Geisternetze bergen – Ostsee-Schweinswale schützen

von | 1. Dezember 2020 | News - Geisternetze

Mehr Geisternetze bergen: Mit Patenschaften für Ostsee-Schweinswale

Seit Ende 2019 holt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) in Kooperation mit der Tauchbasis Prora Geisternetze vor Rügen aus der Ostsee. Ziel dabei ist, möglichst viele der für Meerestiere tödlichen Gefahrenherde unschädlich zu machen. Besonderes im Fokus stehen die sogenannten „Deutschland-Wale“, eine kleine Schweinswal-Population, die in der zentralen Ostsee an der Darßer Schwelle und im Gebiet um Rügen lebt. Es sind unsere einzigen heimischen Wale. Mit vielleicht noch 500 Exemplaren sind sie laut Rote Liste Zentrum (RLZ) „vom Aussterben bedroht“.

Für diese Ostsee-Schweinswale kann man jetzt symbolisch eine Patenschaft abschließen und damit die Bergung weiterer Geisternetze aus der Ostsee unterstützen.

Fast 4 Tonnen Geisternetze im Corona-Jahr entschärft

Mit einem Team ehrenamtlicher Sporttaucher konnte die GRD, trotz erheblicher Corona-Einschränkungen, in diesem Jahr fast vier Tonnen Geisternetze bergen und unschädlich machen.

„Einige größere geplante Bergungsaktionen mussten wegen des Lockdowns im Frühjahr und auch jetzt im Herbst abgesagt werden. Umso mehr freut es uns, dass wir dennoch derart viele Netze aus der Ostsee holen konnten“, erklärt GRD-Projektleiterin Verena Platt-Till. Die Diplom-Biologin und Taucherin nahm selbst an mehreren der nicht ungefährlichen Bergungsaktionen vor Rügen teil.

Mehr Geisternetze bergen: mit Patenschaften für Ostsee-Schweinswale

Vor Rügen geborgenes Geisternetz Foto: Chris Till

Mit einer Patenschaft Ostsee-Schweinswale schützen

„Mit der Übernahme einer Patenschaft für Ostsee-Schweinswale unterstützt man aktiv den Schweinswal-Schutz. Denn es gibt immer noch sehr viele der tödlichen Meerestierfallen in der Ostsee. Diese wollen wir so schnell wie möglich entschärfen. Jeder kann so direkt zum Überleben der Ostsee-Schweinswale und zum Schutz ihres Lebensraumes beitragen“, betont Verena Platt-Till.

Ostsee-Schweinswale vom Aussterben bedroht

Die Population der Deutschland-Wale der zentralen Ostsee gehört zu den in Europa am stärksten gefährdeten Kleinwal-Populationen. Sie sind vom Aussterben bedroht. Der Gesamtbestand der Schweinswale in Nord- und Ostsee ist laut RLZ „stark gefährdet“.

Zwar ist die Art in Deutschland streng geschützt, doch das hilft ihr wenig. „Ursachen für das drohende Aussterben der Schweinswale sind u.a. Beifangverluste in der Stellnetzfischerei, Schifffahrt, Sprengung von Munitionsaltlasten, der Bau von Offshore-Windkraftanlagen, das Ertrinken in Geisternetzen sowie unsere völlig unzureichenden Schutzgebiete“, sagt Verena Platt-Till.

So wird laut einer Studie des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel „in Schutzgebieten sogar intensiver gefischt als außerhalb“. Die Kieler Experten gehen sogar von einer um 40 Prozent stärkeren Fischereiintensität in den Meeresschutzgebieten aus.

Ein weißer Schweinswal liegt tot an der felsigen Küste von Fehmarn.

Weißer Schweinswal Fehmarn. Foto: Niels Ristau

Immer mehr tote Schweinswale an deutschen Küsten

Zwischen 2000 und 2016 stieg die Zahl tot aufgefundener Schweinswale an unseren Küsten stetig an, von 67 auf 427. Ein trauriger Rekord. Auch 2019 gab es wieder viele Totfunde. Laut vorläufiger Zahlen starben 2019 an deutschen Ostseeküsten mindestens 180 Tiere.

„Es ist ein Desaster und unterstreicht einmal mehr das völlige Versagen Deutschlands beim Schutz bedrohter Meerestiere“, kritisiert GRD-Biologe Ulrich Karlowski.

l

Weitere Pressemitteilungen

Über eine Tonne an Altlasten: Taucher bergen tödliche Geisternetze aus der Ostsee

Ein gänzlich von Geisternetzen befreites Wrack sowie die Bergung von mehr als einer Tonne an ehemaligen Fischernetzen – das ist das stolze Ergebnis der jüngsten Geisternetzbergung durch die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) vor Rügen. Ermöglicht wurde die erfolgreiche Bergungsaktion durch den leidenschaftlichen Einsatz von acht ehrenamtlichen Sporttauchern, die damit einen wertvollen Beitrag zum Schutz der marinen Artenvielfalt in der Ostsee beigesteuert haben. Die Geisternetz-Kampagne der GRD steht unter dem Motto „FÜR MEER LEBEN und wird unterstützt von Teilnehmern der Deutschen Postcode Lotterie und dem Reiseportal Ostsee24.de.

weiterlesen

Yves-Rocher-Umweltpreis geht an Diplom-Biologin der GRD

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) freut sich sehr, dass die „Umweltstiftung Yves Rocher“ in diesem Jahr Verena Platt-Till mit dem Umweltpreis „Trophée de femmes Central Europe 2022“ auszeichnet. Die Biologin der GRD erhält den Award, der mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden ist, für ihr „außergewöhnliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz“. Die Jury der Umweltstiftung von „Yves Rocher“ würdigt im Speziellen die Projektarbeit von Verena Platt-Till im Rahmen der Geisternetzbergungen vor Rügen.

weiterlesen

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine präsentiert neuen Online-Artenführer

Auf der Website wiki.delphinschutz.org startet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) heute einen umfangreichen Artenführer für Wale und Delfine. Das virtuelle Lexikon listet 92 Delfin- und Walarten und informiert über deren Populationsentwicklung, Verbreitungsgebiet, Gefährdungsstatus und ihr Aussehen. Den Start des Online-Artenführers kombiniert die GRD mit einem Wissensquiz, bei dem es ein „FÜR MEER LEBEN“-Armband aus einem von der GRD geborgenen Geisternetz zu gewinnen gibt!

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!