Frankreich verschließt die Augen

Tote Delfine an der Küste Frankreichs gefunden

Die internationale Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hat an der Atlantikküste Frankreichs haufenweise tote Delfine mit ausgeweidetem Körper gefunden. In les Sables D’Olonne werden die an Frankreichs Stränden eingesammelten Meeressäuger abgeladen, um sie später in eine Verwertungsanlage zu bringen. Die Delfine sind Opfer der französischen Fischerei.

Massenhaft Opfer der Fischereiindustrie

In diesem Jahr wurden über 1100 Todfunde gezählt. Da laut Wissenschaftlern nur 20 Prozent der toten Delfine an die Küste getrieben werden, kann man von mehreren Tausend getöteten Delfinen seit Anfang des Jahres in den Gewässern vor Frankreich ausgehen.

Schmerzvoller Tod

Bei Analysen der Kadaver in les Sables D’Ollone haben die Tierschützer und Wissenschaftler große Wunden, tiefe Schnittverletzungen und Knochenbrüche an den Meeressäugern gefunden. Dies lässt darauf schließen, dass die Meeressäuger qualvolle Schmerzen erleiden mussten. Um die Beifangquote möglichst niedrig zu halten, werden die versehentlich gefangenen Delfine wieder ins Meer geschmissen.

Ein toter Delfin schwimmt auf der Meeresoberfläche. Foto: Sea Shepherd

Frankreich ignoriert Missstände

Für eine Veränderung dieser grausamen und tödlichen Situation sollten die zuständigen Schiffe anhand von Kameras oder Beobachtern identifiziert werden können. Jedoch verweigern die Fischer den Zugriff auf das Schiff. Der Staat verlangt zwar, Delfinfänge transparent aufzuzeigen und zu deklarieren, aber dies wird aufgrund fehlender Kontrolle und Folgen für die Fischer in der Praxis nicht durchgeführt.  

Beifang im Fischernetz. Foto: Sea Shepherd

Kein Geld für den Tierschutz

Zudem investiert der Staat hohe Summen in den industriellen Fischfang, anstatt durch finanzielle Mittel für selektive Fangtechniken oder Maßnahmen gegen das Delfinsterben den Tier- und Meeresschutz zu unterstützen.

Fischereidelikte werden nicht gefahndet

Illegale Fischerei in Frankreich wird nicht strikt geahndet: Das konnte Sea Shepherd beispielsweise durch Beobachtungen von Fischern, die das Verbot für Schleppnetzfischerei im Rochebonne Plateau nicht einhielten, feststellen. Außerdem hat die Meeresschutzorganisation nachgewiesen, dass viele Netze ohne Pinger (Signalgeber zur Abschreckung) ausgestattet sind. Dies steht gegen die Aussage des Fischerei-Komitees von Loire, welches versichert, dass alle Schleppnetzschiffe mit den Signalgebern ausgerüstet sind.

Die Macht des Konsumenten

Um gegen diese grausamen Delfintötungen vorzugehen, hat Sea Shepherd eine Kampagne gestartet, bei der das Schiff SAN SIMON und weitere Schlauchboote Tag und Nacht patrouillieren. Wir können auch einen Beitrag leisten, indem wir auf den Verzehr von Fisch verzichten und Kampagnen unterstützen, die für den Meeresschutz kämpfen.

Außerdem hat die Blue Planet Society eine Petition gestartet: Sie soll den EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei dazu auffordern, Schritte gegen die Massentötung einzuleiten. Setzen auch Sie ein Zeichen und unterschreiben Sie ! 

 

 

Sea Shepherd patrouilliert vor den Küsten Frankreichs. Foto: Sea Shepherd

Auch die Gesellschaft zur Rettung der Delphine arbeitet für den Schutz der Meere und der Delfine. Beispielsweise hat sie sich der Initiative MAKE STEWARDSHIP COUNT angeschlossen, welche das MSC-Fischlabel dazu auffordert, zu nachhaltigen Zertifizierungskriterien für den Fischfang zurückzukehren und kein Greenwashing zu betreiben. Außerdem unterstützt sie die Ghost Fishing Stiftung bei der Geisternetzbergung.

 

 
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