Japanischer Delfin stirbt nach Ankunft in Südkorea

von | 15. März 2017 | News - Delfinarien

Was für ein Schicksal!

Die brutale Treibjagd in die Todesbucht in Taiji (Japan) hat er überlebt. Er hat miterlebt, wie Menschen fast alle Mitglieder seiner Gruppe, Verwandte, Freunde, Bekannte, unbarmherzig niedermetzelten. Tiefrot färbte sich das Wasser der Bucht. Doch er wurde verschont, aussortiert und am Leben gelassen. Für eine Weile. Bis er seine Reise ins 1000 Kilometer entfernte Delfinarium im südkoreanischen Ulsan antrat. Es war seine letzte. Kurz nach der Ankunft Ende Februar starb der Große Tümmler. Die Todesursache ist unklar. In seinen Lungen und im Brustkorb fanden Tierärzte viel Blut.

Regierung soll den Import von Delfinen verbieten

Koreanische Tierschützer, wie Hotpinkdolphins, fordern jetzt von der Regierung einen vollständigen Einfuhrstopp für Delfine, berichtet The Korea Times. Bislang dürfen Große Tümmler mit einer Einfuhrerlaubnis des Fischereiministeriums offiziell nach Korea verfrachtet werden. Nach Angaben von Hotpinkdolphins stammen die meisten der 41 in acht koreanischen Delfinarien lebenden Großen Tümmler aus Japan, verkauft von den Delfinschlächtern aus Taiji.

Gefangene Delfine sollen Nachfrage nach Whale-Watching verstärken

Whale-Watching gehört in der im Südosten von Südkorea gelegenen Stadt Ulsan zu einer beliebten Touristenattraktion. Das Delfinarium dort wurde, so The Korea Times, eigens gebaut, um den Whale-Watching-Tourismus noch beliebter zu machen! Hotpinkdolphins fordert die Freilassung der im Ulsan-Delfinarium verbliebenen 4 Delfine und die Schließung der Anlage.

Ohne den Handel mit lebenden Delfinen keine Taiji-Massaker

Auch nachdem der Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA) vor zwei Jahren seine Mitglieder aufgefordert hatte, keine Delfine aus Taiji mehr zu beziehen, bleibt Südkorea Einfallstor für Tiere aus der Todesbucht. Große Delfinarien befinden sich dort auf der Geoje-Insel, in Seoul, Ulsan und auf der südlich der Koreanischen Halbinsel gelegenen Vulkaninsel Jejudo. Immer wieder kommt es unter den importierten Delfinen zu unerklärlichen Todesfällen. Ihr Leben in Gefangenschaft währt meist nicht sehr lange.

Der Verkauf von Delfinen in Delfinarien ist Hauptantrieb für die Fischer von Taiji, ihr blutrünstiges Tun fortzuführen. Sämtliche Versuche, die japanischen Regierung zum Handeln zu bewegen, um den sinnlosen Massakern Einhalt zu gebieten, waren bislang vergeblich.

l

Weitere Artikel

Adria-Delfine – Totfunde 2020 und Todesursachen

Vom Leben und Sterben der Adria-Delfine 2020: Großer Tümmler stirbt an verschlucktem Geisternetz – Vergebliche Rettungsaktion für einen lebend gestrandeten Streifendelfin – Keine Feldarbeit wegen Corona-Pandemie. Zahl der Totfunde bleibt im Vergleich zu den Vorjahren in etwa gleich. Wir danken allen, die mit ihren Spenden, einer Patenschaft für einen Adria-Delfin oder mit ihren Sichtungsmeldungen tatkräftig mithelfen, dass wir dieses Projekt durchführen können. Sie tragen dazu bei, die gefährdete Welt der Adria-Delfine zu einem besseren Platz zu machen!

weiterlesen

Tod des Eckernförder Delfins: Overtourism mitverantwortlich

Der Eckernförder Einzelgängerdelfin starb an einer schweren Lungenentzündung. Delfinschützer geben Overtourism Mitschuld am Tod des Tieres. Es ist tragisch, dass man das nicht besser hinbekommen hat und diese besondere Tierpersönlichkeit das Zusammenleben mit uns Menschen nicht lange überlebt hat. Ein Schicksal, dass leider die meisten menschenfreundlichen Einzelgängerdelfine ereilt.

weiterlesen

The Sound of Hope

In „The Sound of Hope“ berichten südafrikanische Forscherinnen und Forscher vom SouSA-Consortium über ihre Arbeit zur Rettung der in Südafrika vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine. Die zu den Buckeldelfinen (Gattung Sousa) zählenden Delfine sind im Staat an der Südspitze Afrikas die am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäuger. Ihre Zahl wird etwa 500 Individuen geschätzt.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!