Geisternetzbergungsaktionen rund um Rügen

Geisternetze bedrohen die marine Artenvielfalt in der Deutschen Ostsee rund um Rügen

Die Ostsee ist ein großes und bis zu 459 Meter tiefes Binnenmeer in Europa und gilt als das größte Brackwassermeer der Erde. Je nach Meeresgebiet sind in der deutschen Ostsee zwischen 400 bis 600 Arten nachgewiesen. Aufgrund der kleinräumig sehr vielfältigen geophysikalischen Bedingungen sind hier häufig kleinere „hotspots“ mit einer sehr hohen Artenvielfalt, sowie einer einzigartigen Zusammensetzung von Arten zu finden. Die Ostsee ist unter anderem Heimat unserer einzigen heimischen Walart, des Schweinswals. Der Bestand der Ostsee-Schweinswale ist permanent rückläufig. Bedroht sind die kleinen Wale z.B. durch die Stellnetzfischerei und den Unterwasserlärm. In der Ostsee gibt es, wie leider überall in den Meeren, auch ein massives Problem mit Geisternetzen. 

Geisternetze in der Ostsee

Wie viele Geisternetze, also verloren gegangene Fischernetze in der Ostsee sind, ist ungewiss. Allein in den Jahren 2016 und 2017 sind in der Deutschen Ostsee nach Angaben von Gabriela Dederer (WWF) rund 5,2 Tonnen verlorene Netze durch Taucher oder mit speziellen Netzharken geborgen worden. Im Vergleich zur polnischen Ostseeküste erscheint dies zwar wenig, aber die Geisternetze sind eine große Gefahr für die marine Artenvielfalt. In der polnischen Ostsee waren allein mithilfe der Netzharke im Jahr 2015 rund 270 Tonnen Netze geborgen worden. Jährlich werden schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Netze neu in die Ostsee eingebracht. 

Geisternetze bedrohen Hunderte Meerestierarten

Jährlich sterben Tausende Meeresbewohner an den Folgen der Wasserverunreinigung durch Plastikmüll. Fischfanggeräte, wie Angelleinen oder Geisternetze, machen sage und schreibe rund 10 Prozent des Plastikmülls in unseren Ozeanen aus. Die Ostsee ist Heimat Hunderter Meereslebewesen, die durch die herrenlosen Fischernetze bedroht sind. Betroffen sind u.a. Schweinswale, Kormorane, aber auch sich in die Ostsee verirrende Wale und Delfine. Die Ostsee-Schweinswale oder Deutschland-Wale gehören zu den in Europa am stärksten gefährdeten Kleinwal-Populationen. Das Bild rechts zeigt einen Basstölpel. 

Ein Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes zeigt: 98 Prozent der Nester in der Brutvogelkolonie von Basstölpeln auf Helgoland enthalten Kunststoffe und dabei insbesondere Netzreste, auch Teile vom Scheuerschutz von Grundschleppnetzen und Verpackungsmaterialien. Dadurch starben während der Brutsaisons 2014 und 2015 zwei bis fünfmal so viele Jungvögel wie in den Jahren zuvor. Diese Studie verdeutlicht, dass Geisternetze auch an Land eine große Gefahr für die Biodiversität sind.

Regelmäßige Geisternetzbergungsaktionen rund um Rügen

An vielen Wracks rund um Rügen haben sich Geisternetze verfangen. Die GRD hat im Juni 2019, in Kooperation mit der Ghost Fishing Stiftung, ein über 30 Meter langes Schleppnetz, das über 600 kg schwer war, vom Meeresgrund geborgen. Wolfgang Frank, Inhaber der Taubasis Prora, der die Mission “German Baltic” mit seiner Expertise und seinem Tauchboot unterstützte, bestätigte unsere Annahme, dass sich noch viele weitere Tonnen Geisternetze an den Schiffswracks rund um Rügen befinden. Deshalb haben wir beschlossen, nun regelmäßige Geisternetzbergungsaktionen rund um Rügen durchzuführen. Es ist Zeit zu handeln!

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns, Schweinswale, Delfine, Seehunde, Fische und Seevögel in der Ostsee vor tödlichen Geisternetzen zu schützen!

Mit einer regelmäßigen Geisternetz - Patenschaft Artenvielfalt in der Ostsee retten!

Das im Juni 2019 auf Rügen geborgene Schleppnetz © Verena Platt-Till 

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In Kooperation mit der TAUCHBASIS Prora

“Gemeinsam sind wir stärker!”

 

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