Frankreich: Verirrter Orca in der Seine leblos aufgefunden

von | 30. Mai 2022 | News - Delfine

Rettung des an starkem Pilzbefall leidenden Schwertwals ist gescheitert

UPDATE: Ein Schwertwal, der sich vor wenigen Wochen in den französischen Fluss Seine verirrt hatte, ist am 30. Mai leblos aufgefunden worden. Dem Orca wurde aufgrund eines fortgeschrittenen Pilzbefalls bereits zuvor ein kritischer Gesundheitszustand attestiert. Versuche, den Meeressäuger mittels Sonartechnik zurück in den Atlantik zu lotsen, waren nicht erfolgreich.

Orca verirrt sich in der Seine

Mitte Mai hat sich der sichtlich geschwächte Orca in die Seine verirrt. Aus eigener Kraft gelang es dem Schwertwal nicht, zurück in den Ozean zu schwimmen.. Auch eine Rettungsaktion am vergangenen Wochenende mittels Sonartechnik schlug fehl. Hierbei wurde der Versuch unternommen, den vier Meter langen Orca-Bullen mithilfe von Wal-Geräuschen in Richtung Atlantik zu locken. Doch anstatt sich von den Klängen leiten zu lassen, schwamm das Jungtier leider nur zwischen den Ufern hin und her.

Einschläferung als einzige Lösung für den kranken Orca

Schon vor diesem Rettungsversuch wurde der Orca von Experten als extrem geschwächt eingestuft. Die Behörden gehen davon aus, dass der Schwertwal an Mukormykose, auch bekannt als Schwarzer Pilz, erkrankt war. Die Krankheit breitet sich zunächst über die Haut aus und kann schließlich Organe wie die Lunge, das Herz und das Gehirn erreichen, was möglicherweise die verwirrten Reaktionen des Tieres erklärt. (Lesetipp: Delfine sterben in Frankreich zu tausenden)

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen

Eine Gruppe von Experten kam am Sonntag einstimmig zu dem Entschluss, dass die einzige Lösung darin bestehe, den Schwertwal einzuschläfern und sein Leiden auf diese Weise zu beenden. Doch dazu kam es nicht: Am 30. Mai teilten die Behörden mit, dass der Orca leblos aufgefunden wurde. In den kommenden Tagen werden Tierärzte und Biologen eine Autopsie vornehmen, um herauszufinden, weshalb der Meeressäuger sich in die Seine verirrt hat und weshalb er gestorben ist. 

Foto: Screenshot Youtube PolandDailyLive

 

l

Weitere Artikel

Zwischen Propellern und Publikum: Dauerbedrohung für Delfin “Mimmo” in Venedig

Der Großer Tümmler „Mimmo“ sorgt seit Sommer 2025 in der Lagune von Venedig für Aufsehen, vor allem da er sich oftmals an belebten Orten wie vor dem Markusplatz aufhält. Doch statt dem hundertsten Selfie mit „Mimmo“, braucht es jetzt vor allem eines: konsequenten Schutz. Wie verantwortungsvolles Verhalten der Öffentlichkeit aussehen muss, um das Überleben des jungen Delfins zu sichern, haben die Autor:innen einer wissenschaftlichen Studie erarbeitet.

weiterlesen

Aktionsplan für den bedrohten Buckeldelfin gestartet

2024 wurde das Indian Ocean Humpback Dolphin Conservation Network (HuDoNet) von unserer südafrikanischen Projektpartnerin Dr. Shanan Atkins ins Leben gerufen. Ziel des Netzwerks, dem 71 Meereswis­senschaftler:innen und Naturschützer:innen aus 17 Ländern im westlichen Indischen Ozean angehören, ist es, den Schutz der gefährdeten Buckeldelfine im Indischen Ozean nachhaltig zu verbessern. Jetzt startet HuDoNet mit der Umsetzung des gemeinschaftlich entwickelten Aktionsplans, um den Schutz dieser bedrohten Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gezielt voranzubringen.

weiterlesen

Marineland Antibes: Das Schicksal der verbliebenen Orcas

Marineland Antibes – einst ein beliebter Freizeitpark an der Côte d’Azur – stand lange Zeit sinnbildlich für das Leiden von Meeressäugern in Gefangenschaft. Auch nach der Schließung des Delfinariums im Januar 2025 hat sich an diesem Status nichts verändert. Das Schicksal der letzten zwei Orcas und zwölf Delfine ist ungewiss, die Sorge um ihre physische und psychische Gesundheit wächst. Ein geschütztes Meeresrefugium wäre die beste Lösung. Doch wie realistisch ist es, dass diesen 14 Tieren endlich ein Leben in Würde ermöglicht wird?

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
SozialBank AG
IBAN:
DE09 3702 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33XXX

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!