Geglückte Rettung: Diese Delfine und Wale haben ihre Strandung überlebt

von | 24. Mai 2022 | News - Delfine

Alles andere als Routine: Die Rettung von Delfinen und Walen

Aus aller Welt erreichen uns fast täglich Meldungen von Rettungsaktionen, bei denen das Schicksal von Delfinen und Walen am seidenen Faden hängt. Auf dieser Seite lassen wir Videos von Strandungen oder der Befreiung aus einem Fischernetz mit glücklichem Ausgang sprechen. Hinweis: Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Spanien: Taucher befreien einen im Treibnetz gefangenen Buckelwal

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Mai 2022: In einer Unterwasser-Rettungsaktion haben spanische Taucher einen zwölf Meter langen Buckelwal befreit, der sich in einem illegalen Treibnetz vor Mallorca verfangen hatte. Der geschwächte Wal war von einem Schiff aus rund fünf Kilometer vor der Ostküste Mallorcas gesichtet worden. Der Wal war derart im Fischernetz verheddert, dass er nicht einmal sein Maul öffnen konnte.

Erste Versuche, das Netz von einem Boot aus zu zerschneiden, schlugen fehl. Deshalb wurden Taucher hinzugerufen, um das Netz mit ihren Messern zu entfernen. Diese Aktion dauerte rund eine Stunde, anschließend war der Buckelwal befreit.

Die Aufnahmen stammen von dem Fotografen Pedro Riera. Dieser dokumentierte die Rettungsaktion und stellte die Bilder der “Mallorca Zeitung” zur Verfügung.

China: Wettlauf gegen die Zeit – Pottwal-Rettung dauert 20 Stunden

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April 2022: Ein rund zehn Tonnen schwerer Pottwal strandete am 19. April an der chinesischen Küste, südlich von Shanghai. Aufgrund der Ebbe, die seinen massigen Körper schutzlos der Sonne aussetzte, drohte der 20 Meter lange Meeressäuger an Überhitzung und Dehydrierung zu sterben – der Wettlauf gegen die Zeit begann. Zahlreiche freiwillige Helfer sowie die örtliche Feuerwehr haben den Pottwal in der Folge kontinuierlich mit Wasser gekühlt und zudem einen Graben aus Meerwasser ausgehoben. Gleichzeitig warteten alle Beteiligten auf das Einsetzen der Flut. 

Am späten Abend war es dann soweit: Die Retter konnten den Wal durch das Hochwasser mit Seilen in flache Gewässer und anschließend immer weiter ins Meer schleppen. Gegen 5:30 Uhr am nächsten Morgen wurde der Pottwal schließlich freigelassen. Aus eigener Kraft schwamm er hinaus in den offenen Ozean.

Neuseeland: Delfin-Rettung auf einem Touristenboot

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März 2022: In Neuseeland hat ein Hector Delfin Glück im Unglück gehabt, nachdem er von der Besatzung eines Ausflugsboots gerettet wurde. Das Team eines Sightseeing Tour-Anbieters aus der Nähe von Christchurch entdeckte die in ein Seil verhedderte Delfin-Dame bei einer Ausfahrt mit Touristen; ihr wenige Monate altes Kalb befand sich direkt bei ihr. Das Seil war am einen Ende an einer Krabbenfalle befestigt, am anderen Ende an zwei Bojen. 

Die Crew des Touristenbootes hat sich schnell entschieden, dem Meeressäuger zu helfen. “Wir haben einfach den Bootshaken genommen und den Delfin auf das Heck des Bootes gehoben. Es dauerte etwa 20 Sekunden, dann ließen wir sie wieder frei. Das Kalb und seine Mutter schwammen dann gemeinsam davon”, berichtet ein Crew-Mitglied.

Der Zwischenfall könnte für einen der örtlichen Fischer noch ein Nachspiel haben, da das Fischen in diesem Gebiet verboten ist.

Hawaii: Buckelwal-Dame verwickelt sich in 150 Meter langes Seil

Die Buckelwal-Dame hatte sich in einem Knäuel aus Geisternetzen verheddert und benötigte dringend Hilfe.

