EU-Bürgerinitiative: Gegen den grausamen Handel mit Haiflossen zählt jede Stimme

von | 21. Oktober 2021 | News - Fischerei

Finning: Noch bis zum 31. Januar 2022 gilt es, eine Million Stimmen von EU-Bürgern zu sammeln

Die EU-Bürgerinitiative “Stop Finning – Stop the Trade” hat sich zum Ziel gesetzt, den Handel mit Haiflossen in der EU zu beenden. Jedes Jahr werden aus unseren Breitengraden knapp 3500 Tonnen Haiflossen mit einem Gesamtwert von etwa 52 Millionen Euro exportiert. Für ein Ende des barbarischen Tötens der Haie setzen sich über 70 Umwelt- und Tierschutzorganisationen ein, darunter auch die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Die Zeit drängt.

Die ungeschönte Wahrheit beim „Finning“ sieht wie folgt aus: Den Haien werden oft bei vollem Bewusstsein die Flossen abgetrennt und ihre Körper direkt auf offener See entsorgt. Die Tiere sterben daraufhin einen qualvollen Tod im Meer. Diese Praxis – in der EU offiziell verboten – wird angewandt, um auf den Schiffen Frachtraum zu sparen und nur die gewinnträchtigen Flossen an Land zu bringen. Leider werden nur ca. fünf Prozent der Trawler kontrolliert, sodass dieses Verbot kaum durchgesetzt wird. Fakt ist, dass jedes Jahr viele Millionen Haie gefangen und ihre Flossen abgetrennt werden. Diese werden anschließend mit hohem Profit verkauft. Das Endziel ist Südostasien, das Endprodukt die prestigeträchtige und teure Haiflossensuppe, in der sich nur wenige Gramm Flossen befinden.

Unter den 20 größten Haifang-Nationen finden sich drei EU-Länder. Allein im Jahr 2016 wurden durch spanische Flotten offiziell 29.000 Tonnen Blauhai angelandet. Das entspricht der unfassbaren Zahl von einer Million Tiere. Allein daraus resultiert ein Markt von 3500 Tonnen Flossen mit einem Gesamtwert von etwa 52 Millionen Euro jährlich.

Vorreiter: USA und Großbritannien stoppen Handel mit Haiflossen.

Es stellt sich die Frage: Warum legitimiert die Europäische Union diesen blutigen Handel? Beziehungsweise: Warum weigern sich die Politiker in Brüssel, ein generelles Handelsverbot für Haiflossen einzuführen? Andere Länder sind längst weiter: Nachdem das Vereinigte Königreich bereits im Mai 2021 ein Handelsverbot mit Haiflossen eingeführt hat, folgte der US-Senat am 8. Juni 2021. „Mit ihrem generellen Handelsverbot von Haiflossen senden die USA und Großbritannien ein wichtiges Signal an die EU, endlich gesamt-europäisch und international aktiv zu werden. Weltweit werden mindestens 73 Millionen Haie allein wegen ihrer Flossen brutal getötet. Nur gemeinsam können wir das Aussterben der Haie verhindern“, erklärt Petra Schwerdtfeger, Vorsitzende von Sharkproject Germany.

Diesem Hai wurden zunächst die Flossen abgetrennt, anschließend wurde er zurück ins Meer geworfen.

Die Artenschutzorganisation setzt sich wie die GRD und rund 70 weitere Tier- und Umweltschutzorganisationen für die EU-Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ ein. Gründer und Sprecher der Initiative ist Dr. Nils Kluger (Stop Finning Deutschland): „Solange der Handel mit Haiflossen erlaubt ist, wird auch die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten behindert.“ Daher sei ein Ende des Handels mit Haiflossen dringend erforderlich. Denn: Die Haie stehen an der Spitze der Nahrungskette unserer Ozeane, die über 50 Prozent unseres überlebenswichtigen Sauerstoffs produzieren. Stabile Haipopulationen sind somit unabdingbar, um ein Kippen dieses sensiblen Ökosystems zu verhindern.

Ihre Stimme für die Bürgerinitiative

Noch bis zum 31. Januar hat die Initiative Zeit, um eine Million Stimmen von EU-Bürgern zu sammeln. Sollte dies gelingen, wird ein politischer Prozess initiiert, an dessen Ende die EU-Kommission sich mit der Änderung der bestehenden Gesetzgebung beschäftigen muss. Mehr als 300.000 Bürger haben bereits online unterschrieben.

Nebenstehend finden Sie den Link zur EU-Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade” mit Voting-Formular und weitergehenden Informationen. Das gesamte Team der GRD dankt Ihnen für Ihre Unterstützung. Und bitte informieren Sie auch Ihren Freundes- und Bekanntenkreis über die Möglichkeit, gegen den blutigen Haiflossenhandel vorzugehen.

Fotos: Klaus Jost, Wolfram Koch, Santi Burgos, Shwan Heinrichs, Nancy Boucha, www.scubasystems.org 2005/Marine Photobank.

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