Delfine leben lieber mit Gleichgesinnten zusammen

Jagdstrategien

Delfine leben lieber mit Gleichgesinnten zusammen

Delfingesellschaften passen sich verändernden Umweltbedingungen an

Delfingesellschaften sind sehr komplex. Ihre Struktur und ihr soziales Gefüge passen sich nicht nur sich verändernden Umweltbedingungen an. Auch das Beherrschen bestimmter Fähigkeiten kann in einer Delfingesellschaft zur Bildung von sozialen Gruppen und Netzen führen. So scheint die Gruppe der weiblichen Indopazifischen Großen Tümmler, die in der westaustralischen Shark Bay als sogenannte „Schwammstrategen“ auf die Jagd geht, in einer sozialen Gruppe zusammen zu leben und tendenziell weniger mit Tümmlern zu interagieren, die die Schwammstrategie nicht beherrschen.

Ein weiteres australisches Delfinbeispiel zeigt, dass das soziale Netz der Spezialisten keine in Stein gemeißelte Separierung bedeutet, sondern sich verändernden Umweltbedingungen anpassen und auch wieder auflösen kann.

In der Moreton Bay schlossen sich jetzt zwei Delfingruppen wieder zusammen, die wegen unterschiedlicher Jagdtechniken ihre eigenen Wege geschwommen waren. Die eine Gruppe hatte als Jagdtechnik das sehr riskante Fischen aus Netzen und Beifangfischen rund um in der Bucht fischende Trawler erlernt. Nachdem die Trawler in der Bucht verboten wurden, bildeten sie wieder eine Gemeinschaft mit den Tümmlern, die die „Netzstrategie“ nicht eingesetzt hatten. Es hätte auch wenig Sinn gemacht, weiter getrennt auf Jagd zu gehen, kann man gemeinsam in der größeren Gruppe die vorhandenen Nahrungsressourcen doch wesentlich effektiver nutzen.

Die Ausprägung nicht genetisch bedingter durch Überlieferung und Lernleistung tradierter Verhaltensweisen, die nur in bestimmten Regionen, Gruppen oder Familien auftreten, nennt man Kultur. Durch das Beherrschen bestimmter Fähigkeiten beeinflusste und verbundene soziale Gruppen und soziale Netze finden sich bei kaum einem anderen Säugetier, manche sprechen hier bereits vom Entstehen einer Subkultur. Andererseits kann sich diese auch wieder auflösen, wenn die Umweltbedingungen sich ändern.
Foto oben: Olivier Notz

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