Februar 2022: Vor der Küste von Hawaii hat sich eine Buckelwal-Dame, die mit einem Bullen und ihrem Kalb unterwegs war, massiv in einem Geisternetz verfangen. Nach Angaben der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hatten sich bereits 150 Meter Seil um den Kopf des Meeressäugers gewickelt, als die Rettungskräfte eintrafen. Wie im Video zu sehen, gelang es den Rettern mit einiger Mühe den Buckelwal vom Geisternetz zu befreien. Letzteres hatte sich zu einem großen Knäuel aus einem Dutzend verschiedener Arten von Leinen und Netzen entwickelt. „Sobald sie befreit war, schwammen Mutter und Kalb zueinander, wobei sich das Kalb unter das Kinn der Mutter kuschelte”, freute sich das NOAA-Team nach der geglückten Rettung.

Kolumbien: Vom Aussterben bedrohter Rosa Delfin aus seichtem Wasser gerettet

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Januar 2022: Durch das Zusammenwirken von Marine, Luftwaffe und örtlicher Bevölkerung konnte ein gestrandeter Flussdelfin in Kolumbien gerettet werden. Der vom Aussterben bedrohte Rosa Delfin wurde im seichten Wasser des Pauto-Flusses gefunden – danach folgte eine aufwendige Rettungsaktion. Zunächst musste das Tier mit einem Netz gefangen, anschließend mit einem Fahrzeug in die Stadt Paz de Ariporo gebracht und mit einem Flugzeug zum Fluß Meta geflogen werden. Ziel war es, den Delfin in ein besseres Umfeld zu bringen. Denn sein bisheriger Lebensraum ist durch Fischernetze, Quecksilberverschmutzung durch illegalen Goldabbau und immer mehr Wasserkraftwerke stark gefährdet.

Südafrika: Buckelwal wickelt sich vierfach um ein Fischerseil

Dezember 2021: Nördlich von Kapstadt bei Dassen Island ist ein großer Buckelwal in die Fänge eines Fischerseils geraten. Der Meeressäuger hatte sich bereits stark in das am Meeresboden fixierte Seil verheddert, ehe die Retter von SA (South Africa) Whale Disentanglement Network (SAWDN) eintrafen. Die Befreiung gestaltete sich aber alles andere als einfach: Die Besatzung befestigte zunächst zwei Kegeltonnen an den Seilumwicklungen, um den Wal so nah wie möglich an der Meeresoberfläche zu halten. Das elf Meter große Tier stieß die Kegeltonnen aber mit einem Schlag seiner Fluke ab. Glücklicherweise gelang es dem Team dennoch mit speziellem Schneidwerkzeug einen „Cut“ am Seil zu machen, sodass sich der Wal aus der Umwicklung selbst befreien und in den Atlantik vor Südafrika abtauchen konnte.
Foto: Sea Rescue South Africa

Belgien: Drei Schweinswale sterben, einer wird gerettet

November 2021: Am Strand von Lombardsijde bei Middelkerke (Belgien) strandeten insgesamt vier Schweinswale – drei waren bereits verstorben, als sie von Spaziergängern gefunden wurden. Den noch lebenden Meeressäuger wieder in die Nordsee zu bugsieren, schlug unglücklicherweise fehl, da er immer wieder von den Wellen zurückgespült wurde. Daher entschieden sich die Retter vom Königlich Belgischen Institut für Meereswissenschaften (KBIN), den Schweinswal für Untersuchungen in den Boudewijn Seapark zu transportieren. Nach einem kurzen Aufenthalt in den Becken des Parks wird er dann wieder in die Freiheit entlassen. (Lesetipp: Bei Strandungen – So funktioniert die Ersthilfe bei Meeressäugern)
Foto: Boudewijn Seapark

Philippinen: Walrettung per Telefon

Oktober 2021: Fischer haben in der philippinischen Region Sarangani einen Zwergpottwal gefunden, der Medieninformationen zufolge „schwach und verwundet” gewesen sei. Mitarbeiter des städtischen Amtes für Umwelt und natürliche Ressourcen wurden informiert und nahmen sich kurze Zeit später dem zwei Meter großen Meeressäuger an. Erleichtert wurde ihre Arbeit durch die telefonische Hilfe eines Tierarztes, der den Einsatzkräften explizite Anweisungen gab, wie der Zwergpottwal behandelt werden muss. Nach erfolgreicher Erstversorgung wurde der Wal noch einige Tage beobachtet ehe er wieder ins offene Meer entlassen wurde.
Foto: DENR-Soccsksargen

Argentinien: Bagger helfen Buckelwalen bei der Rettung

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Oktober 2021: Innerhalb von 48 Stunden strandeten gleich zwei Buckelwale am Strand von La Lucila del Mar in Argentinien. Die Rettung der bis zu sieben Tonnen schweren Meeressäuger ist vielen helfenden Händen und dem Einsatz schweren Geräts zu verdanken: Ein Bagger half beiden Buckelwalen aus der Patsche.

