Wilhelmshaven: Sanftes Schweinswal-Watching am Jadebusen
Bürgerforscher werden und dem Schweinswal helfen
Die Südküste von Wilhelmshaven ist alljährlich Bühne für ein Naturschauspiel: Schweinswale kommen im Frühling in den Jadebusen und erlauben gute Sichtungen von Land aus. Die Stadt nutzt das Ereignis, um während der „Schweinswal-Tage“ (noch bis zum 23. April) mit Naturerlebnis-Veranstaltungen rund um Deutschlands einzige heimische Walart zu informieren.
Schweinswal-Sichtungen an der deutschen Nord- und Ostseeküste waren noch vor wenigen Jahren an der Tagesordnung – heute sind sie eine Seltenheit. Unsere einzige heimische Walart wird auf der Roten Liste mittlerweile als „stark gefährdet“ geführt – dies ist einer der Gründe, weshalb die Deutsche Wildtier Stiftung den Schweinswal zum „Tier des Jahres 2022“ gekürt hat. Die Population der „Deutschland-Wale“ in der Ostsee ist zwischen Flensburg und Usedom auf maximal 500 Exemplare geschrumpft. Rund 23.000 Schweinswale leben noch in der deutschen Nordsee, aber auch hier ist die Entwicklung besorgniserregend. Die Population hat sich in den vergangenen 17 Jahren um 7000 Tiere verringert.
Schweinswal-Watching am Jadebusen
Gute Chancen auf die Sichtung eines „Kleinen Tümmlers“ gibt es derzeit in Wilhelmshaven. Jedes Jahr im Frühjahr zieht es die Meeressäuger in und an den Jadebusen, wo die Tiere von Land aus sehr gut beobachtet werden können – definitiv die beste Form des Whale-Watching. Denn: Dieses sogenannte „Land-based Watching“ ist für die Tiere mit keinerlei negativen Einflüssen verbunden. (Lese-Tipp: Delfine und Wale in Freiheit erleben – Ein Leitfaden für sanftes und respektvolles Whale Watching)
Während der aktuell stattfindenden „Schweinswal-Tage“ (bis zum 23. April) informiert die Nordsee-Stadt zudem mit Naturerlebnis-Veranstaltungen rund um Deutschlands einzige heimische Walart. Dazu gehören Vorträge, Filmvorführungen, Lesungen und ein Infostand an der Südstrandpromenade.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen
Doch nicht nur im Jadebusen, auch in Unterelbe, Ems und Weser sind Schweinswale im Frühjahr anzutreffen. Wie unsere Partner von Schweinswale e.V. mitteilen, jagen die Meeressäuger selbst im Hamburger Hafen – 90 Kilometer von der Küste entfernt. Tipp: Wer einen Schweinswal in diesen Flüssen beobachtet, kann als Bürgerforscher beim „Sichtungsprojekt Schweinswale“ mitwirken.
Foto oben: Presse Niedersachsen
Weitere Artikel
Tragischer Beifang: Buckeldelfin verendet in Hainetz vor Richards Bay
Vor rund zwei Wochen ist vor Richards Bay in Südafrika ein junger Delfin in einem sogenannten Hainetz verendet. Ein lokaler Drohnenpilot dokumentierte den Vorfall aus der Luft und stellt uns das erschütternde Videomaterial zur Verfügung. Bei dem Tier handelt es sich um ein junges Weibchen des seltenen und stark gefährdeten Indopazifischen Buckeldelfins.
weiterlesenSichten statt stören: So können Urlaubsgäste zum Schutz der Adria-Delfine beitragen
Zum Start der Urlaubssaison 2026 ruft die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) Adria-Reisende dazu auf, Delfinsichtungen vor der kroatischen Küste per App zu melden und sich bei Sichtungen an tierfreundliche Verhaltensregeln zu halten. Auf diese Weise können Reisende als Bürgerforschende aktiv zum Schutz der gefährdeten Großer Tümmler beitragen.
weiterlesenZwischen Propellern und Publikum: Dauerbedrohung für Delfin “Mimmo” in Venedig
Der Großer Tümmler „Mimmo“ sorgt seit Sommer 2025 in der Lagune von Venedig für Aufsehen, vor allem da er sich oftmals an belebten Orten wie vor dem Markusplatz aufhält. Doch statt dem hundertsten Selfie mit „Mimmo“, braucht es jetzt vor allem eines: konsequenten Schutz. Wie verantwortungsvolles Verhalten der Öffentlichkeit aussehen muss, um das Überleben des jungen Delfins zu sichern, haben die Autor:innen einer wissenschaftlichen Studie erarbeitet.
weiterlesen
