Der einsamste Delfin der Welt ist tot
Ende eines traurigen Lebens in Gefangeschaft
Der einsamste Delfin der Welt lebt nicht mehr. Er soll am 29. März im östlich von Tokio liegenden Inubozaki Marine Park gestorben sein. Dies bestätigen mehrere Quellen.
Der Große Tümmler „Honey“ gelangte zu internationaler Berühmtheit, nachdem die vormaligen Betreiber des Zoos diesen wegen sinkender Besucherzahlen im Januar 2018 schlossen. Die dort befindlichen Tiere, darunter ein Delfin namens „Honey“, überließen sie ihrem Schicksal. Außerdem lebten dort noch 46 Humboldt-Pinguine, Hunderte Fische und Reptilien. Das Zurücklassen der Tiere löste weltweite Empörung aus.
Rettungsversuche für den einsamsten Delfin der Welt laufen ins Leere
Gemeinsam mit anderen Delfinschutzorganisationen und der Tierschutzbeauftragten des Weltverbands der Zoos und Aquarien (WAZA) hatte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) 2018 mehrere Monate lang versucht, eine geeignetere Unterbringung für den einsamen Delfin zu finden. „Doch weder die Besitzer des Marineparks, noch die japanischen Behörden, darunter auch der damalige japanische Umweltminister, Masaharu Nakagawa, hatten ein Einsehen. Die Einmischung von außen wurde zudem von großem Misstrauen begleitet“, erklärt Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.
Besonders tragisch war, dass es nach Angaben der WAZA zwischenzeitlich gelang, für alle Tiere, auch für “Honey”, Plätze in japanischen Einrichtungen zu lokalisieren. Doch weder die früheren, noch die neuen Besitzer des Inubosaki Marine Parks hatten ein Einsehen.
Schließlich scheiterte ein letzter Versuch seitens Dolphin Project aus den USA im Februar 2020.
Überlebende der Delfintreibjagden von Taiji stirbt einsam und allein
„Honey“ wurde 2005 während einer der grausamen Delfintreibjagden von Taiji gefangen. Sie überlebte, weil man sie für die Gefangenschaftshaltung aussortierte.
„Zu Anfangs lebte sie im Delfinarium des Marine Parks noch in Gesellschaft mit anderen Delfinen. Doch diese starben. Anschließend verbrachte Honey ihr restliches Leben einsam und allein im engen Becken des Marineparks. Ihr Schicksal zeigt einmal mehr, zu welch grausamer Skrupellosigkeit die Delfinariumsindustrie fähig ist. Ihr Tod war für sie vielleicht eine Erlösung. Erlösung von einem zutiefst traurigen und unvorstellbar einsamen Leben“, sagt Ulrich Karlowski.
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