Geisternetze bergen – Ostsee-Schweinswale schützen
Mehr Geisternetze bergen: Mit Patenschaften für Ostsee-Schweinswale
Seit Ende 2019 holt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) in Kooperation mit der Tauchbasis Prora Geisternetze vor Rügen aus der Ostsee. Ziel dabei ist, möglichst viele der für Meerestiere tödlichen Gefahrenherde unschädlich zu machen. Besonderes im Fokus stehen die sogenannten „Deutschland-Wale“, eine kleine Schweinswal-Population, die in der zentralen Ostsee an der Darßer Schwelle und im Gebiet um Rügen lebt. Es sind unsere einzigen heimischen Wale. Mit vielleicht noch 500 Exemplaren sind sie laut Rote Liste Zentrum (RLZ) „vom Aussterben bedroht“.
Für diese Ostsee-Schweinswale kann man jetzt symbolisch eine Patenschaft abschließen und damit die Bergung weiterer Geisternetze aus der Ostsee unterstützen.
Fast 4 Tonnen Geisternetze im Corona-Jahr entschärft
Mit einem Team ehrenamtlicher Sporttaucher konnte die GRD, trotz erheblicher Corona-Einschränkungen, in diesem Jahr fast vier Tonnen Geisternetze bergen und unschädlich machen.
„Einige größere geplante Bergungsaktionen mussten wegen des Lockdowns im Frühjahr und auch jetzt im Herbst abgesagt werden. Umso mehr freut es uns, dass wir dennoch derart viele Netze aus der Ostsee holen konnten“, erklärt GRD-Projektleiterin Verena Platt-Till. Die Diplom-Biologin und Taucherin nahm selbst an mehreren der nicht ungefährlichen Bergungsaktionen vor Rügen teil.
Mit einer Patenschaft Ostsee-Schweinswale schützen
„Mit der Übernahme einer Patenschaft für Ostsee-Schweinswale unterstützt man aktiv den Schweinswal-Schutz. Denn es gibt immer noch sehr viele der tödlichen Meerestierfallen in der Ostsee. Diese wollen wir so schnell wie möglich entschärfen. Jeder kann so direkt zum Überleben der Ostsee-Schweinswale und zum Schutz ihres Lebensraumes beitragen“, betont Verena Platt-Till.
Ostsee-Schweinswale vom Aussterben bedroht
Die Population der Deutschland-Wale der zentralen Ostsee gehört zu den in Europa am stärksten gefährdeten Kleinwal-Populationen. Sie sind vom Aussterben bedroht. Der Gesamtbestand der Schweinswale in Nord- und Ostsee ist laut RLZ „stark gefährdet“.
Zwar ist die Art in Deutschland streng geschützt, doch das hilft ihr wenig. „Ursachen für das drohende Aussterben der Schweinswale sind u.a. Beifangverluste in der Stellnetzfischerei, Schifffahrt, Sprengung von Munitionsaltlasten, der Bau von Offshore-Windkraftanlagen, das Ertrinken in Geisternetzen sowie unsere völlig unzureichenden Schutzgebiete“, sagt Verena Platt-Till.
So wird laut einer Studie des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel „in Schutzgebieten sogar intensiver gefischt als außerhalb“. Die Kieler Experten gehen sogar von einer um 40 Prozent stärkeren Fischereiintensität in den Meeresschutzgebieten aus.
Weißer Schweinswal Fehmarn. Foto: Niels Ristau
Immer mehr tote Schweinswale an deutschen Küsten
Zwischen 2000 und 2016 stieg die Zahl tot aufgefundener Schweinswale an unseren Küsten stetig an, von 67 auf 427. Ein trauriger Rekord. Auch 2019 gab es wieder viele Totfunde. Laut vorläufiger Zahlen starben 2019 an deutschen Ostseeküsten mindestens 180 Tiere.
„Es ist ein Desaster und unterstreicht einmal mehr das völlige Versagen Deutschlands beim Schutz bedrohter Meerestiere“, kritisiert GRD-Biologe Ulrich Karlowski.
Weitere Pressemitteilungen
GRD fordert mit Positionspapier entschlossenes politisches Handeln gegen die Plastikflut!
Die Verschmutzung der Meere hat ein dramatisches Ausmaß erreicht: Jährlich gelangen weltweit bis zu 23 Millionen Tonnen Plastik in die Gewässer – mit verheerenden Folgen für die marinen Ökosysteme und damit auch für unsere Lebensgrundlagen. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) hat dem Bundesumweltministerium ein umfassendes Positionspapier vorgelegt und fordert entschlossene politische Maßnahmen, anstatt die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ignorieren und eine Ausweitung der Umweltkatastrophe in Kauf zu nehmen.
weiterlesenGRD-Positionspapier zur Reduzierung der Plastikflut in der marinen Umwelt
Die Plastikmassen in den Weltmeeren gefährden langfristig die Stabilität und Biodiversität mariner Ökosysteme, auch an deutschen Küsten. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. fordert dringend Maßnahmen zur Reduzierung der Plastikeinträge in die Meere.
weiterlesenSichten statt stören: So können Urlaubsgäste zum Schutz der Adria-Delfine beitragen
Zum Start der Urlaubssaison 2026 ruft die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) Adria-Reisende dazu auf, Delfinsichtungen vor der kroatischen Küste per App zu melden und sich bei Sichtungen an tierfreundliche Verhaltensregeln zu halten. Auf diese Weise können Reisende als Bürgerforschende aktiv zum Schutz der gefährdeten Großer Tümmler beitragen.
weiterlesen
