Tempolimits im Mittelmeer: Spanische Lokalregierungen wollen Wale und Delfine vor Schiffslärm besser schützen

Schiffslärm: Im Walmigrationskorridor zwischen dem Festland und den Balearen sollen Schiffe ihr Tempo künftig reduzieren

Kontinuierlicher Schiffslärm im Bereich von Wasserstraßen vertreibt Meeressäuger, macht sie taub und erschwert ihre Jagd auf Beutetiere. Dies ist Fakt. Seit Jahren weisen wir auf die Gefahren des Unterwasserlärms hin, gerade auch mit unseren Projektpartnern von M.E.E.R. e.V. auf den Kanaren. Endlich gibt es in diesem Kontext positive Signale aus Spanien: Drei Landesregierungen fordern jetzt Tempolimits für Schiffe, um Wale und Delfine besser zu schützen. Wie kam es zu diesem Umdenken?

Ausgangspunkt war der Mittelmeer-Gipfel für Umwelt und Klima in Barcelona Anfang März, der von drei Regionalregierungen (Katalonien, Valencia und Balearen) organisiert wurde. Im Anschluss des Treffens forderten die Delegationen die Zentralregierung in Madrid auf, „die Einzigartigkeit des Ökosystems des Mittelmeers zu berücksichtigen, um den Verlust der biologischen Vielfalt umzukehren und den Druck auf die Meeresumwelt und ihre Ressourcen zu minimieren.

 Seit Jahren schießen an der deutschen Ostseeküste touristische Speedboot-Angebote wie Pilze aus dem Boden.

Mit Tempolimits in Hot Spot-Regionen könnte die Zahl der Schiffskollisionen effektiv gesenkt werden.

Tempolimit im Mittelmeer: weniger Schiffslärm und weniger Kollisionen mit Meeressäugern

Konkret wurden die Landesregierungen in ihrer Forderung, die Höchstgeschwindigkeit der Schiffe im Walmigrationskorridor zwischen dem spanischen Festland und den Balearen zu reduzieren. Ziel ist es, den Schiffslärm unter Wasser zu minimieren, da dieser die Kommunikation, die Sicherheit, die Fortpflanzung und somit das Überleben von Delfinen, Walen und Schweinswalen im Migrationskorridor des Mittelmeers gefährdet. Gleichzeitig sollen durch Tempolimits für Fähren, Kreuzfahrtschiffe und Frachter die Zahl der Schiffskollisionen mit Meeressäugern reduziert werden. 

Sollte die spanische Zentralregierung dieser Forderung nachkommen, könnte dies auch ein positives Signal für die Kanaren sein: Seit vielen Jahren kämpfen wir mit unseren Projektpartnern von M.E.E.R. e.V. dafür, dass statt der Einführung immer neuer Hochgeschwindigkeitsfähren endlich auf die Meeressäuger Rücksicht genommen wird. Die Inselgruppe gilt international längst als „Hot Spot“ für Kollisionen zwischen Schiffen und Walen – es wäre auch aus touristischer Sicht imagefördernd, sich dafür zu engagieren, dass diese zweifelhafte Bestmarke schnellstmöglich der Vergangenheit angehört.

Lese-Tipp: Schiffskollisionen mit Walen und Delfinen: Zwischen tödlichen Hot-Spots und Hoffnungsschimmern

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