Zum Tod von Orca „Kiska“: Leidvolle 47 Jahre
Der „einsamste Orca der Welt“ ist in Kanada gestorben
Gefangengenommen vor über 40 Jahren, eingesperrt und am Ende elf Jahre isoliert: Das Schicksal meinte es nicht gut mit „Kiska“, die noch dazu all ihre Nachkommen überlebte. Keines ihrer Kälber wurde älter als sieben Jahre. Am vergangenen Donnerstag starb die Orca-Dame im Alter von 47 Jahren im kanadischen Vergnügungspark „Marineland“. Wir hätten „Kiska“ gewünscht, dass sie wenigstens ihre letzten Jahre in einem Sanctuary hätte verbringen können.
„Kiska“ war der „einsamste Orca der Welt“
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen
Im September 2021 ging ein Video um die Welt, das „Kiska“ dabei zeigte, wie sie ihren Kopf ein ums andere Mal gegen die Wand des Beckenrandes rammte. Unübersehbar: Das Orca-Weibchen fügt sich auf diesen Bildern selbst Schmerzen zu. Immer und immer wieder. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit hört sie mit der Prozedur auf und entfernt sich vom Beckenrand. Zu diesem Zeitpunkt fristete „Kiska“ bereits seit zehn Jahren ein Dasein ohne jeglichen Kontakt zu anderen Tieren und ohne jede Beschäftigung. Der Beiname „einsamster Orca der Welt“ brachte ihr schon zuvor traurige Berühmtheit ein.
Am 9. März 2023 starb „Kiska“ in ihrem Gefängnis; das Ergebnis der Obduktion steht noch aus. Bereits in den vorangegangenen Wochen soll sich der Gesundheitszustand des Schwertwals verschlechtert haben. Dies teilte der Vergnügungspark mit, der „ihren Verlust betrauert“. „Kiska“ wurde 47 Jahre alt. In freier Wildbahn lebende weibliche Schwertwale haben eine Lebenserwartung von 50 bis 80 Jahren.
Trennungsschmerz – ein ganzes Orca-Leben lang
„Kiska“ wurde 1979 zusammen mit „Keiko“, dem Orca aus dem Film „Free Willy”, in isländischen Gewässern gefangen. Die beiden verbrachten nur wenige Jahre zusammen in Gefangenschaft, da „Keiko“ Mitte der 1980er Jahre nach Mexiko verkauft wurde. In der Folge musste „Kiska“ über viele Jahre das Publikum im „Marineland“ bespaßen und mitansehen, wie ihre in Gefangenschaft geborenen Kälber starben – eines nach dem anderen. Keines wurde älter als sieben Jahre. Als sie dann auch noch 2011 von ihrem letzten Kameraden, Orca „Ikaika (heute im SeaWorld San Diego), getrennt wurde, soll „Kiska“ depressiv geworden sein.
Das Schicksal von „Kiska“ hat dazu beigetragen, dass in Kanada seit 2019 keine Delfine und Wale mehr in Gefangenschaft gehalten oder gezüchtet werden dürfen. Gleichzeitig wurde in den vergangenen Jahren fieberhaft daran gearbeitet, die Orca-Dame in ein Sanctuary zu überführen. In einer solchen Schutzstation hätte „Kiska“ vielleicht noch einmal die Möglichkeit gehabt, mit anderen Walen und Delfinen zu interagieren. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen.
Umso mehr bemühen sich Tierschutzorganisationen vor Ort jetzt um die Umsiedlung der derzeit noch im „Marineland“ lebenden fünf Delfine und über 30 Belugas.
Foto oben: Ontario Captive Animal Watch
* Der Betrag von 3,38 €, zzgl. der Versandkosten des jeweiligen Netzanbieters wird bei der nächsten monatlichen Mobilfunkrechnung einmalig abgerechnet oder von deinem Prepaid-Guthaben abgezogen. Nach Abzug einer technischen Gebühr von 0,17 €, die an die Mobilfunkprovider für die Abwicklung der SMS-Aktion geht, erhält die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. pro gesendeter Charity SMS einen Betrag von 3,21 €.
Weitere Artikel
Achtung, Betrug!
Wir beruhigen unser Gewissen, klopfen uns auf die Schulter und sagen: Seht her, wir tun alles Menschenmögliche, um einem gestrandeten Meeresindividuum zu helfen, wieder in den Ozeanen unterwegs zu sein. Wir zeigen Empathie, wir fühlen mit ihm, wir leiden mit ihm. Wir organisieren Bagger, um eine tiefere Fahrrinne für den Wal zu graben, in der Hoffnung, er möge aus eigener Kraft seinen Weg zurück finden in den Atlantik, wo er eigentlich zuhause ist.
Was aus unseren tagelangen Anstrengungen wird, bleibt offen. Wird er wieder Kräfte generieren?
Walgedanken – von Angelika Gebhard
Wir beruhigen unser Gewissen, klopfen uns auf die Schulter und sagen: Seht her, wir tun alles Menschenmögliche, um einem gestrandeten Meeresindividuum zu helfen, wieder in den Ozeanen unterwegs zu sein. Wir zeigen Empathie, wir fühlen mit ihm, wir leiden mit ihm. Wir organisieren Bagger, um eine tiefere Fahrrinne für den Wal zu graben, in der Hoffnung, er möge aus eigener Kraft seinen Weg zurück finden in den Atlantik, wo er eigentlich zuhause ist.
Was aus unseren tagelangen Anstrengungen wird, bleibt offen. Wird er wieder Kräfte generieren?
Tragischer Beifang: Buckeldelfin verendet in Hainetz vor Richards Bay
Vor rund zwei Wochen ist vor Richards Bay in Südafrika ein junger Delfin in einem sogenannten Hainetz verendet. Ein lokaler Drohnenpilot dokumentierte den Vorfall aus der Luft und stellt uns das erschütternde Videomaterial zur Verfügung. Bei dem Tier handelt es sich um ein junges Weibchen des seltenen und stark gefährdeten Indopazifischen Buckeldelfins.
weiterlesen
