Kampf-Delfine im Irak-Krieg

von | 16. Juni 2003 | News - Delfine

Wer dachte, die militärische Verwendung von Tieren im Krieg sei ein Relikt aus den Zeiten Hannibals, sah sich beim letzten Irak-Krieg getäuscht

Die US-Navy setzte vier sogenannte Kampf-Delfine sowie Seelöwen im Hafen von Um Kasar zur Minenräumung ein. Die als “Soldaten der Meere” ausgebildeten Kampf-Delfine können feindliche Taucher töten und See-Minen aufspüren. Abgesehen von dem mehr als fragwürdigen militärischen Wert derartiger “Waffen” sind Ausbildung, Transport und Einsatz für die intelligenten Meeressäuger mit großen Belastungen für die Tiere verbunden.

Seit 1959 trainiert die US-Navy wild gefangene Delfine für militärische Zwecke

Erstmals wurden Kampf-Delfine in der Bucht von Cam Ranh im Vietnamkrieg eingesetzt. Die mit speziellen Nasenwaffen ausgerüsteten Meeressäuger sollten dort feindliche Taucher töten. Kampf-Delfine gehörten zu Zeiten des Kalten Krieges zu einem der bestgehüteten militärischen Geheimnisse, um das ein regelrechtes Wettrüsten zwischen der USA und der ehemaligen UdSSR ausbrach. Während die etwa 120 russischen Kampf-Delfine nach dem Zusammenbruch der UdSSR größtenteils verkauft wurden, setzte die USA die Tiere unter anderem im ersten Golf-Krieg 1991 und bei einem NATO-Manöver vor 3 Jahren in der Ostsee ein. Auch die Marine von Indien besitzt Kampf-Delfine, die gezielt Minen an feindlichen Schiffen anbringen können.

Die Militärs machen sich dabei die Neugierde und das ausgeprägte Ortungsvermögen der Tiere zunutze. Hat der Delfin ein verdächtiges Unterwasserobjekt entdeckt, kann er es mittels einer Sonde markieren oder er schwimmt an die Oberfläche und gibt durch Zeichen zu verstehen, was er entdeckt hat. Als Belohnung gibt es etwas zu fressen.

Ein Deserteur

Doch für den Delfin „Takoma“ war der Irakeinsatz nach nur zwei Tagen schon wieder zu Ende. Der 22 Jahre alte Große Tümmler verschwand angeblich gleich bei seiner ersten Mission. Vielleicht war Takoma“ auch zu neugierig und wurde von einer Mine zerrissen. Ob entkommen oder getötet, das Ergebnis bleibt gleich. In der freien Wildbahn hat „Takoma“ so gut wie keine Überlebenschance. Zugeben würde die US-Navy den Tod des Tieres beim „Kampfeinsatz“ sowieso nicht, das klingt für die amerikanische Öffentlichkeit ebenso unpopulär wie der Tod eigener Soldaten im Einsatz.

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