Russland: Orca-Mutter wartet geduldig auf ihr gestrandetes Kalb

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September 2021: Auf der Jagd nach einer Kegelrobbe wagte sich ein junger Orca bei einsetzender Ebbe zu weit in die Bucht bei Magadan (Ochotskischen Meer) und strandete schließlich. Sein Glück: Rettungskräfte und freiwillige Helfer eilten herbei und übergossen den rund 500 Kilogramm schweren Orca über Stunden mit Wasser. Durch die Flut gelang es dem Schwertwal schließlich, sich selbst zu befreien und Richtung offenes Meer zu schwimmen. Wie im Video zu sehen wartete dort seit Stunden die Mutter auf ihren verlorenen Sohn und nahm ihn in Empfang.

Alaska: Menschenkette rettet Orca

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August 2021: Die herannahende Ebbe hatte ein Orca an der Küste von Alaska offensichtlich unterschätzt: In der Nähe von Prince of Wales Island strandete das Tier so unglücklich in einer Felsspalte, dass es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Sein Glück: Einheimische entdeckten den Orca bei einem Ausflug, organisierten in Windeseile eine Rettungsaktion und übergossen den Schwertwal bis zur einsetzenden Flut mit Meerwasser – gerettet in letzter Minute.

Kanada: Delfin steckt kopfüber fest

Juli 2021: Drei Freunde wollen in Neufundland einen Ausflug im Kajak unternehmen und die zerklüftete Küste bei Fleur de Lys erkunden. Unvermittelt entdeckte das Trio einen gestrandeten Delfin, der kopfüber in ca. 60 Zentimeter tiefem Wasser feststeckte und um sein Leben kämpfte.

Die jungen Männer reagierten schnell, richteten den Meeressäuger auf und führten ihn behutsam durch die Felsen in tieferes Wasser (siehe nebenstehendes Video). Von dort aus schwamm der Delfin nach einer kleinen Rast in die Bucht hinaus. Wie es zu der Strandung kam bleibt Spekulation. Die lebensgefährliche Lage könnte nach Auskunft des Trios durch ein vorbeifahrendes Boot verursacht worden sein, von dem der Delfin angefahren wurde. 

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Namibia: Gestrandeter Buckelwal wird zurück ins Meer geschoben.

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Juni 2021: Namibische Reiseanbieter informierten die Mitarbeiter von Ocean Conservation Namibia darüber, dass 50 Kilometer südlich von Walvis Bay ein Buckelwal gestrandet ist. Mit mehreren Kollegen und Rettungsausrüstung begab sich das Team zu dem noch lebenden, aber geschwächten Tier. Über vier Stunden dauerte es, bis der Wal mit vereinten Kräften und unter Mithilfe einer großen Welle wieder mit dem Schwanz im Wasser schlagen konnte und sich wenige Minuten später in die Tiefen des Ozeans verabschiedete. Für ein Mitglied von Ocean Conservation Namibia war dieses Erlebnis äußerst speziell. Dieser hatte bereits zehn große Walrettungen erlebt – der Buckelwal bei Walvis Bay war seine erste erfolgreiche.

Gestrandete Delfine: Jeder kann helfen

Aktiv an einer Delfin- oder Walrettung beteiligt gewesen zu sein, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Moment, den man nie vergisst. Engagement für die Meeressäuger kann aber auch gezeigt werden, indem man gemeinnützige Organisationen wie die Gesellschaft zur Rettung der Delphine und deren Projekte unterstützt. Wie Sie uns aktiv helfen können, erfahren Sie hier.

Das gesamte Team der GRD bedankt sich bei allen Freiwilligen, die keine Mühen gescheut haben, um den gestrandeten Delfinen und Walen zu helfen.

 

 

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