern, haben die Autor:innen einer wissenschaftlichen Studie erarbeitet.
weiterlesenAktionsplan für den bedrohten Buckeldelfin gestartet
2024 wurde das Indian Ocean Humpback Dolphin Conservation Network (HuDoNet) von unserer südafrikanischen Projektpartnerin Dr. Shanan Atkins ins Leben gerufen. Ziel des Netzwerks, dem 71 Meereswissenschaftler:innen und Naturschützer:innen aus 17 Ländern im westlichen Indischen Ozean angehören, ist es, den Schutz der gefährdeten Buckeldelfine im Indischen Ozean nachhaltig zu verbessern. Jetzt startet HuDoNet mit der Umsetzung des gemeinschaftlich entwickelten Aktionsplans, um den Schutz dieser bedrohten Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gezielt voranzubringen.
weiterlesenMarineland Antibes: Das Schicksal der verbliebenen Orcas
Marineland Antibes – einst ein beliebter Freizeitpark an der Côte d’Azur – stand lange Zeit sinnbildlich für das Leiden von Meeressäugern in Gefangenschaft. Auch nach der Schließung des Delfinariums im Januar 2025 hat sich an diesem Status nichts verändert. Das Schicksal der letzten zwei Orcas und zwölf Delfine ist ungewiss, die Sorge um ihre physische und psychische Gesundheit wächst. Ein geschütztes Meeresrefugium wäre die beste Lösung. Doch wie realistisch ist es, dass diesen 14 Tieren endlich ein Leben in Würde ermöglicht wird?
weiterlesen
